Missbrauchsvorwürfe

Kevin Spacey vor Gericht: Wegen sexueller Belästigung - Hollywoodstar plädiert auf nicht schuldig

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Kevin Spacey vor Gericht in Nantucket: Gegen den US-Schauspieler wurde Klage wegen sexueller Belästigung erhoben.

Der US-Schauspieler Kevin Spacey musste nach Vorwürfen sexueller Übergriffe erstmals vor Gericht in Nantucket erscheinen. 

Nantucket - Hollywood-Star Kevin Spacey (59) erschien am Montagvormittag Ortszeit auf der Insel Nantucket im US-Bundesstaat Massachusetts vor Gericht. Der zweifache Oscar-Preisträger und House-of-Cards-Star wurde wegen sexueller Belästigung und Körperverletzung angeklagt. Der Vorwurf: Spacey soll im Sommer 2016 einen damals 18 Jahre alten Mann, einem Aushilfskellner, in einer Bar betrunken gemacht und sexuell belästigt haben. Mehrmals soll Spacey dem Kläger ans Genital gefasst haben. Angeblich soll es von dem Vorfall sogar ein Video geben. 

Kevin Spacey bestreitet die Vorwürfe, plädiert auf nicht schuldig. Erscheinen musste er auf Anordnung des Richters Thomas Barret trotzdem. Seine Anwälte wollten dies eigentlich verhindern. Sie argumentierten, dass ein Erscheinen des US-Schauspielers die mediale Aufmerksamkeit um den Fall unnötig verstärken würde. Mit dieser Einschätzung lagen sie richtig, denn schon einen Tag zuvor brachten sich Reporter und Kamerateams internationaler Nachrichtensender vor dem Bezirksgericht in Stellung. Im dunkelgrauen Anzug, mit geblümten Hemd, gepunkteter Krawatte und ernstem Gesichtsausdruck betrat Spacey den vollbesetzten Gerichtssaal. Der Richter verlas die Anklageschrift und ordnete an, dass sich Spacey dem angeblichen Opfer vorerst nicht mehr nähern darf. Darüber hinaus dürfe er auch keinen direkten oder indirekten Kontakt zu dem Mann aufnehmen. Spacey sagte kein Wort, nickte bloß stumm. Sein Anwalt Alan Jackson stimmte der Weisung des Richters zu. 

Der offizielle Verfahrensbeginn wurde auf den 4. März festgesetzt. Kevin Spacey wird an diesem Tag nicht vor Gericht erscheinen müssen - aber für eventuelle Rückfragen per Telefon zur Verfügung stehen. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Spacey bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Nachdem im Zuge der Sexismus-Debatte um Filmproduzent Harvey Weinstein im Oktober 2017 erstmals Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen Spacey bekannt wurden, zog sich der Mime im Jahr 2018 komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Es folgten zahlreiche weitere Anschuldigungen von Männern, die Angaben, von Spacey sexuell belästigt worden zu sein. 

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Sven Barthel

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