Wie gut ist dm wirklich?

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Wie gut ist dm wirklich? Die ARD machte den "Marken-Check".

München – Frauen lieben dm. Weil die Produkte dort als besonders günstig gelten, ist die Drogeriemarktkette die erfolgreichste in Deutschland. Doch was steckt wirklich dahinter? Die ARD hat den Test gemacht.

4,5 Milliarden Umsatz macht die Drogeriemarktkette dm im Jahr, deutlich mehr als die Konkurrenten Rossmann und Schlecker. Liegt es an den besonders günstigen Preisen oder an der Gestaltung der Läden? Die ARD wollte es genau wissen: Die Sendung „Marken Check“ nahm am Montagabend zur Primetime um 20.15 Uhr die Drogeriemarktkette unter die Lupe. Vier Kategorien wurden untersucht: Kundenfang, Preisvorteil, Qualität und Fairness.

Drogerie dm im Test: Kundenfang

Die Läden sind fast immer voll. Besonders Frauen scheint es magisch in die dm-Filialen zu ziehen. Eine Umfrage der TV-Autoren zeigt: Fast die Hälfte der befragten dm-Kunden kaufen ausschließlich dort ein. Bei Rossmann ist dagegen nur knapp jeder vierte Stammkunde, bei Schlecker sogar nur sechs Prozent. Als Grund nennen die „Marken-Check“-Autoren die Gestaltung der Läden. Mit breiten Gängen – durch die problemlos ein Kinderwagen und ein Einkaufswagen passen – schräg angeordneten Regalen und einem freundlichen Beleuchtungskonzept überzeugt dm seine Kunden. Das Urteil der Tester lautet: Der Kundenfang ist gelungen.

Drogerie dm im Test: Preisvorteil

Die Produkte sollen bei dm besonders günstig sein – das glauben zumindest die meisten Kunden. Der Vergleich mit den Konkurrenten Rossmann und Schlecker bestätigt das auch auf den ersten Blick. Die Dauerpreis-Strategie von dm scheint aufzugehen. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich: Wer auf Angebote bei Rossmann zurückgreift, bezahlt weniger.

Außerdem haben die „Marken-Check-Autoren“ eine überraschende Entdeckung gemacht: Die Preise bei dm sind regional verschieden. So gibt es etwa innerhalb Berlins Preisunterschiede in den einzelnen Filialen von bis zu 32 Prozent. Die Kunden sind empört. Deshalb lautet das Urteil der Marken-Tester: Nicht immer so günstig, wie viele glauben.

Drogerie dm im Test: Qualität

Können die dm-Eigenmarken mit teuren Markenartikel qualitativ mithalten? Die „Marken-Check“-Autoren starten einen Großversuch. Eine Woche lang testen mehrere Frauen einer Tanzgruppe verschiedene Artikel. Die Produkte sind in neutrale Verpackungen umgefüllt. Im Test sind Shampo, Nagellack, Spülmittel und Rasierschaum. Hausmarke tritt jeweils gegen Markenprodukt an. Das Ergebnis: Das Markenprodukt gewinnt meistens. Nur beim Spülmittel überzeugt die Hausmarke.

Doch beim Labortest von drei Feuchtigkeitscremes zeigt sich: Hier war die Hausmarke besser. Nach drei Wochen Testphase hatte damit die Haut 26 Prozent mehr Feuchtigkeit, bei den anderen beiden Markenprodukten nur etwa 19 Prozent mehr. Deshalb das Urteil: Die Qualität ist ordentlich.

Drogerie dm im Test: Fairness

Die Mitarbeiter bei dm scheinen mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden zu sein: Sie werden nach Tarif bezahlt, erhalten Boni und es herrscht ein gutes Arbeitsklima. Selbst die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat lobende Worte für dm und nennt die Drogeriemarktkette einen „guten Arbeitgeber“.

Doch wer genauer hinschaut, findet ein paar Kritikpunkte: So verwendet dm etwa für einige Produkte Palmöl. Palmölplantagen werden jedoch ohne Rücksicht auf Regenwald, Tiere oder Menschen aus dem Boden gestampft. In welchen und wie vielen Produkte dm Palmöl verwendet, offenbart das Unternehmen nicht.

Auch bei den Kindertextilien decken die „Marken-Check“-Autoren auf: Sie werden teilweise in Bangladesch produziert, wo die Näherinnen eben nicht so fair behandelt werden, wie die dm-Mitarbeiter in Deutschland. Deshalb lautet das Urteil: Die Fairness ist ausbaufähig, weil auch dm Profit auf Kosten von Mensch und Umwelt macht.

lot

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