40 Minuten Spannung pur

Wasserburg - Der TSV hatte in der Regionalliga noch eine offene Rechnung mit den Gastgebern aus Bayreuth. Mit vollen Einsatz versuchten sie eine Sieg einzufahren. Gereicht hat es leider nicht.

Nachdem die Damen aus Wasserburg schon am letzten Wochenende ohne Sieg aus Nördlingen zurückgekehrt sind, hoffte man dieses Mal erneut auf den ersten Saisonsieg im neuen Jahr. Ähnlich wie die beiden Partien gegen Nördlingen, ließen sich die Ausgangssituationen der zwei Begegnungen mit dem BBC Bayreuth nicht miteinander vergleichen: Waren die diesmaligen Gastgeber zum Hinspiel mit stark dezimiertem Kader angereist, war auf Wasserburger Seiten die gesamte Mannschaft vertreten. Diese Situation hatte sich diesen Samstag gewendet; zudem profitieren die Franken seit einiger Zeit von ihrem neuen Trainer. Trotz diesen Umständen wollten die Gastgeberinnen natürlich von Anfang an alles daran setzen, nach diesem Spiel den ersten Sieg 2013 feiern zu können.


„Wir müssen die ersten Punkte machen und uns so schon früh absetzen.“, so die Worte vor Spielbeginn. Gesagt, getan: Mit hohem Tempo und harter Verteidigung starteten die acht Spielerinnen von Mihael Zovko ins Spiel. Die Mannverteidigung der Gastgeber kam den Innstädterinnen dabei entgegen, so dass sie ihre gewohnte Variabilität, von allen Positionen gefährlich sein zu können, zielsicher einsetzen konnten. Auch das Training der letzten Woche schien gefruchtet zu haben: Zuschauer konnten ein deutliches Box-Out aller Spielerinnen wahrnehmen; so landeten viele nicht-verwandelte Bälle in den Händen der Gäste. In der Verteidigung dominierten in diesem Viertel ebenfalls die Innstädterinnen, denn nur zwei Körbe konnten von den Bayreutherinnen aus dem direkten Spielgeschehen verwandelt werden, die restlichen Punkte erzielten sie von der Freiwurflinie (8:17). Der große Nachteil bei dieser Tatsache war allerdings die hohe Foulbelastung des Wasserburger Teams schon zu Beginn des Spieles.Doch die Oberfranken ließen nicht locker und stellten nach der Viertelpause auf eine Ganzfeld-Press-Verteidigung mit anschließender Zonenverteidigung um.

Mit Erfolg: Die Innstädterinnen hatten Schwierigkeiten dagegen anzukommen, worauf Ballverluste und daraufhin einfache Steilangriffe für die Gegner folgten; nach drei Minuten und einem 11:0-Lauf war das Ergebnis wieder ausgeglichen. Die folgenden sieben Minuten ging es auf und ab, wobei phasenweise jede Mannschaft zum Punkten kam. Belastende für die Innstädterinnen war, dass sie, bei dem Versuch ihre Kontrahenten am Ziehen zum Korb zu hindern, immer mehr Fouls sammelten und somit schnell in Bedrängnis gerieten. Bis zur achten Minute konnte Wasserburg immer eine knappe Führung halten, bis in Minute neun Kapitän Zwiers zum ersten Male die Führung für die Gastgeber herausspielten. Die Oberbayerinnen wollten allerdings unter keinen Umständen im Rückstand in die Halbzeitpause gehen und konterten mit zwei erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen zum 32:33.


„Im Angriff spielen wir gut, wir lassen die Bälle schnell laufen, aber in der Verteidigung müssen wir noch eins drauflegen. Heute gewinnt die Mannschaft die besser verteidigt.“, war die Ansprache in der Pause. Kamen aber dennoch die Damen des BBC´s frischer aus der Kabine und übernahmen in den ersten zwei Minuten mit zwei Punkten Vorsprung die Führung. Jedem Beteiligten war klar, dass es, solange kein Team einbrechen würde, ein spannendes und hart umkämpftes Spiel werden wird. Beide Mannschaften verteidigten nun über das ganze Feld, um dem Gegner jede Aktion so schwer wie möglich zu machen. Nachdem die Gastgeber einen Moment von der Freiwurflinie schwächelten, riss des Wasserburger Team die Führung wieder an sich. Einfache Pässe oder Abschlüsse gab es in dieser Phase des Spieles nicht: Der Druck in der Verteidigung war enorm hoch und auch die Spielgeschwindigkeit hielt an.

Nach insgesamt vier Führungswechseln in diesem Viertel, waren es erneut zwei zielsichere Drei-Punkte-Würfe der Innstädterinnen, welche der Mannschaft den Vorsprung (44:48) zum Viertelende retteten.Zu Beginn des letzten Viertels schien es, als ob die Gäste die stärkeren Nerven hätten, denn nach vergebenen Freiwürfen ihrer Gegner bauten sie die Führung, durch geduldiges Ausspielen von freien Optionen, bis zur vierten Minute auf 48:55 aus. Vielleicht waren sich die Oberbayerinnen jetzt schon zu sicher; vielleicht war es auch die mangelnde Rotationsmöglichkeit, denn in den folgenden drei Minuten schafften es die Oberfranken, durch Svea Wagner (insg. 22 Punkte), den Rückstand auf zwei Punkte zu verkürzen (57:59).

Jetzt hieß es Ruhe bewahren, den knappen Vorsprung halten, ihn optimaler Weise auszubauen und das Spiel sicher über die Bühne zu bringen. Allerdings waren die Wasserburger Damen in dieser Schlussphase eine Spur zu ruhig. Im Angriff versuchten sie Zeit zu gewinnen, mussten allerdings kurz vor dem geplanten Abschluss einen Ballverlust hinnehmen, der im Gegenzug drei Punkte wert war und die Führung weiter verkürzte (60:61). Die letzten zwei Minuten waren Krieg um jeden Ball, um jede Aktion zum Korb. Dass dieser Kampf nicht ohne Fouls zugehen kann ist klar, letzten Endes waren es zwei sichere Freiwürfe der Gastgeberinnen, die 56 Sekunden vor Abpfiff das Spiel entschieden (62:61). In den letzten Sekunden versuchte der Wasserburger Coach durch zwei Auszeiten seiner Mannschaft Spielzüge zum siegbringenden Korb einzutrichtern, doch leider ohne Erfolg. So mussten sich die Damen des TSV unglücklich den Gastgeber aus Bayreuth mit einem Punkt unterlegen zeigen.

Es spielten: Yavuz S., Lang F. 2, Lehnert T. 10, Freiberger H., Dausinger F. 7, Zeller M. 22, Luthardt V. 3, Wolf F. 17

Quelle: rosenheim24.de

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