WM: Deutsche Biathleten sind bereit!

+
Franziska Preuß

Traunstein - Nun wird es spannend für die deutschen Biathleten: Am Donnerstag beginnt die Weltmeisterschaft im finnischen Kontiolathi. Läufer und Trainer sind aber zuversichtlich.

Kommenden Donnerstag beginnt im finnischen Kontiolathi die Biathlon Weltmeisterschaft mit den Mixed-Staffeln. Im Aufgebot des Deutschen Skiverbandes sind auch fünf Skijäger vom Stützpunkt Ruhpolding. Am Montag haben sie sich auf den Weg nach Finnland gemacht. Den letzten Schliff holten sie sich im Trainingslager in Ridnaun/Südtirol. Zuletzt konnten sich die Sportler noch zwei Tage zu Hause entspannen.

„Ich denke, wir konnten uns gut vorbereiten und sind guter Dinge“, so Damen-Bundestrainer Tobias Reiter, der drei seiner Mädels vom heimischen Stützpunkt dabei hat. So zum Beispiel Franziska Hildebrand, die sich in dieser Saison im Weltcup unter den Top 10 richtig festsetzen konnte. Die 27-Jährige hatte zuletzt beim Weltcup in Oslo noch mit Problemen am Fuß zu kämpfen. Diese haben die Ärzte und Physio-Therapeuten aber in den Griff bekommen. „Wir haben in Ridnaun an ihrer Spritzigkeit gefeilt und ihr gutes Schießen weiter stabilisiert. Sie ist in der Lage in jedem Rennen Top-Platzierungen zu erreichen“, so Reiter. „Ich freue mich auf die Weltmeisterschaft“, sagt Hildebrand und verweist auf die gute Vorbereitung in Südtirol. „Ich bin angriffslustig und will meine Leistung abrufen. Fest steht, die anderen müssen erst mal an mir vorbei“, gibt sie sich selbstbewusst und fügt noch einen Wunsch hinzu. „Ich hoffe es wird in Finnland nicht zu kalt.“

Für Vanessa Hinz ist es die erste Teilnahme an einem Großereignis. „Ich habe ein relativ gutes Gefühl. Im Sprint will ich unter die Top10 und in der Staffel sehe ich gute Chancen“, so die 22-Jährige, die vor zwei Jahren vom Biathlon zum Langlaufen gewechselt ist. „Sie wird in einer guten Verfassung nach Konti reisen“, sagt Tobias Reiter. Zuletzt stand bei der Sportlerin das Stabilisieren des Schießens im Vordergrund. „Sie ist in der Lage, in jedem Rennen für gute Plätze zu sorgen“, ist sich der Trainer sicher.

Franziska Preuß hatte nach ihrer Erkältung zuletzt in Oslo noch einige Probleme, ist aber laut Reiter jetzt wieder auf einem guten Weg. Besonders die technischen Feinheiten standen im Trainingslager bei der 20-Jährigen im Mittelpunkt. „Unser Augenmerk stand auf dem Aufbau ihrer guten läuferischen Fähigkeiten. Diese wollten wir in Schwung bringen“, meinte Reiter. Auch ihr traut der Trainer bei der WM einiges zu. „Ich freue mich und bin gespannt, wie so eine WM abläuft“, sagt Franziska Preuß. Sie baut vor allem auf die gute Vorbereitung zuletzt in Südtirol „Wetter und Training haben gepasst“, gibt sich die für den SC Haag startende Sportlerin entspannt. Druck will sie sich vor den Wettkämpfen nicht machen. „Ich lasse alles auf mich zukommen. Wenn ich mit meinen Rennen nachher zufrieden sein kann, ist das schon ein erster Erfolg. Natürlich wäre eine Medaille schön.“ Da der Schießstand in Kontiolathi relativ windanfällig ist, hat Preuß in der Vorbereitung speziell daran auch intensiv gearbeitet.

Trainer Andi Stitzl

Bei den Männern sind vom Stützpunkt Ruhpolding zwei Athleten dabei. Im Mittelpunkt steht „Überflieger“ Simon Schempp. Der 26-Jährige zeigte bei den Weltcups ab Januar Spitzenleistungen und rückte in der Gesamtwertung dem Franzosen Martin Fourcade dicht auf die Pelle und ist derzeit zweiter. „Eine Medaille im Einzel und möglicherweise eine in der Staffel ist mein Ziel“, gibt sich der Schwabe zuversichtlich. Das traut ihm auch sein Trainer Andi Stitzl zu. „Er ist läuferisch auf einem Weltklasse-Niveau und im Schießen sehr sicher“, so das Lob des Trainers. Schempp selbst sieht die WM als Momentaufnahme, sportlich sei der Gesamtweltcup einfach wertvoller, meint der Sportler.

Einer der immer für eine Medaille gut ist, ist der Schlechinger Andi Birnbacher. Mittlerweile ist der 33-Jährige in die Jahre gekommen, trotzdem ist er ein Leistungsträger des Teams. „Nach seinen Vorleistungen in dieser Saison kann er um Medaillen mit laufen“, traut ihm Stitzl zu. Dabei war Birnbacher vor der Saison bereits aussortiert worden und kämpfte sich mit seinem eisernen Willen zurück in die Mannschaft. Das untermauerte er mit einem dritten Platz in Hochfilzen im Dezember. „Er hat in Oslo zuletzt auch Spitzenleistungen gebracht“, lobt der Trainer den „Birnei“. Beim Trainingslager in Ridnaun erwischte den Schlechinger aber eine Erkältung so dass er vorzeitig nach Hause reiste. „Mal schauen wie ich die Krankheit überstanden habe“, gibt sich Birnbacher bedeckt. Trotzdem ist der Familienvater guter Dinge, eine Prognose will er aber nicht abgeben. „Es kann so viel passieren. Ich habe mich schon gut gefühlt und nichts gerissen und ich habe mich schon schlecht gefühlt und bin dann auf dem Stockerl gelandet“, weiß er aus Erfahrung und fügt dann doch hinzu: „Natürlich will man um eine Medaille laufen.“ Ob es seine letzte WM ist, lässt er offen. „Noch bin ich konkurrenzfähig“, meint er verschmitzt lachend. Die WM in Kontiolathi wird am Mittwoch (4. März) feierlich eröffnet.

SJH

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser