Ringen: Dreifacher Derbysieg für Angerer Ringer

Zweiter Mannschaft gelingt erster Saisonsieg – Schüler auch am Freitagabend erfolgreich

Felix Baumgartner bei einem Bilderbuch-Wurf nach verkehrten Ausheber gegen Franz Hochreiter bis 71 kg griechisch-römisch.
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Felix Baumgartner bei einem Bilderbuch-Wurf nach verkehrten Ausheber gegen Franz Hochreiter bis 71 kg griechisch-römisch.

Anger - Mit einem klaren 21:7 setzte sich am vergangenen Samstag der SC Anger im Derby gegen den TSV Berchtesgaden durch und holte sich damit im zweiten Heimauftritt auch den zweiten Heimsieg. Ihre ersten Saisonpunkte erkämpfte sich die zweite Mannschaft des SCA, die in einem bis zum Schluss spannenden Vorkampf überraschend den SV Wacker Burghausen II mit 17:16 besiegen konnte. Die Schülermannschaft gewann gegen den Nachwuchs des TSV Berchtesgaden am Samstag mit 24:14, zuvor hatte sie bereits am Freitagabend gegen den Vizemeister der Vorsaison, Olympic Salzburg, in einem doppelten Heimkampf einen Sieg und ein Unentschieden erreicht.

Eine bis auf den letzten Platz gefüllte Aufhamer Sporthalle, darunter auch eine große Anzahl Berchtesgadener Schlachtenbummler, erwartete am Samstagabend das Landkreisderby zwischen dem SC Anger und dem TSV Berchtesgaden, in dem die Gastgeber die Favoritenrolle hatten. Die erste Führung des Tages holten sich aber die Gäste, da der SC Anger nach der Verletzung von Martin Bauer die Klasse bis 57 kg Freistil nicht besetzen konnte und Tobias Küpper damit vier kampflose Punkte erhielt. Im Duell der Kolosse standen sich im Anschluss bis 130 kg griechisch-römisch die beiden Ungarn Armin Majoros und Peter Fodor gegenüber, wobei der Angerer stets etwas aktiver war und dadurch mit zwei Verwarnungspunkten sowie angeordneten Bodenlagen belohnt wurde. Eine davon konnte er für einen erfolgreichen Durchdreher nutzen, womit er insgesamt vier technische und damit zwei Mannschaftspunkte sammelte. Furios begann Andreas Bauer das Duell mit Sebastian Hillebrand bis 61 kg griechisch-römisch und setzte den Berchtesgadener damit von Anfang an unter Druck. Punktgewinne mit anschließenden Durchdrehern in der Bodenlage waren die Konsequenz, sodass der Angerer nach drei Minuten mit 9:0 in Front lag. Nach der Pause erwischte Bauer seinen Gegner schließlich mit einem Überwurf und legte diesen damit zur Freude der Angerer Zuschauer auf die Schultern. Mit der zwischenzeitlichen 6:4 Führung im Rücken ging Benedikt Argstatter bis 98 kg Freistil auf die Matte und bekam er dort mit dem zweiten Ungarn der Gäste, Tamas Fodor, zu tun. Der um einige Kilogramm leichtere Angerer versuchte durch ständiges Bewegen den Berchtesgadener konditionell zu zermürben, während dieser Argstatter durch seinen Kraftvorteil zu kontrollieren versuchte. Fodor erarbeitete sich in einem intensiv geführten Duell durch eine Passivität Argstatters und einen erfolgreichen Beinangriff eine 3:0 Führung, die der Angerer trotz aller Bemühungen wenige Sekunden vor Schluss nur noch um einen Punkt verkürzen konnte, womit ein Mannschaftspunkt an Fodor ging. Ähnlich spannend war auch der Kampf zwischen Robert Molnar und Lukas Laue bis 66 kg Freistil, die sich nach 2017 und 2018 zum dritten Mal in Folge gegenüberstanden. Laue brannte nach zwei Niederlagen auf eine Revanche und war auch sechs Minuten lang der aktivere Ringer, sodass er vom stets souveränen Schiedsrichter Andreas Maier mit zwei Aktivitätspunkten belohnt wurde. Da Laue aber ansonsten keine weiteren Punkte sammeln konnte, reichte bereits ein einziger erfolgreicher Beinangriff Molnars aus, um auf 2:2 auszugleichen und damit aufgrund der höheren Wertung den dritten Sieg in Serie einzufahren.


Der Zwischenstand zur Pause lautete damit 7:5 für den SCA, sodass für beide Mannschaften in den nächsten fünf Kämpfen theoretisch noch alles möglich war. Den Gastgebern gelangen in der Folge allerdings vier Siege in Serie, die den Gesamtkampf klar zu Gunsten des SCA entschieden. Den Auftakt hierzu machte der wieder genesene Simon Öllinger, der Stefan Rieder bis 86 kg griechisch-römisch noch in der ersten Minute in die Bodenlage beförderte und von dort aus zum Ausheber ansetzte. Mit diesem beförderte er den Berchtesgadener auf beide Schultern und erhöhte die Angerer Führung damit auf 11:5. Weitere vier Punkte steuerte Felix Baumgartner bis 71 kg griechisch-römisch hinzu, der es nach einer Verletzung von Benedikt Graßl mit dessen Ersatzmann Franz Hochreiter zu tun bekam. Der Berchtesgadener Nachwuchsringer konnte der Kraft Baumgartners nicht genug entgegensetzen und musste dadurch immer wieder Wertungen zulassen. Als der Angerer nach einem verkehrten Ausheber mit anschließendem Bilderbuch-Wurf zu einer Wiederholung dessen ansetze, geriet Hochreiter beim Verteidigen etwas in Rücklage, was Baumgartner sofort ausnutzte und den Berchtesgadener schulterte. Bis 80 kg Freistil ging Max Pöschl gegen Marius Mackamul auf die Matte und konnte diesen immer wieder mit Beinangriffen in Bedrängnis bringen. Der Angerer sammelte so Punkt um Punkt, bis er schließlich zwanzig Sekunden vor Schluss die technische Überlegenheit erreicht hatte und mit vier Mannschaftspunkten belohnt wurde. Nachdem Michael Klouceck privat verhindert war, stellten die Angerer in den Klassen bis 75 kg um. Matthias Eckart, das Schweizer Taschenmesser unter den Angerer Ringern, wechselte vom Freien in den griechisch-römischen Stil und Ringer-Veteran Josef Hinterreiter füllte die entstandene Lücke im Freistil. Letztere bekam es mit Christoph Graßl zu tun und konnte diesen fast den gesamten Kampfverlauf über kontrollieren. Selbst nach einer 7:0 Führung Hinterreiters versuchte sich der Berchtesgadener kaum in der Offensive, da er sich um der Konterstärke des Angerer bewusst war. Zwar gelang Graßl kurz vor Schluss dann doch noch ein Beinangriff und zwei damit verbundene Punkte, beim 7:2 Endstand gingen aber weiterhin zwei Mannschaftspunkte nach Anger. Im letzten Kampf des Abends traf der bereits erwähnte Eckart auf Alexander Petersen, der aufgrund seines Kraftvorteils der aktivere Ringer war und so zu Punkten kam. Durch geschicktes Verteidigen in der Bodenlage verhinderte der Angerer aber weitere Punkte und ließ so insgesamt nur zwei Mannschaftspunkte für Petersen zu. Durch den Sieg teilt sich der SC Anger mit dem TSV Westendorf, zu dem man am kommenden Wochenende reist, die Tabellenführung in der Oberliga Süd.

Begleitet werden die Ringer der ersten Mannschaft dabei von jenen der zweiten Mannschaft, die im Vorkampf in der Bayernliga Süd auf den TSV Westendorf II treffen werden. Am vergangenen Samstag gelang gegen den SV Wacker Burghausen II der erste Saisonsieg, was aufgrund der bisherigen Ergebnisse beider Mannschaften unerwartet war. Zwar konnte beide Teams nicht ihre beste Aufstellung auf die Matte bringen, die Veränderungen in der Aufstellung der Gäste waren dabei aber gravierender. Bis 57 kg Freistil traf Paul Hogger, einer von insgesamt fünf Jugendringern bei den Angerern an diesem Tag, auf Erwin Kobsar, der Hogger im Boden immer wieder durchdrehen konnte und kurz Ablauf des ersten Kampfabschnitts die technische Überlegenheit erreicht hatte. Knapp 20 Kilogramm Gewichtsunterschied trennten bis 130 kg griechisch-römisch Mathias Edfelder, der ins Schwergewicht aufgerückt war, und Pere Dolic, wobei der Angerer aber technisch stärker war. In der ersten Kampfhälfte nutzte er dies, um sich eine 6:0 Führung zu erarbeiteten, die der Burghausener bis zum Ablauf der sechs Minuten aber auf 6:3 verkürzen konnte. Bis 61 kg griechisch-römisch wehrte sich Korbinian Schwabl nach Kräften gegen Markus Zehentmaier und verhinderte beim 1:8 Endstand knapp drei Burghausener Mannschaftspunkte. Auch Roman Koch konnte bis 98 kg Freistil zwar nicht selbst punkten, ließ durch eine couragierte Leistung beim 0:12 Endstand aber keinen vorzeitigen Sieg von Gökan Tetik zu, was sich wie bei Schwabl aufgrund des knappen Gesamtergebnisses noch als entscheidend herausstellen sollte. Ohne Chance blieb in der Klasse bis 66 kg Freistil Lorenz Hagelauer, der mit Mansur Dakiev einen der talentiertesten Burghausener zum Gegner hatte und nach einer Serie von Beinschrauben technisch überlegen unterlag. Bereits vorzeitig sicher waren vier Punkte für Dennis Baumgartner bis 86 kg griechisch-römisch, da sein Kontrahent Leon Kahric zu schwer war. Das Duell auf der Matte entschied der Angerer sicher mit 6:0 für sich. Ganze 18 Jahre trennten in der Klasse bis 71 kg griechisch-römisch Franz Fröhlich und Halit Yilmaz, sodass der Angerer wenig überraschend nach einer ausgeglichenen ersten in der zweiten Kampfhälfte konditionell stärker war. Dies nutzte Fröhlich für mehrere hohe Wertungen, sodass er beim 11:2 Endstand drei Mannschaftspunkte für seine Farben erkämpft hatte. Bis 80 kg Freistil erhielt Philipp Bart seinen ersten Einsatz bei den Herren und durfte sich direkt über vier Punkte von Kampfrichter Jan Melzer freuen, da die Gäste dieses Gewicht unbesetzt ließen. Zwei Kämpfe vor Schluss hatten die Angerer damit auf 13:13 ausgeglichen, sodass die Entscheidung in den letzten beiden Kämpfen fallen musste. Nervenstärke bewies nun Markus Wimmer bis 75 kg Freistil, der Masoud Afzal schon nach 40 Sekunden kurzerhand per „Angerer“ schulterte und damit immerhin schon das Unentschieden sicherte. Der Gesamtsieg lag damit in den Händen von Franz Kern, der bis 75 kg griechisch-römisch gegen Konstantin Kainhuber auf der Matte stand. Nach ausgeglichenen ersten drei Minuten hatte der Burghausener in der zweiten Kampfhälfte einen konditionellen Vorteil und kam so immer wieder zu Punkten. Ein kollektives Angerer Durchatmen raunte durch die Sporthalle, als es nach sechs Minuten „nur“ 1:11 für Kainhuber stand, der damit zwar drei Mannschaftspunkte erhielt, das Gesamtergebnis aber nur noch auf 17:16 verkürzen konnte.


Im Landkreisderby der beiden Schülermannschaften behielt der SC Anger am Ende mit 24:14 die Oberhand gegen den TSV Berchtesgaden. Bis 30 kg Freistil ließ Jakob Hogger Lukas Ilsanker keine Chance und war bereits nach 20 Sekunden technisch überlegener Sieger. Benedikt Hinterseer verteidigte gegen Leo Korbinian bis 80 kg griechisch-römisch zumeist die Angriffsversuche des Berchtesgadeners, der damit nur zwei Mannschaftspunkte erhielt. Kurzen Prozess machte bis 33 kg griechisch-römisch Timur Pitsaev mit Florian Ilsanker und schulterte den Berchtesgadener bereits nach knapp einer Minute. Ebenfalls per Schultersieg erfolgreich war bis 63 kg Freistil Benedikt Rothe, der Luca Hasenknopf mit einem Wurf in die gefährliche Lage brachte und diesen daraus nicht mehr entkommen ließ. Keinen Gegner hatte bis 36 kg Freistil Andreas Hocheder, der damit zu vier kampflosen Punkten kam. Einen schweren Stand hatte bis 55 kg griechisch-römisch Turpal Etiev, der gegen Daniel Petersen letztendlich ohne Chance blieb und nach einer Minute per Schulterniederlage verlor. Bis 40 kg griechisch-römisch konnte Albert Raisch seine 4:0 Führung zum Auftakt nicht verteidigen und wurde gegen Mitte der ersten Kampfhälfte von Andreas Pelzer geschultert. Eine gute Leistung zeigte bis 50 kg Freistil Lea Tschakert, die einen 0:2 Rückstand zur Pause in eine 6:2 Führung verwandelt hatte und kurz nach der Unterbrechung Danny Quarg schulterte. Nur kurz dauerte das Duell zwischen Stefan Nitzinger und Andreas Ilsanker bis 43 kg Freistil, in dem der Angerer schon nach einer halben Minute als Schultersieger feststand. Im letzten Kampf waren noch einmal die Gäste erfolgreich, als sich Zelimkhan Pitsaev gegen Korbinian Hochreiter per Schulterniederlage geschlagen geben musste.

Einen Tag zuvor war zweimal die Ringer von Olympic Salzburg zu Gast, die über keine eigene Wettkampfhstätte verfügen und damit alle ihre Kämpfe stets auswärts bestreiten müssen. Im nominellen Hinkampf war der Angerer Nachwuchs mit 20:16 erfolgreich. Michael Haas blieb bis 30 kg Freistil ohne Gegner und erhielt damit vier kampflose Punkte. Bis 80 kg griechisch-römisch konnte sich Benedikt Rothe gegen Ali Gitihov in einem knappen Kampf mit 1:0 Wertungs- und Mannschaftspunkten durchsetzen. Da die Gäste auch die Klasse bis 33 kg Freistil nicht besetzen konnten, erhielt Max Hinterstoißer ebenfalls vier kampflose Punkte. Den ersten Gästeerfolg gab es bis 63 kg griechisch-römisch, wo Paul Hogger von Muhamed Bektemirov geschultert wurde. Timur Pitsaev revanchierte seinen Teamkollegen, indem er Adlan Musaev bis 36 kg Freistil ebenfalls schulterte. Viel zu sehen gab es im Duell bis 55 kg griechisch-römisch zwischen Turpal Etiev und Muhamed Zakviev, wo sich der Angerer in vier Minuten eine 10:2 Führung erarbeitete und so drei Mannschaftspunkte erhielt. Bis 40 kg griechisch-römisch musste sich Albert Raisch auf der Matte gegen Adam Albastov zwar per Schulterniederlage geschlagen geben, da der Salzburger aber zu schwer war, erhielt der Angerer dennoch vier Punkte. Bis 50 kg Freistil wurde Artur Raisch früh von seinem Kontrahenten Isa Bektemirov überrascht und geschultert. Einen 0:4 Rückstand hatte Richard Wagner bereits auf 3:4 verkürzt, als er Rachman Dadajev schulterte. Die Punkte erhielt dennoch der Salzburger, da Wagner zu schwer war. Im letzten Kampf waren ebenfalls die Gäste erfolgreich, als Zelimkhan Pitsaev von Islam Dudalov geschultert wurde. Die Klassen bis 30 kg griechisch-römisch und 33 kg Freistil blieben von den Gästen auch im Rückkampf unbesetzt, sodass Jakob Hogger und Andreas Hocheder hier zu kampflosen Punkten kamen. Bis 80 kg Freistil verhinderte Benedikt Hinterseer gegen Ali Gitihov beim 0:10 Endstand einen vorzeitigen Sieg des Salzburgers, der so nur drei Mannschaftspunkte erhielt. Mit drei Punkten erfolgreich war dagegen Paul Hogger, der sich mit Muhamed Zakviev ein ereignisreiches Duell lieferte und am Ende mit 20:9 triumphierte. Bereits 8:0 in Führung liegend konnte Timur Pitsaev bis 36 kg griechisch-römisch Adlan Musaev schultern. Ohne Chance blieb bis 55 kg Freistil Turpal Etiev, der sich gegen Muhamed Bektemirov technisch überlegen geschlagen geben musste. Bis 40 kg Freistil erhielt Albert Raisch erneut vier Mannschaftspunkte, da Adam Albastov zu schwer war. Umgekehrt war die Situation bis 43 kg griechisch-römisch, wo Richard Wagner nicht im Gewichtslimit lag und damit Khamsat Albastov zu vier Punkten kam. Bis 50 kg griechisch-römisch musste sich Artur Raisch bereits nach einer Minute technisch überlegen gegen Isa Bektemirov geschlagen geben. Das Unentschieden für die Salzburger sicherte bis 46 kg Freistil Islam Dudalov, der gegen Angers Vinzenz Edfelder per Schultersieg erfolgreich war. Mit aktuell 7:3 Punkten nach fünf Kämpfen haben die Angerer damit vorläufig die Tabellenführung erobert, wobei die Konkurrenz im Schnitt aber zwei bis drei Kämpfe weniger bestritten hat.

SC Anger Abteilung Ringen / Lukas Koch

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