Farbenprächtiges Fantasy-Spektakel

Kinokritik: "Die fantastische Welt von Oz"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Finley (l-r), das Porzellanmädchen und Zauberer Oz ( James Franco) müssen gemeinsam Abenteuer überstehen.

Berlin - Sam Raimi erzählt in „Die fantastische Welt von Oz“, wie der Weiberheld und Hochstapler Oz in das sagenumwobene Land am Ende des Regenbogens kommt. Hier die Filmkritik zum Kinostart:

Wie bei uns jedes Kind die Märchen der Brüder Grimm kennt, weiß in den USA jeder über den „Zauberer von Oz“ und sein Land am Ende des Regenbogens Bescheid. Der amerikanische Schriftsteller Lyman Frank Baum hat die Geschichte im Jahr 1900 geschrieben. Es folgten zahlreiche Adaptionen, von denen die Kinofassung von Victor Fleming aus dem Jahr 1939 mit Judy Garland als kleiner Dorothy sicherlich die bekannteste sein dürfte.

Regisseur Sam Raimi entzieht sich nun geschickt der Schwierigkeit, ein cineastisches Nationalheiligtum wie den „Zauberer von Oz“ nachzubuchstabieren. Er gestaltet mit seinem farbenprächtigen, surrealen Fantasy-Spektakel „Die fantastische Welt von Oz“ sozusagen die Vorgeschichte zu Flemings Film und erzählt, was vor Dorothys Besuch geschah – und wie der Zauberer zu dem wurde, der er ist.

Doch keine Angst, Vorkenntnisse sind für Raimis Film nicht notwendig: Die gelben Pflastersteine auf dem Weg zur Smaragdstadt oder die geflügelten Affen kommen zwar vor, müssen aber nicht erkannt und eingeordnet werden. Der Magier ist in seinen Jugendjahren, 1905 in Kansas, Mitglied einer kümmerlichen Wanderzirkus-Truppe, die über die Dörfer und Rummelplätze tingelt. Als flatterhafter Weiberheld Oscar Diggs (James Franco), genannt Oz, betört er weniger durch Kunststücke als durch sein attraktives Äußeres. Die Damen stehen Schlange vor seinem bescheidenen Wohnwagen – deren eifersüchtige Ehemänner allerdings auch. Auf der Flucht vor diesen springt Oz in einen Heißluftballon. Der steigt auf, gerät in einen Wirbelsturm, und Oz landet im schillernden kunterbunten Paradies Oz. Dort hält man den vom Himmel Herabgefallenen für die Erfüllung einer Weissagung und demnach für den Retter im Kampf gegen die Hexe Glinda ( Michelle Williams). Die ist allerdings, wie sich bald herausstellen wird, gar nicht die böse von drei Hexen-Schwestern: Vor Evanora (Rachel Weisz) und Theodora (Mila Kunis) muss sich Oz viel mehr in Acht nehmen. Doch das, wie viele weitere Besonderheiten dieses verzauberten Landes, wird der von sich und seinen Verführungskünsten sehr überzeugte Hochstapler noch lernen müssen.

Sind Sie ein Kino-Kenner? Die besten Filmzitate

Sind Sie ein Kino-Kenner? Die besten Filmzitate

Raimi beginnt seinen Film als Hommage an Fleming in Schwarz-Weiß und mit engem Bildausschnitt. Erst als Oz in seinem zukünftigen Reich landet, öffnet sich der Blickwinkel, und leuchtendes Cinemascope löst die starren Aufnahmen ab. Trotz aller Opulenz in Bühnen- und Kostümgestaltung bleiben die Kulissen aber immer als solche erkennbar und stellen so einen Bezug zur Produktion von 1939 her. Das schafft einen spannenden Bruch mit dem Popcorn-3D-Kino, das man eigentlich von „Spiderman“-Regisseur Raimi erwartet hätte. Für kleinere Kinder ist der Film, der natürlich Zuschauer jeglichen Alters ansprechen will, schon aus diesem Grund nicht unbedingt geeignet.

Vor allem für Kinder ein Fantasy-Spektakel

Für Schulkinder und alle übrigen Fantasy-Freunde ist „Die fantastische Welt von Oz“ aber ein großartiger, bildgewaltiger, turbulenter Spaß mit atemraubenden Trickeffekten.

von Ulrike Frick

Zurück zur Übersicht: TV & Kino

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser