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"Es geht allein darum, die Liga zu halten"

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Früher als geplant hat Wolfgang Schellenberg, 38, gebürtiger Burghauser und erfolgreicher Nachwuchscoach beim TSV 1860 München und beim 1. FC Nürnberg, nach der Trennung von Manfred Burghartswieser das Kathrein-Team übernommen.

Rosenheim - Der neue Trainer von Fußball-Bayernligist 1860 Rosenheim steht vor einer schwierigen Aufgabe. Wolfgang Schellenberg: "Die nächsten sieben, acht Wochen geht es allein darum, die Liga zu halten."

Es gibt eine Premiere zu feiern im Jahnstadion. Beim Spiel am Samstag (15 Uhr) in der Fußball-Bayernliga gegen die Drittligareserve des FC Ingolstadt steht ein neuer Mann an der Seitenlinie beim TSV 1860 Rosenheim.

Früher als geplant hat Wolfgang Schellenberg, 38, gebürtiger Burghauser und erfolgreicher Nachwuchscoach beim TSV 1860 München und beim 1. FC Nürnberg, nach der Trennung von Manfred Burghartswieser das Kathrein-Team übernommen. Klare Aufgabe: Den Abstieg vermeiden. Wir sprachen mit dem Rückkehrer.

Wolfgang Schellenberg, herzlich willkommen zurück in Rosenheim. Nun nicht mehr, wie vor 15 Jahren, als Jugendtrainer, sondern als Cheftrainer der 1. Mannschaft. Früher als geplant mussten Sie nun einspringen.
Auch für mich kam das jetzt überraschend, ich hätte lieber erst im Sommer angefangen. Nach einer Serie von sieben Spielen ohne Sieg nun den Hebel umzulegen, wird bestimmt keine so einfache Aufgabe. Die nächsten sieben, acht Wochen geht es allein darum, die Liga zu halten.
Was kann man tun in der Kürze der Zeit?
Da gibt es drei Schwerpunkte: Taktik, Standardsituationen und Kopf. Wir stellen sofort um auf die Viererkette, damit haben wir uns in den letzten Trainingseinheiten intensiv beschäftigt. Wir brauchen wieder größere Kompaktheit, haben zuletzt zu viele Gegentore bekommen. Bei Standards müssen wir wieder mehr Stabilität bekommen und selbst Gefahr entwickeln. Und wir müssen das Selbstvertrauen stärken, damit der Knoten endlich platzt.
Geht das so schnell?
Ich hoffe sehr, dass uns die Zeit nicht davonläuft. Wir stehen vor drei ganz wichtigen Spielen, am Samstag gegen Ingolstadt, am Mittwoch in Hof und am Samstag in Schalding-Heining.
Werden Sie personell größere Änderungen vornehmen?
Wohl kaum, im Moment ist nicht die Zeit für Experimente.
Sie haben bisher ausschließlich im Nachwuchsbereich gearbeitet. Ist die Umstellung auf ein Herrenteam schwierig?
In den Nachwuchsleistungszentren der Bundesligisten wird ja auf einem sehr hohen Niveau in allen Bereichen gearbeitet, daher sehe ich da kein großes Problem. Und der Unterschied zwischen einer U17 und Erwachsenen ist nicht so groß. Und doch sind die Zielsetzungen anders.
In einem Nachwuchsleistungszentrum will jeder Profi werden, hier haben Sie es mit Männern zu tun, die alle auch einen normalen Beruf ausüben. Dennoch, die Bayernliga ist die höchste bayerische Liga, da erwarte ich schon eine leistungsorientierte Einstellung und eine gewisse Professionalität. Sie haben sich in den letzten Wochen schon intensiv mit dem Verein und mit der Mannschaft beschäftigt.
Haben Sie die Konzeption für die neue Saison schon im Kopf?
Im Moment ist wichtig, die Punkte zu holen, dann können wir ans Konzeptionelle gehen.
Würden Sie auch mit einer Landesligamannschaft in die neue Saison gehen?
Ich weiß nicht, ob mich der Verein nach einem Abstieg noch haben will. Ich jedenfalls plane unabhängig von der Liga, bin aber hundertprozentig überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen.
Und dann wird man erst den echten Schellenberg kennenlernen, der sich, wenn man Ihre bisherigen Stationen betrachtet, sicher nicht mit kleinen Schritten zufrieden gibt?
Ich sehe hier große Möglichkeiten, die Jugend wird ein Schwerpunkt sein. Ich will hier eine Durchlässigkeit schaffen, wenn sich junge Spieler, egal ob aus der A-Jugend oder der U21 aufdrängen, wird der Weg nach oben kurz sein. Ich will eine ganz enge Vernetzung bis hinunter zur U17, strebe eine einheitliche Philosophie für alle Mannschaften an.
Schwere Zeiten für ältere Spieler?
Keineswegs. Man kann ja nicht nur mit jungen Spielern arbeiten, wir brauchen auch die erfahrenen, die sie an die Hand nehmen. Wir brauchen die gute Mischung. Nur weil einer jung ist, kommt er nicht in die Mannschaft, wir wollen mit den Jungen arbeiten, damit sie dann den nächsten Schritt machen. Dennoch streben Sie eine deutliche Verjüngung des Kaders an.
Wird sich die Bayernliga-Mannschaft künftig vor allem aus dem eigenen Nachwuchs bedienen, nicht mehr von außen?
Das strebe ich konzeptionell an. In einem 22-Mann-Kader sollen 15 jünger als 23 sein. Ich habe hier im Verein viele Talente gesehen, die nah dran sind, aber sie müssen auch herangeführt werden. Wenn einer von außen geholt wird, will ich, dass er einen Bezug zu Rosenheim hat.
Das klingt nach längerfristiger Planung. Was eigentlich hat Sie nach Rosenheim zurückgetrieben?
Das war Zufall. Ich wollte nach den intensiven letzten Jahren im Fußball mal etwas kürzer treten, was anders machen. Und habe eine berufliche Perspektive als Jugendreferent bei der evangelischen Kirche in Rosenheim bekommen, wollte aber nebenbei im Fußball was machen. Da hat sich nun mit 1860 doch wieder eine deutlich größere Aufgabe ergeben als ich eigentlich angestrebt habe. Aber auch eine sehr reizvolle. Ihre größten Erfolge feuerten Sie mit 1860 München, herausragend die Deutsche Meisterschaft mit den B-Junioren 2006.
Können Sie als „Blauer“ damit leben, dass 1860 Rosenheim eine Partnerschaft mit den Bayern hat?
Ich bin Profi, 1860 München war mein Arbeitgeber. Ich habe in einigen Bereichen auch ganz gut mit den Kollegen von der Säbener Straße zusammengearbeitet, da gibt es kein Problem.

Reinhard Hübner/KOMSPORT

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