Rückrunden-Auftakt verpatzt

OVB
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Entsetzen und Enttäuschung auf der Wasserburger Bank bei Mara Conley, Katsiaryna Zberch und Hicran Özen (von links).

Wasserburg - Vor 700 Zuschauern hatten die Halle Lions gegen den TSV im letzten Viertel die Nase vorn. Vorher hatte sich das Team noch herangekämpft.

Vor über 700 Zuschauern ließ sich der deutsche Basketball-Meister der Damen das Heft aus der Hand nehmen und verabschiedet sich nun mit einer 80:86-Niederlage in die Winterpause.


"Wir sind von einer Katastrophe in die nächste gefallen", kommentierte Trainer Hans Brei im Anschluss das Spiel. "Wir haben uns schon im ersten Viertel ausspielen lassen wie die Anfänger. Im zweiten Viertel haben wir die Verteidigung umgestellt, da war es dann ein bisschen besser aber dann haben sich wieder viele Fehler eingeschlichen."

Viele Fehler gab es nicht nur auf Seiten der Wasserburger Mannschaft. Es war eine Begegnung die über weite Teile auf Augenhöhe stattfand, in der aber die Gäste meist eine Nasenlänge voraus waren. Ein Spiel, das beiderseits geprägt war von vielen Fehlern in der Verteidigung, Fehlpässen und unnötig versprungenen Bällen. Ein Umstand, den sich die Halle Lions öfters zunutze machen konnten als die Gastgeber.


Und bei den Lions war es gerade eine Ex-Wasserburgerin, die es dem TSV schwer machte. Schon im ersten Viertel trug Tamara Tatham zu einer Führung der Gäste bei (21:25); Wasserburg übernahm die Führung zwar kurzzeitig in der sechsten Minute, gab diese aber schon in der zehnten wieder ab.

Nach einer verbesserten Verteidigung im zweiten Spielviertel machten die Damen des Trainer-Duos von Wanda Guyton und Hans Brei wieder einige Schwächen wett und übernahmen nach einem Drei-Punkte-Wurf von Jezabel Ohanian in der 15. Minute erneut die Führung (32:31). Zur Halbzeit verabschiedeten sich die Mannschaften mit einem Unentschieden (40:40).

Jetzt hätte Wasserburg eigentlich kommen müssen. Zu Beginn der zweiten Hälfte im Ballbesitz, vergab man zweimal die Möglichkeit auf Punkte und lud den Gegner seinerseits zum Punkten ein. Was nun im dritten Viertel folgte war ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kontrahenten, welches viele der Zuschauer in der Badria-Halle nicht mehr auf ihren Plätzen hielt. Ein Schlagabtausch folgte, der überwiegend durch die zahlreichen Fehler beider Mannschaften begünstigt wurde. Doch waren es wiederum die Gäste, die ihre Chancen besser nutzten. Auf Wasserburger Seite vergab in dieser Etappe Shanika Freeman vier von fünf Freiwürfen, wofür sich die Damen aus Halle bedankten und mit genau diesem Vorsprung ins letzte Viertel starteten (63:67).

Jetzt schaffte der TSV Wasserburg den Anschluss nicht mehr. Fünf Minuten vor Schluss hatten die Damen aus Halle einen Vorsprung von acht Punkten herausgearbeitet, aber Wasserburg gab sich noch nicht geschlagen. Vor allem Krystal Vaughn war es, die nichts unversucht ließ und die nach zwei Freiwürfen drei Minuten vor dem Ende der Partie ihre Mannschaft noch einmal bis auf zwei Punkte (80:82) an die Gäste heranbrachte. In dieser Spielphase spielte Wasserburg bereits ohne Aufbauspielerin Diana Pop, die nach ihrem fünften Foul in der 35. Minuten ebenso wie Tamara Tatham von den Lions (39. Minute) vom Platz musste.

Es hätte noch alles gut werden können aus Wasserburger Sicht. Doch zwei vergebene Freiwürfe von Rebecca Thoresen und ein Schrittfehler von ihr in der letzten Minute brachten den Gegner erneut in Ballbesitz. Dieser versenkte wenige Augenblicke vor dem Schluss den Ball im Korb, und setzte sich nach einem Foul von Krystal Vaughn mit zwei weiteren Freiwürfen mit sechs Punkten Vorsprung ab (80:86).

"Wir hätte noch mehr kämpfen müssen", meinte am Ende die enttäuschte Trainerin Wanda Guyton. "Unser Gegner wollte den Sieg mehr als wir, vor allem in den letzten Minuten." Trotz der Niederlage konnte der TSV Wasserburg in der Bundesliga-Tabelle einen Platz wettmachen und verabschiedet sich auf Rang sieben in die Winterpause. Diese gestaltet sich jedoch relativ kurz, denn bereits am 8. Januar empfängt der TSV in der Badriahalle die Chemcats aus Chemnitz. Dann geht es um den Einzug ins Top-4-Pokalfinale.

Es spielten: Krystal Vaughn (29 Punkte), Shanika Freeman (17), Rebecca Thoresen (14), Jessica Höötmann (6), Jezabel Ohanian (7), Sheena Moore (4), Diana Pop (3), Katsiaryna Zberch, Hicran Özen, Mara Conley.

wag

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