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Trainer fliegt - Tabellenführung weg!

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Flog aus der Halle: Wasserburgs Coach Bastian Wernthaler.

Wolfenbüttel - Bitterer Spieltag für die Basketballerinnen des TSV Wasserburg: Beim Spitzenspiel flog erst Coach Wernthaler aus der Halle, dann war auch die Tabellenführung weg!

Wasserburg ist die Tabellenführung los! In einem intensiven Duell zweier deutscher Spitzenteams unterlag die von Bastian Wernthaler und Wanda Guyton betreute Mannschaft dem deutschen Meister mit 65:77 (33:38). Co-Trainerin Guyton rückte am Samstagabend wieder mehr ins Rampenlicht, denn sie musste Wasserburg am Ende alleine coachen. Wernthaler war nach 25 Minuten mit zwei technischen Fouls aus der Halle geflogen.

"Wir brauchen in der DBBL drei Schiedsrichter, so wie es auch bei den Männern praktiziert wird", forderte der ehemalige Bundestrainer anschließend. "Frauenbasketball ist zu schnell und zu komplex geworden, da sind zwei oft überfordert. Es ist eine Frage des Geldes, ob die Vereine sich das leisten wollen. Aus meiner Sicht müssen sie es sich leisten. Heute haben beide Teams gleichermaßen unter den Schiedsrichtern gelitten, vielleicht hatten wir am Ende mehr Entscheidungen gegen uns, aber Wolfenbüttel hat verdient gewonnen. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie einen Schritt schneller sind, etwas frischer, spritziger und entschlossener."

Das achte Wasserburger Pflichtspiel im November begann beinahe optimal, Stina Barnert übernahm die Regie, führte ihr Team zu einer schnellen 11:5-Führung (6. Minute), musste dann aber wegen zwei umstrittener Fouls auf die Bank. Damit kam ein Bruch ins Spiel, eine Kombination aus eigener Schwäche und Wolfenbütteler Stärke. "Die frühe Führung war trügerisch, vielleicht hat unsere Mannschaft gedacht, die sind ja gar nicht so gut wie die Trainer gewarnt haben. Dann kommen einige Ballverluste und Nachlässigkeiten in der Verteidigung, was der deutsche Meister mit einer Roli-Ann Haldin in Bestform gnadenlos ausgenutzt hat", analysierte Wernthaler.

Die Gastgeberinnen übernahmen mit einem 13:0-Lauf die Führung (11:18/10.), die sie nur noch zweimal kurz abgeben sollten. Bei 19:19 (12.) und 24:24 (15.) glichen die Gäste zweimal aus, um anschließend aber immer wieder in Rückstand zu geraten. Wasserburg kämpfte, spielte phasenweise auch sehr guten Basketball, doch der Erfolg im Abschluss war einfach nicht da. Allen voran Anne Breitreiner wollte nichts gelingen, erst kurz vor der Pause machte sie ihre ersten Punkte - per Freiwurf. Aber auch Tiina Sten, Katharina Fikiel und selbst Emma Cannon hatten Probleme, den Ball in den Korb zu befördern. Mit dem Pausenrückstand waren die Gäste sogar noch gut bedient, zehn Ballverluste und eine Unterlegenheit im Rebound (15:19) ließen Schlimmeres befürchten.

Der Start in die zweite Halbzeit misslang dann vollkommen. Wasserburg pennte in der Verteidigung, Wolfenbüttel machte sechs Punkte in Serie, Cannon bekam ein fragliches Offensivfoul, Wernthaler nahm eine schnelle Auszeit. Das führte immerhin dazu, dass die Gäste den Rückstand bei zehn Punk-ten hielten (39:49/24.). Es folgten die entscheidenden Sekunden: Erst traf Stina Barnert in den letzten Momenten der 24-Sekunden-Uhr einen Dreier, den die Schiedsrichter aberkannten, weil die Aufbauspielerin den Ball angeblich noch in der Hand hatte als die Uhr ablief. Dann kassierte Cannon ein weiteres fragwürdiges Foul, diesmal beim Defensivrebound. Auf Nachfrage gab es ein technisches dazu, ebenso überzogen wie zuvor das technische Foul gegen Wolfenbüttels Brianne O'Rourke. Als sich Wernthaler über den Pfiff gegen seine beste Centerin ebenfalls unzufrieden zeigte, bekam er sein erstes technisches Foul (Wernthaler: "Das wollte ich!") und als er den erfolgreichen Freiwurf von Samantha Whitcomb beklatschte sein zweites und damit den Verweis aus der Halle ("Das wollte ich definitiv nicht!"). Whitcomb verwandelte alle sechs Freiwürfe und machte aus dem folgenden Ballbesitz das beste, nämlich weitere zwei Punkte. Bei 39:57 (25.) schien das Match gelaufen. Doch Wanda Guyton motivierte das Team nochmals und die Gäste kapitulierten nicht. Mit einer Zonenverteidigung gelang der Anschluss auf 55:61 (31.). "Mit der Reaktion des Teams sind wir sehr zufrieden. Sie haben sich nicht hängen lassen und Charakter gezeigt. Schade, dass es am Ende nicht gereicht hat, aber da kam natürlich dann auch etwas Pech hinzu", meinte Wernthaler.

Wolfenbüttel hatte nämlich große Probleme mit der Zonenverteidigung und konnte sich nur schwer freie Würfe erarbeiten. Doch die Reboundprobleme bei den Gästen weiteten sich aus (33:45), sechs Abpraller konnte sich Wolfenbüttel allein im letzten Viertel in der Offensive greifen, Suska Berger (3) und Ieva Kulite (4) hatten am Ende mehr als das gesamte Gästeteam (6). Dieser zusätzliche Ballbesitz sorgte für die Entscheidung, einfache Korbleger und Freiwürfe waren die Folge. Wolfenbüttel zog sich dank der Vorteile am Korb aus der kurzen Krise und siegte. In der Bundesliga führt jetzt Nördlingen mit zwei Punkten vor Wasserburg.

Es spielten: Svenja Brunckhorst (16 Punkte), Emma Cannon (11), Anne Breitreiner (9), Katharina Fikiel (8), Melis-sa Dalembert (7), Stina Barnert (7), Tiina Sten (2) und Rebecca Thoresen (2).

fd/Oberbayerisches Volksblatt

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