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Gothic-Szene in Russland ist quicklebendig

Bruno Kramm von der deutschen Band "Das Ich" bei einem Konzert in Moskau. Foto: Eva Steinlein
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Bruno Kramm von der deutschen Band «Das Ich» bei einem Konzert in Moskau. Foto: Eva Steinlein

Moskau (dpa) - Die Gothic-Szene mag in Deutschland tot sein, in Russland lebt sie ewig fort: Dort sind Fans der finsteren Musik noch immer heiß auf deutsche Szene-Größen wie Goethes Erben oder Lacrimosa. Die Gruppe «Das Ich» traf Ende Februar bei ihren zwei Konzerten in Moskau und Sankt Petersburg auf ein begeistertes Publikum.

Die Bayreuther Formation «Das Ich» besteht seit fast 30 Jahren, doch an Fan-Nachwuchs fehlt es nicht: Der 24-jährige Konstantin feierte auf dem Konzert die Hochzeit mit der 18-jährigen Viktoria. Wie viele russische Fans lernte sie anhand der Songtexte Deutsch.

Der russische Musikmarkt hat sich diesem Geschmack angepasst: Das Szene-Journal heißt «Bunker», Bands schmücken sich mit markigen Namen wie «Reiz» oder «Shturm». Viele Fans träumen davon, einmal ein Gothic-Festival wie das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig zu besuchen und sich dort in voller Montur zu präsentieren.

Denn sich als Grufti zu erkennen zu geben, ist im orthodox geprägten Russland noch immer ein mutiger Schritt: Romantisierte Todessehnsucht und Religionskritik ist vielen suspekt. Mit ihrem Aussehen stellen Anhänger der Gothic-Szene auch das geltende Männer- und Frauenbild infrage. Als «Das Ich» beim Auftritt appellierte: «Nie mehr Hass gegen Minderheiten!», bricht im Publikum demonstrativer Jubel aus.

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