Wasserburg begeistert Zuschauer

Wasserburg - 950 Fans waren am Sonntagnachmittag trotz frühlingshafter Temperaturen in der Badria-Halle – und sie sind alle begeistert nach Hause gegangen.

Sie sahen einen hochdramatischen 74:69 (35:39)-Sieg ihres TSV Wasserburg über die Eisvögel Freiburg. Mit dem Sieg festigt der Vizemeister Rang zwei hinter Marburg, das knapp gegen Wolfenbüttel gewann. "Geduld, Verteidigung und der Glaube an die eigene Stärke", fasste Trainerin Wanda Guyton anschließend die Schlüssel zum Sieg zusammen. Geduld, weil lange nicht viel zusammenlief im Wasserburger Spiel. Glaube, weil in der 37. Minute eigentlich schon alles vorbei war (58:68) und Verteidigung, weil die Gastgeberinnen in den letzten drei Minuten endlich auf höchstem Niveau verteidigten. "Wenn wir so über 40 Minuten verteidigen, werden wir Meister", lobte Guyton, fügte aber sofort hinzu. "Vorher machte Freiburg beinahe was es wollte. Egal ob gegen die Mann- oder Zonenverteidigung, sie fanden die Lücken oder zogen an uns vorbei."


Der Reihe nach: Im ersten Viertel versäumte es der Vizemeister mehr aus seiner Überlegenheit unter dem Korb zu machen. Mit 12:6 ging das Reboundduell an die Gastgeberinnen, die vorne aber zu viele Chancen liegen ließen und sich zudem fünf absolut unnötige Ballverluste leisteten. Auch zehn Punkte der starken Jessica Höötmann brachten nur ein 17:17 nach zehn Minuten. Bis 25:25 war auch danach alles offen, ehe Jahzinga Tracey mit zwei Dreipunktspielen auf 25:31 erhöhte. Wasserburg reagierte verunsichert, blieb im Angriff vieles schuldig und warf zudem den Ball wiederholt ins Aus statt zur Mitspielerin. Insgesamt 13 Ballverluste in der ersten Halbzeit spielten den Gästen in die Karten, die sich kurz vor der Halbzeit erstmals eine Zehn-Punkte-Führung (27:37) erarbeiteten. Wanda Guyton und Hans Brei stellten jetzt auf Zonenverteidigung um, Anspiele an den Korb und die Dribblings der starken Aufbauspielerin Yvonne Turner sollten verhindert werden. Kurzzeitig lahmte das Gästespiel und Wasserburg verkürzte bis zur Pause mit einigen Freiwürfen.

Die Treffsicherheit von der Linie sollte auch nach dem Wechsel eine entscheidend Rolle spielen. Freiburg hatte im dritten Abschnitt schnell die Mannschaftsfoulsgrenze erreicht, Wasserburg durfte insgesamt achtmal an die Linie und versenkte alle acht Versuche. Vor allem Rebecca Thoresen hatte Zielwasser getankt, ihre ersten elf Punkte machte der Wasserburger Kapitän von der Linie. Freiburg blieb dennoch vorne (45:49/27. Minute), ehe Jezabel Ohanian mit sechs Punkten in Folge die Hausherrinnen nach langer Zeit wieder in Front brachte. Die Partie wurde jetzt hektisch, auf beiden Seiten wurde um jeden freien Ball, um jeden Rebound mit aller Macht gekämpft. Oftmals hechteten mehrere Spielerinnen übers Parkett, um Bälle zu retten. Freiburg stellte sich dabei geschickter an, eroberte so manchen verloren geglaubten Ball und punktete stetig. Wasserburg dagegen vergab zwei Korbleger und verlor die Oberhand beim Rebound. Bei 58:68 sah alles nach einem Gästesieg aus, doch Höötmann verkürzte auf 62:68. Als Thoresen nach einem Ballgewinn auf 64:68 (39.) verkürzte, nahm Gästecoach Harald Janson seine letzte Auszeit.


Freiburg konnte sich gegen die aggressive Mannverteidigung nicht mehr durchsetzen, auf der anderen Seite durfte Thoresen erneut an die Linie und versenkte wieder beide Freiwürfe - 66:68. 950 Fans verwandelten die Badria-Halle in ein Tollhaus, Freiburg produzierte erneut einen Ballverlust, Tiffany Porter-Talbert machte den Ausgleich. Ein Dreier von Yvonne Turner, die in der zweiten Halbzeit abtauchte, fiel nicht, auf der Gegenseite wurde wieder Thoresen gefoult, die erneut nervenstark verwandelte. Ein Korbleger von Mirna Paunovic hätte den Ausgleich bedeutet, doch auch dieser Versuch sprang vom Ring. Der Ball ging schnell wieder zu Thoresen, die 15 Sekunden vor dem Ende ihre Freiwürfe 16 und 17 versenkte.

Kurz darauf sollte sie nochmals an der Linie stehen, um den Endstand zu markieren, was ihr eine makellose Bilanz von 19/19 Freiwürfen in dieser denkwürdigen Partie bescherte. "19 Freiwürfe hatte ich noch nie. Am Ende musste ich mich wirklich konzentrieren, weil ich müde war. Aber der Korb schien irgendwie ein bisschen größer als sonst zu sein." Wasserburg traf insgesamt 27 von 30 Versuchen von der Linie, sonst hätte es gegen die starken Damen aus dem Breisgau nicht gereicht.

Mittwoch in Prag

Am Mittwoch beendet der deutsche Vizemeister seinen internationalen Wettbewerb (CEWL) mit dem Auswärtsspiel in Prag.

Es spielten: Rebecca Thoresen (25 Punkte), Jessica Höötmann (15), Sequoia Holmes (12), Jezabel Ohanian (11), Tiffany Porter-Talbert (4), Jana Furková (4), Diana Pop (2), Svenja Brunckhorst (1), Katharina Kühn, Verena Stürmlinger, Mirijam Unger und Katrin Sandbichler.

fd

Quelle: rosenheim24.de

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