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Zittern bis zur letzten Sekunde

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Carlene Hightower (17 Punkte) und Jessica Höötmann (rechts, 12 Punkte) im Zweikampf mit Hernes Erika Rayne Arriaran.

Wasserburg - Spannung bis zur letzten Sekunde - und am Ende ein Zittersieg, der zur Pause noch deutlich einfacher erschien. Das bot die Bundesligapartie zwischen dem TSV Wasserburg und dem Herner TC am Sonntagnachmittag.

Der deutsche Vizemeister setzte sich hauchdünn mit 66:64 (34:19) durch und bleibt damit punktgleich mit Donau-Ries auf Rang drei der Tabelle.

"Wir sind glücklicherweise mit einem blauen Auge davongekommen", meinte Trainer Hans Brei anschließend. "Es ist das alte Lied: Ein Spiel dauert 40 Minuten, nicht nur eine Halbzeit, hoffentlich lernen wir daraus, denn oft werden wir nicht mehr so viel Glück haben." Dabei bot der erste Durchgang durchaus viel Erfreuliches aus Wasserburger Sicht. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (14:12, 6. Minute) schalteten die Gastgeberinnen vor allem in der Verteidigung mindestens einen Gang höher. Hernes Aufbauspielerinnen wurden schon weit in der eigenen Hälfte enorm unter Druck gesetzt, unter dem Korb hatten Jana Furková, Katharina Kühn, Jessica Höötmann und Neuzugang Sequoia Holmes die Topscorerin Minja Terzic sehr gut im Griff. Die Gäste mussten schlechte Würfe nehmen, trafen nichts, die Rebounds landeten in den fangbereiten Wasserburger Händen und dann ging die Post ab. Diana Pop initiierte gekonnt einige erfolgreiche Schnellangriffe, der Vizemeister setzte sich schnell ab und führte bald komfortabel (32:14/18.). Die gut 500 begeisterten Zuschauer quittierten die Leistung mit Applaus auf offener Szene und erwarteten jetzt einen Kantersieg. Doch es kam anders - es wurde ein Krimi.

Schon in den letzten zweieinhalb Minuten der ersten Halbzeit ließ man Herne wieder zum Atmen kommen und das setzte sich nach dem Wechsel fort. Die Gäste punkteten in den ersten drei Angriffen, die Gastgeberinnen nicht, schon war der Vorsprung nicht mehr zweistellig (34:25/22.). Vor allem Terzic (20 Punkte, 18 davon nach der Pause) schien jetzt aufgewacht zu sein, sie behauptete sich jetzt deutlich besser am Korb, setzte alle ihre Routine ein und netzte beinahe nach Belieben ein. "Da haben wir sehr viel falsch gemacht, vor allem haben wir ihr immer wieder die linke Seite, ihre Schokoladenseite, aufgemacht. Da ist sie nicht zu halten, was wir wussten, aber im Gegensatz zur ersten Halbzeit waren wir nicht in der Lage, sie nach rechts zu zwingen", kritisierte Brei.

Auch in der Offensive hatte Wasserburg jetzt deutlich mehr Probleme. Gegen die Zonenverteidigung liefen die Angriffe nicht mehr so geschmiert wie gegen die Mannverteidigung in der ersten Halbzeit. Herne machte den Raum am Korb sehr eng, die Angriffe mussten zunehmend aus der Mitteldistanz abgeschlossen werden. Doch da fiel kaum mehr etwas in den Ring. Und zwölf Ballverluste im Spielaufbau allein nach dem Wechsel sind deutlich zu viel und spielten den Gästen zusätzlich in die Karten. Verteidigt wurde nur mehr phasenweise so intensiv wie noch in den ersten 20 Minuten. Wenn aber, dann gelangen immer wieder Ballgewinne und sofort wuchs die Führung wieder (44:32/27.).

Doch anfangs des Schlussviertels kamen die Gäste gefährlich nah. Als Emina Karic auf 51:48 (33.) verkürzte, nahmen Hans Brei und Wanda Guyton eine Auszeit. Die fruchtete für etwa vier Minuten, in denen sich Wasserburg mit aggressiver Verteidigung und durchdachtem Angriffsspiel ein 62:54 herausspielte (37.). Innerhalb von 60 Sekunden waren die Früchte aber wieder verspielt, denn Terzic und Erika Arriaran verkürzten auf 62:60. Als Carlene Hightower nur einen von zwei Freiwürfen traf und Terzic per Hakenwurf das 63:62 machte, hielt es keinen Fan mehr auf dem Sitz. Sequoia Holmes machte 20 Sekunden vor Ende einen Korbleger, wurde dabei gefoult, vergab aber den Freiwurf - 65:62. Arriaran verkürzte auf 65:64, Jana Furková durfte an die Freiwurflinie, traf aber nur einen von zwei - 66:64. Noch 2,2 Sekunden auf der Uhr, Einwurf Herne. Ein weiter Pass erreichte Sophia Mücke, die im letzten Moment von Hightower gefoult wird. Die 20-Jährige, bis dahin fehlerfrei von der Freiwurflinie (4/4), konnte die Verlängerung herbeiführen, doch schon der erste Freiwurf war deutlich zu kurz. Den zweiten verschoss sie absichtlich und hoffte auf einen erfolgreichen Rebound ihrer Mannschaft, doch Furková schnappte sich die Kugel und rettete den knappen Wasserburger Sieg.

Die englischen Wochen gehen für den deutschen Vizemeister am Mittwoch mit der zweiten Partie in der Central European Woman League weiter. Um 19 Uhr gastiert der slowakische Vizemeister Bemaco Presov in der Badria-Halle. Am kommenden Sonntag steigt dann das Duell des Meisters gegen den Vizemeister, Saarlouis gegen Wasserburg.

Es spielten: Carlene Hightower (17 Punkte), Jessica Höötmann (12), Jezabel Ohanian (8), Sequoia Holmes (8), Jana Furková (6), Rebecca Thoresen (6), Svenja Brunckhorst (4), Tiffany Porter-Talbert (3), Katharina Kühn (2), Diana Pop, Verena Stürmlinger und Katrin Sandbichler.

fd/Oberbayerisches Volksblatt

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