Sender suchen nach Alternative

Deutscher Fernsehpreis endet mit Schrecken

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Der Deutsche Fernsehpreis ist passé.

Köln - Der Deutsche Fernsehpreis ist viel kritisiert worden. Jetzt ziehen die ihn tragenden Sender die Notbremse. Im Herbst wird er in der bestehenden Form zum letzten Mal verliehen.

Der Gesellschaftervertrag sei von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 fristgerecht gekündigt worden, teilte das ständige Sekretariat des Fernsehpreises am Samstag in Köln mit und bestätigte insoweit einen Vorab-Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“.

In den vergangenen Jahren hatte es immer mehr Kritik an der Veranstaltung gegeben. Auch die Zuschauerquote hatte massiv geschwächelt. „Das Kunststück muss man erst einmal hinbekommen: einen Preis, der weder von der Branche, noch vom Publikum, noch von den Sendern akzeptiert wird“, zitiert der „Spiegel“ einen ProSiebenSat.1-Manager. Der verstorbene Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki hatte den Ehrenpreis, der ihm im 2008 verliehen werden sollte, auf offener Bühne nach einer Wutrede abgelehnt. Kurz darauf trennte sich das ZDF von Moderatorin Elke Heidenreich, die die Gala in dem Zusammenhang als "armselig und grottendumm" bezeichnet hatte.

Bis zur Preisverleihung im Herbst sollten Alternativen zum bisherigen Konzept entwickelt und geprüft werden. Es solle weiterhin eine Form geben, „in der hervorragende Leistungen für das Fernsehen“ gewürdigt werden könnten. Der Fernsehpreis in Köln stehe „also keinesfalls vor dem "Aus"“, ließ WDR-Intendant Tom Buhrow ergänzend mitteilen. Es gebe „ein großes Interesse der ARD und des WDR als Federführer, den Fernsehpreis mit den vier Gesellschaftern fortzuführen“. Das Stiftergremium werde im Laufe des Jahres über zukünftige Form und Ausrichtung des Preises beraten. „Der Spiegel“ zitierte den ZDF-Intendanten Thomas Bellut mit den Worten: „Es macht keinen Sinn, dass jetzt etwa die öffentlich-rechtlichen Sender allein einen eigenen Preis ausrichten.“

Die Fernsehsender hatten den Deutschen Fernsehpreis 1998 gegründet. In ihm gingen Telestar (ARD/ZDF) und Goldener Löwe (RTL) auf. Verliehen wird der Preis seit 1999 einmal im Jahr in Köln. „Im Falle einer Fortsetzung wird eine Beibehaltung des Standortes Köln angestrebt“, heißt es in der Mitteilung. Die Federführung für die diesjährige Preisverleihung liegt beim WDR in Köln.

dpa/hn

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