Öffentlich-rechtlichen Sender sahnen ab

Deutscher Fernsehpreis für Böhmermann und NSU-Trilogie

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Jan Böhmermann.

Düsseldorf - Für den Deutschen Fernsehpreis ist wieder in Düsseldorf der rote Teppich ausgerollt worden. Die begehrten Trophäen wurden wie am Fließband vergeben. Dabei gab auch die eine oder andere Überraschung.

„Kamera ab, Schnitt, nächste Szene“: Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises lief am Donnerstagabend das meiste streng nach Drehbuch, wie es sich für die Branche gehört. Rund drei Stunden hatten die Veranstalter Zeit für die Preisvergabe in mehr als 20 Kategorien, dazwischen kurze Freudentränen, überraschte Freude und die bei Auszeichnungen stets üblichen Dankesworte an Teams und Familien. Zusammengerafft auf 45 Minuten zeigte das ZDF am späten Abend ein „Best of“ - ein Kompromiss zwischen den früheren Live-Galas und dem völligen Ausschluss der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr.

Moderatorin Barbara Schöneberger ließ sich die Gelegenheit für einen Seitenhieb deshalb nicht entgehen: „Wir sind wieder da. Wir sind die SPD der Preisverleihungen“, scherzte sie vor den rund 350 geladenen Gästen in den Düsseldorfer Rheinterrassen, der „schönsten Mehrzweckhalle am Rhein“.

Insgesamt wurden mehr als 20 Filme und Serien, Produktionen, Moderatoren und Musiker ausgezeichnet. Die wichtigen Trophäen für die Klassenbesten bei den Regisseuren, Schauspielern, den Filmen und Mehrteilern heimsten die öffentlich-rechtlichen Sender ein. 

„Familienfest“ ist bester Film des Jahres

Mit dem Preis als bester Schauspieler ging Martin Brambach nach Hause, als beste Schauspielerin wurde Sonja Gerhardt ausgezeichnet, die unter anderem in „Jack the Ripper“ vor der Kamera stand. Das Patchwork-Drama „Familienfest“ (ZDF) überzeugte die Jury als bester Film des vergangenen Jahres. Zum besten Regisseur wurde Lars Kraume ("Terror - Ihr Urteil" und "Familienfest") gekürt.

Für Jan Böhmermann wird der Deutsche Fernsehpreis bereits zur kleinen Serie: Auch in diesem Jahr gewann der 35-Jährige mit seinem Team in der Kategorie „Beste Unterhaltung Late Night“ mit seinem Format „Neo Magazin Royale“. „Wir widmen den Preis der Rechtsschutzversicherung des ZDF“, scherzte der ZDF-Satiriker, der sich im vergangenen Jahr wegen seines Schmähgedichts mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angelegt hatte.

Ein Déjà-vu gab es auch für das Team der VOX-Krankenhausserie „Club der roten Bänder“, das ebenfalls zum zweiten Mal auf der Fernsehpreis-Bühne stand und den Preis als beste Serie entgegennahm.

Bester Mehrteiler: "Mitten in Deutschland: NSU"

Als bester Mehrteiler wurde die ARD-Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" ausgezeichnet. Der Preis für die beste Informationssendung ging an die ARD-Produktion "Panama Papers - Im Schattenreich der Offshorefirmen". Die Moderatorin Christiane Meier wurde für ihre Politiker-Interviews im "ARD Morgenmagazin" geehrt.

In der Kategorie Dokumentation/Reportage siegte das ZDF mit dem Film "Das Schicksal der Kinder von Aleppo - Neue Heimat Deutschland". In der Sparte Beste Abendunterhaltung gewannen die ProSieben-Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ("Die Beste Show der Welt"), im Bereich Comedy wurde die WDR-Sendung "Das Lachen der Anderen" ausgezeichnet. „Winnetou“ gewann die Preise für die beste Musik und die beste Ausstattung. 

Vollkommen sprachlos reagierten die neuen Träger des Förderpreises auf die Jury-Entscheidung. Mit ihrer Mystery-Webserie „Wishlist“ gewann ebenso ein Online-Format wie in der Kategorie „Beste Moderation Unterhaltung“, in der sich das YouTube-Format „Rocket Beans“ durchsetzte.

Den Ehrenpreis der Stifter - das sind die Intendanten und Geschäftsführer von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 - erhielt in diesem Jahr die Schauspielerin Senta Berger (75). 

Im Video: Böhmermann gewinnt Fernsehpreis 2017

dpa/afp/ video: SnackTV

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