Wacker: Schultheiss wird Interims-Präsident

OVB
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Tritt zurück: Hans Steindl.

Burghausen - Einen Tag nach dem Abschied von Rudi Bommer wurde auch der Rückzug von Wacker-Präsident Hans Steindl bekannt. Besteht ein Zusammenhang?

"Es war mein letztes Heimspiel als Präsident", sagte der Bürgermeister der Stadt Burghausen am Samstag unmittelbar nach dem Abpfiff. Sein Entschluss sei jedoch bereits Anfang Dezember und völlig unabhängig vom "Fall Bommer" gefallen.


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Der Fußballfanat - als solchen bezeichnet Steindl sich selbst - möchte zwar noch "dabei bleiben, aber nicht mehr an vorderster Front". Offenbar kollidieren politische Interessen mit denen des SV Wacker. "Ich habe meine Aufgaben erledigt. Wir stehen sportlich gut da", merkte er an, "obwohl wir mit der Verpflichtung von Bommer - er war kein billiger Trainer - und dessen Wunschspielern ein hohes finanzielles Risko eingegangen sind." Als kommissarischer Steindl-Nachfolger wird für einige Monate Klaus Schultheiss, bisher Vizepräsident, die Fäden ziehen. Er gilt als Profi in finanziellen Angelegenheiten, soll aber im sportlichen Bereich auch Defizite aufweisen.


Schultheiss ("auf Dauer mach ich das sicher nicht, sonst erklärt mich meine Familie für verrückt") ließ es sich am Samstag während des zweiten Teils der Pressekonferenz (in der es nicht mehr ums Sportliche ging) nicht nehmen, sich zu den aktuellen Geschehnissen zu äußern. Er wies vor allem auf die finanzielle Verantwortung hin, die man gegenüber dem Verein habe. Daraufhin entstand eine Diskussion, in deren Verlauf Rudi Bommer nach eindeutiger Kritik an seiner Person Hals über Kopf den Raum verließ.

Schultheiss und Steindl (er schnappte sich bei der PK energisch das Mikro, als er zu seiner "Gegendarstellung" ansetzte) stellten sich auch hinter Geschäftsführer Florian Hahn, der in Fan-Foren im Zusammenhang mit der Bommer-Affäre sogar Morddrohungen erhielt, dennoch beim Jena-Spiel auf Personenschutz - der ihm angeboten wurde - verzichtete.

In aller Ruhe soll nun die Trainerfrage geklärt werden. Laut Hans Steindl gäbe es seit Freitag schon acht Bewerber, "und bald werden es sogar 30 bis 40 sein". Bis Anfang Januar soll ein Bommer-Nachfolger feststehen. Dass Co-Trainer Ob Georgi Donkov zum Chef aufsteigt, ist zwar möglich, doch "er hat noch keine offizielle Lizenz", erklärte Steindl.

cs/Mühldorfer Anzeiger

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