Bellut ist neuer ZDF-Intendant

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Thomas Bellut wurde am Freitag zum neuen ZDF-Intendanten gewählt.

Berlin - Der Nachfolger von Markus Schächter steht fest. Mit nahezu allen möglichen Stimmen wurde am Freitag Thomas Bellut zum neuen Intendanten des ZDF gewählt.

Thomas Bellut (56) ist am Freitag in Berlin im ersten Wahlgang zum neuen ZDF-Intendanten gewählt worden. Das teilte ein ZDF-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa mit. Danach erhielt Bellut von den 73 anwesenden Mitgliedern im ZDF-Fernsehrat 70 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme. Notwendig waren 47 Stimmen. Bellut wird Nachfolger von Markus Schächter.

Der Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz erklärte: “Mit Thomas Bellut wird ein herausragender Medienmanager Intendant des ZDF.“ Bellut war der einzige Kandidat; er steht für Kontinuität. Er soll das ZDF in der digitalen Welt verankern, in der Fernsehen und Internet zunehmend verschmelzen. Im Programm wird er über die Zukunft von “Wetten, dass..? entscheiden, nachdem Thomas Gottschalk seinen Abschied angekündigt hat. Über die Nachfolge Belluts als Programmdirektor wird erst später entschieden.

Der gebürtige Osnabrücker Bellut hat seine Karriere auf dem Mainzer Lerchenberg 1984 mit einem Volontariat begonnen und blieb dem Zweiten sein ganzes Arbeitsleben lang treu. Den Zuschauern dürfte er vor allem als Moderator von Wahlsendungen und des “Politbarometers“ bekannt sein. In “Was nun...?“ befragte er bis 2002 die Politprominenz. Anschließend stieg der als konservativ geltende Journalist im Haus zum Programmdirektor auf - neben Intendant und Chefredakteur einer der einflussreichsten Posten im Sender. Auf dem Bildschirm wirkt er stets souverän und kaum emotional. Bellut ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Nach mehreren heftig umstrittenen Personalentscheidungen im ZDF ging die Wahl Belluts ohne Probleme über die Bühne. Zwar hatte sich der Feuilleton-Chef der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, Claudius Seidl, selbst für den Intendanten-Posten ins Gespräch gebracht. Die Bewerbung des ZDF-Kritikers blieb aber aussichtslos, da er keinen Unterstützer im Fernsehrat fand und so nicht zur Wahl zugelassen werden konnte. Kurz vor der Wahl hatte das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in zweiter Instanz einen Eilantrag gegen die Abstimmung verworfen. Ein Mann, der sich beim ZDF ohne Erfolg als Intendant beworben hatte, wollte das Verfahren stoppen.

Der seit neun Jahren amtierende Intendant Markus Schächter hat mit ZDFneo und ZDFkultur - neben dem ZDF und ZDFinfo - eine kleine Senderfamilie aufgebaut. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und ZDF-Verwaltungsratsvorsitzende Kurt Beck (SPD) sieht große Herausforderungen für den neuen Mann an der Spitze: “Er wird das ZDF weiter in der digitalisierten Welt verankern müssen, um den Sender zukunftsfest zu machen. Dazu gehören der konsequente Ausbau von ZDFneo und ein attraktives Angebot im Internet, das die Fernsehprogramme ergänzt. Das alles muss dann auch noch innerhalb eines sich verengenden Finanzrahmens möglich gemacht werden. Der künftige Intendant ist da durchaus gefordert.“

dpa

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