Sportbund: Würzburg ein anderes Kaliber

Rosenheim - Zwei Spiele, vier Punkte – das ist für einen Aufsteiger eine durchaus gelungene Bilanz. Allerdings heißt das nicht, dass die Sportbund-Fußballer in der Bayernliga angekommen sind.

Denn nun warten mit dem Würzburger FV und dem TSV 1860 Rosenheim noch einmal zwei ganz andere Kapazunder auf die Mannschaft von Trainer Walter Werner. Das Derby ist dabei noch weit entfernt, denn die Gedanken beim SBR kreisen erst einmal um das heutige Heimspiel gegen die Unterfranken. Um 15 Uhr gastiert der WFV im Josef-März-Stadion.


Es ist das erste Aufeinandertreffen dieser beiden Teams aus Rosenheim und Würzburg überhaupt. Der SBR traf in der bislang einzigen Bayernliga-Spielzeit 1978/79 auf einen Kontrahenten aus der Mainstadt. Damals besiegte man die Kickers Würzburg in Rosenheim mit 1:0 - vielleicht ist dies ja auch ein gutes Omen für die heutige Partie.

SBR-Coach Walter Werner will sich an solche Hoffnungsschimmer allerdings nicht klammern: "Wichtig ist, dass unsere Leistung passt. Uns steht eine schwere Aufgabe bevor, denn der WFV hat eine starke Mannschaft und nicht umsonst bislang zwei Siege errungen." Dennoch glaubt der Rosenheimer Trainer daran, dass sein Team auch diesmal Punkte holen kann. "Wir wollen zuhause so viele Zähler wie möglich einsammeln, im eigenen Stadion eine Macht werden. Und wenn wir alle auf dem Boden der Tatsachen bleiben, konzentriert zur Sache gehen, dann haben wir auch gegen Würzburg unsere Chance."


Der verpassten Siegchance beim 1:1 in Heimstetten mit dem späten Führungstor und dem postwendenden Ausgleich trauerte Werner übrigens nicht lange nach: "Erstens hilft uns das nicht weiter, zweitens haben wir gleich die nächste Bewährungsprobe vor uns. Und drittens bin ich trotzdem mit der Mannschaft sehr zufrieden", so der Sportbund-Chefanweiser. In die gleiche Kerbe schlägt übrigens auch Abteilungsleiter Willi Bonke, der vom Kampfgeist und Einsatzwillen des SBR in Heimstetten begeistert war: "Vor allem in Unterzahl haben die Jungs hervorragend gekämpft und alles gegeben. Das Team hat seinen starken Charakter bewiesen", lobte Bonke.

Dieser ist auch heute wieder gefragt, denn die Würzburger kommen mit einer großen Portion Selbstvertrauen im Gepäck angereist. Zum Auftakt beim TSV Rain/Lech gewannen die Kicker von Trainer Michael Hochrein trotz zweimaligem Rückstand noch mit 3:2, am Mittwoch gab es einen souveränen 2:0-Erfolg über Aufsteiger TSV Gersthofen. Gut in Schuss zeigte sich bislang der 19-jährige Mittelfeldspieler Steffen Krautschneider, der bereits drei Tore auf dem Konto hat. Zu beachten sind sicherlich auch die beiden Angreifer Pascal Rausch und Pascal Kamolz (kam aus Schweinfurt), die in der vergangenen Bayernliga-Saison jeweils auf eine zweistellige Trefferanzahl kamen. Mit derartigen Kalibern in der Offensive ist auch verständlich, dass die WFV-Trainer nach diesem Start für das Spiel beim SBR die Devise "Angriff" ausgegeben haben.

Dem stellt der Sportbund seine Kampfmaschinen entgegen: Die Innenverteidigung mit Marko Maric und Andi Sollinger verdiente sich zuletzt ein Sonderlob; vor allem in Heimstetten waren sie die Türme in der Unterzahl-Abwehrschlacht und sorgten dafür, dass von Top-Stürmer Orhan Akkurt nicht viel zu sehen war und der neue SVH-Angreifer Andreas Neumeyer blass blieb und ausgewechselt wurde. Auf sie wird es auch heute wieder ankommen.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

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