Toto-Pokal: 1860 Rosenheim besiegt Ismaning

Szene aus dem Spiel.
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Mit einem herrlichen Flugkopfball erzielte Danijel Majdancevic (Zweiter von links) den 2:1-Siegtreffer gegen Ismaning. Rechts Thomas Masberg, der Torschütze zum 1:0 für die Sechziger.

Rosenheim - Ismaning ist raus aus dem bayerischen Toto-Pokal. Pikant: Zum dritten Mal in Folge haben die Ismaninger gegen den TSV 1860 Rosenheim verloren.

Wenn Frank Schmöller eines nicht mag, ist es Verlieren. Marco Schmidt weiß das, zuckte also nur kurz mit den Schultern, als der Ex-Profi und jetzige Trainer des FC Ismaning gruß- und wortlos an ihm vorbeistapfte, keine Hand reichte zur Gratulation.


Ismaning, der aktuelle Bayernligameister, ist raus aus dem bayerischen Toto-Pokal. Und, was wohl noch schlimmer war für Schmöller, er hat zum drittenmal in Folge gegen 1860 Rosenheim verloren. Wie vor fünf Wochen zum Saisonauftakt der Fußball-Bayernliga haben die Sechziger 2:1 gewonnen.

Wenn Frank Schmöller eines nicht mag, ist es Verlieren. Marco Schmidt weiß das, zuckte also nur kurz mit den Schultern, als der Ex-Profi und jetzige Trainer des FC Ismaning gruß- und wortlos an ihm vorbeistapfte, keine Hand reichte zur Gratulation.


Marco Schmidt kann nachfühlen, wie sich ein Frank Schmöller dabei fühlt. Kann ihm aber egal sein. Der Sechziger-Coach fühlt sich wesentlich besser, Tabellenführer in der Bayernliga, nun noch den Meister aus dem Pokal geschossen. Und das mit einer Mannschaft, die auf sieben Positionen verändert war im Vergleich zum 3:0-Erfolg am Samstag gegen Großbardorf. Praktisch die gesamte Abwehr war neu, im Tor stand statt des erfahrenen Robert Mayer der blutjunge Georg Moller, aus der Viererkette war nur Florian Pflügler geblieben, mit und neben ihm spielten nun Michael Paccagnel, der zurückgekehrte Georg Lenz und Markus Wallner.

"Als ich die Aufstellung sah, bin ich erst mal erschrocken", gestand Hans Klinger, Fußballchef der Sechziger. Denn neben Mayer, Christian Hofmann, Eugen Martin und Christoph Herberth fehlten auch noch Andreas Voglsammer, Julian Richter und Matthias Huber aus der Startelf vom Samstag. Und das gegen Ismaning! Doch genau das schätzt Marco Schmidt an diesem zusätzlichen Wettbewerb: Er kann Spielern, die momentan in der zweiten Reihe stehen, einen Chance geben, sich aufzudrängen. Er weiß, dass er jedem vertrauen kann, ob er nun Birner heißt oder Masberg.

Die beiden bekamen nach dem Triumph über den Meister auch ein Sonderlob vom Trainer. "Masberg hat viel gearbeitet, viel Druck auf die Ismaninger Abwehr ausgeübt", lobte Schmidt den Torschützen zum 1:0, das eine starke Anfangsphase der Sechziger nach 24 Minuten krönte. "Und Birner ist im Laufe des Spiels immer stärker geworden." Richtig gut gefallen hat ihm auch die neu formierte Abwehr: "Die Innenverteidigung hatte es immerhin mit einem Mijo Stijepic zu tun." Der gilt als einer der besten Stürmer der Bayernliga, über die Außen kamen Uli Fries, in Burghausen Drittligaspieler, und Fabian Negele. Andreas Fischer, zuletzt in der Regionalliga, und Florian Wolf stehen auch für eine starke Offensive. "Da haben unsere Jungs richtig gut dagegengehalten", so Schmidt.

Der FC Ismaning hatte zwar mehr Ballbesitz, doch nur einmal entwischte Stijepic der Rosenheimer Abwehr, erzielte kurz vor der Pause den Ausgleich. Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Ismaning machte das Spiel, kam aber kaum zu klaren Torchancen. Die spielten sich die Sechziger raus. Mit einem Traumpass setzte Valentin Hauswirth auf der linken Seite Kapitän Kokocinski in Szene, dessen perfekt getimte Flanke Majdancevic per Kopf zum 2:1 ins Netz setzte. Knapp eine Stunde war da gespielt, Schmöller wurde unruhig, trieb seine Mannschaft an. Moller musste dann gegen Fischer Kopf und Kragen riskieren, ein Schuss von Wolf strich knapp drüber, Bachinger verfehlte per Freistoß knapp das Kreuzeck.

Geschickt verteidigte Schmidts Truppe den Erfolg, der ihr nun nach dem Freitag-Spiel gegen Heimstetten eine neuerliche "englische Woche" beschert. Marco Schmidt aber klagt nicht über Stress, sondern freut sich auf das nächste Pokalspiel: "Da kann ich dann wieder einigen Leuten hochklassige Spielpraxis geben." Hans Klinger wird dann wohl nicht mehr zittern. Schließlich hat er gesehen, dass mit diesem Kader (fast) jeder gleichwertig zu ersetzen ist.

1860 Rosenheim: Moller, Paccagnel, Pflügler, Lenz, Wallner, Hauswirth, Kokocinski, Majdancevic, Birner (70. Richter), Einsiedler (89. Matthias Huber), Masberg (70. Voglsammer).

Tore: 1:0 Masberg (24.), 1:1 Stijepic (43.), 2:1 Majdancevic (59.)

Zuschauer: 200

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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