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Wasserburg steht im Halbfinale

Wasserburg - Die Basketball-Damen des TSV Wasserburg haben in Herne einen 22 Punkte-Rückstand noch gedreht und stehen nun im Halbfinale der Play-Offs gegen Freiburg.

Nach einem wahren Basketball-Krimi steht der TSV Wasserburg erneut im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.

Der fünfmalige Champion erkämpfte sich beim Herner TC nach scheinbar aussichtslosem Rückstand einen 65:62 (27:41)-Erfolg und entschied die Playoff-Serie damit vorzeitig mit 2:0 Siegen für sich.

Im ersten von maximal drei Halbfinalpartien empfängt Wasserburg am kommenden Sonntag, 16.30 Uhr, die Eisvögel Freiburg.

„Ein unglaubliches Match“, bilanzierte ein erleichterter Trainer Hans Brei nach dem Triumph. „Wir haben viele alte Fehler gemacht und unerwartet schwach gespielt. Wie wir uns nach der Halbzeit aber aus dem Schlammassel gezogen haben war grandios. Wir haben gekämpft, die Rebounds geholt, einfach besser in der Defensive agiert.“

Schon früh war am Montagnachmittag klar, dass Wasserburg nicht voll auf der Höhe war. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (6:8/4. Minute) lief bei den Gästen in der Offensive nichts mehr zusammen. Reihenweise wurden Fahrkarten geschossen, auch weil die Würfe oft zu schnell und aus schlechten Positionen genommen wurden. Herne dagegen war immer wieder mit demselben Rezept erfolgreich: den Ball zu den Centerinnen Minja Terzic und Lucie Balandis und warten was kommt - meist nur Gutes nämlich. Beide punkteten regelmäßig und waren von Wasserburg lange nicht zu halten.

Mitte des zweiten Abschnitts (14:30/14.) hatte Terzic mit zwölf Zählern beinahe so viele Punkte wie das gesamte Gästeteam. Balandis steuerte bis dahin sechs Punkte und eine sehr gute Verteidigung gegen Tamara Tatham bei. Die Wasserburger Centerin blieb wie schon im ersten Viertelfinale blass. Trotz des hohen Rückstands blieb Brei noch ruhig, doch als Balandis und Brianne O´Rourke zwei Dreier versenkten und der Vizemeister beinahe aussichtslos zurücklag (16:38/15.), griff er zum letzten Mittel. Er stellte auf Zonenverteidigung um, was prompt Wirkung zeigte. Herne kam nicht mehr so leicht zum Korb und von draußen fiel bei den Gastgeberinnen nichts in selbigen.

Bis zur Pause kamen die Gäste etwas heran und als Ashley Hayes mit der Pausensirene auf 27:41 verkürzte, schöpfte man im Wasserburger Lager wieder Hoffnung. Kurz nach dem Wechsel die nächste gute Nachricht für die Gäste. Minja Terzic beschwerte sich, weil die Schiedsrichter ein Foul an ihr nicht gepfiffen hatten, kassierte dafür aber ein technisches Foul, ihr viertes Foul insgesamt, und wurde von Trainer Marek Piotrowski vorsichtshalber auf die Bank geholt. Wer jetzt eine Aufholjagd der Gäste erwartete, musste sich noch gedulden, denn auch ohne ihre beste Spielerin dominierten weiter die Gastgeberinnen, Balandis erhöhte auf 32:49 (24.).

Doch nun kam die Zeit von Ashley Hayes. Den Magen-Darm-Infekt hatte sie offensichtlich überwunden, jetzt ging die Post in der Offensive ab. Neun Punkte machte die Flügelspielerin bis Viertelende, doch noch immer war der Rückstand zweistellig (42:53). Einmal in Fahrt legte die US-Amerikanerin gleich einen Dreier nach. Rebecca Thoresen traf ebenfalls, Hayes nochmal von draußen, dazu zwei Freiwürfe von Thoresen – plötzlich war der Vizemeister dran (52:53/34.). Längst hatte Terzic wieder das Parkett betreten, sie übernahm jetzt bei den zunehmend nervösen und planlosen Gastgeberinnen das Kommando. Einer ihrer typischen Hakenwürfe und zwei Freiwürfe, dazu ein Korb von Balandis, verschafften Herne wieder etwas Spielraum (54:59/36.). Doch die Herner Angriffe dauerten immer länger, Würfe wurden erst ganz am Ende der zur Verfügung stehenden 24 Sekunden Angriffszeit genommen. „Es waren oft keine richtigen Angriffe mehr, es waren Würfe aus höchster Not. Die [Herne] waren nervös ohne Ende, weil sie den Vorsprung vergeigt hatten. Und meine Damen wurden im Schlussviertel immer mutiger“, beobachtete Brei.

Diana Pop, Thoresen und Doro Richter bestraften Fehlwürfe und Ballverluste und brachten die Gäste innerhalb einer Minute erstmals in Führung (60:59/38.). Im Gegenzug versenkte Terzic einen Dreier zum 60:62 – die Halle brodelte, auf den Sitzen hielt es längst keinen der 350 Fans mehr. Und auch die Edel-Fans im Herner Business-Club, in dem sich letztens noch Franz Müntefering verlustierte, erhoben sich aus den schweren Ledersesseln. Die letzten zwei Minuten waren reine Nervensache: Fehlpässe auf Herner Seite, Fehlwürfe bei Wasserburg. Eine Minute vor Ende ein Pfiff gegen die Ex-Wasserburgerin Carlene Hightower - Offensivfoul an Jana Furková, ihr fünftes, kaum Proteste von Herner Seite, das Spiel war für sie beendet. Der folgende Wasserburger Angriff: Diana Pop tanzt durch die Reihen, findet Furková auf dem Flügel. Die Slowakin versenkt den Dreier eiskalt zum 63:62. Herne trifft den nächsten Angriff nicht, der Rebound landet in rot-weißen Händen, Terzic begeht ein Foul und ist damit ebenfalls draußen. Doro Richter stellt von der Freiwurflinie den Endstand her, denn Herne kommt in den verbleibenden Sekunden nicht mehr zum Wurf.

Insgesamt lässt die Viertelfinalleistung des Vizemeisters noch reichlich Luft nach oben. Zu fehlerhaft und unkonstant war Wasserburg in beiden Partien. Positiv ist sicherlich, dass der Kampf angenommen wurde, dass hart verteidigt wurde und dass man die besseren Nerven hatte. Gegen Freiburg wird all das und noch viel mehr nötig sein. Dann ist auch wieder mit Katharina Kühn zu rechnen. Nach ihren Ermüdungsbruch im rechten Fuß kam sie zu einen Kurzeinsatz der folgendes zeigte: der Fuß ist okay, der Spielrhythmus fehlt dagegen komplett. Die kommende Trainingswoche wird für sie besonders wertvoll sein.

Es spielten: Ashley Hayes (19 Punkte), Rebecca Thoresen (14), Dorothea Richter (11), Diana Pop (7), Jana Furkova (7), Verena Stürmlinger (3), Svenja Brunckhorst (2), Tamara Tatham (2), Katharina Kühn, Mirjiam Unger und Julia Köppl.

Die Ergebnisse: Wasserburg – Herne 2:0 (79:62, 65:62) Freiburg – Oberhausen 2:0 (71:57, 64:45) Saarlouis – Wolfenbüttel 2:0 (81:52, 79:64) Marburg – Halle 2:0 (73:50, 76:67 n.V.)

Halbfinale (Best-of-three): Wasserburg – Freiburg, Saarlouis – Marburg

Rubriklistenbild: © pa

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