Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dramatische Minuten ohne Happy-End

+

Rosenheim - Stefan Müller hatte gerade einen Elfmeter zum 4:0 für die U23 des FC Ingolstadt verwandelt, der TSV 1860 Rosenheim drohte in ein in der Fußball-Bayernliga lange nicht erlebtes Debakel zu schlittern.

Doch während Trainer Andi Schunko noch lamentierte, die Strafstoß-Entscheidung von Schiedsrichter Beitinger heftig kritisierte, hatte Andreas Schwinghammer schon den Anschlusstreffer erzielt, es folgten dramatische Minuten, Kokocinski und Haas legten innerhalb von 480 Sekunden nach, doch die Aufholjagd wurde nicht belohnt. Am Ende rettete der FC Ingolstadt ein 4:3 über die Zeit und Schunko sah sich einer Verschwörung höherer Mächte ausgesetzt: Wo, fragte er, "bleibt da die Gerechtigkeit?" So ist es, wenn man unten steht. "Wir haben das Spiel doch von der ersten Minute an kontrolliert", klagte der Coach nach seinem letzten Heimspiel mit den Sechzigern. Doch was hilft alle Kontrolle, wenn der Gegner fast aus dem Nichts seine Tore macht? Mit der ersten Chance des Spiels stellte Profi-Leihgabe Zielinsky aus dem Gewühl auf 0:1, ein "Supertor von Ott", wie FC-Trainer Joe Albersinger später schwärmte, brachte aus gut 25 Metern das 0:2 und zu allem Überfluss foulte Torhüter Matthias Luginger unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff ohne Not Stefan Müller, wiederum Zielinsky stellte per Strafstoß auf 0:3. "Das war der Nackenschlag", so Schunko, und viele der 220 Zuschauer im Jahnstadion fragten sich, ob sie sich die zweite Halbzeit denn überhaupt noch antun sollten bei diesen Temperaturen.

Der 1:0-Führungstreffer für die Gäste aus Ingolstadt.

Wenn wenigstens Michael Kokocinski seine Großchance in der 37. Minute genutzt hätte, als er sich nach schönem Doppelpass allein vor Torhüter Sommerer die Ecke eigentlich hatte aussuchen können, wenn Einsiedler nach einem Atilgan-Freistoß drei Minuten später etwas mehr Glück gehabt hätte, das hätte zumindest noch ein bisschen Spannung versprochen für die zweiten 45 Minuten. Auch der allerletzte Optimist musste dann nach 55 Minuten resigniert haben, als Zielinsky einen Freistoß an den Ellbogen von Christoph Herberth geschossen hatte. "Ob es Hand war oder nicht, ich weiß es nicht genau", schimpfte Schunko. Doch der nicht unumstrittene Elfmeter, den Müller sicher verwandelte, wurde zum Startsignal für eine unglaubliche Rosenheimer Aufholjagd.

Schwinghammer holte nach seinem 1:4 den Ball gleich aus dem Netz, brachte ihn sofort zurück zum Anstoßpunkt. Schon vier Minuten später ging Florian Bichler mutig nach, FC-Keeper Sommerer stieß ihn um, Beitinger gab den dritten Strafstoß des Spiels, den Kokocinski sicher verwandelte. Wiederum vier Minuten später kam nach einem schönen Angriff und Vorarbeit von Schwinghammer Dominik Haas zum Abschluss, es stand 3:4. Und noch knapp 25 Minuten war nun Zeit, zumindest noch einen Punkt zu retten. "Der wäre Gold wert gewesen, vor allem für die Moral", trauerte Schunko später der verpassten Chance nach.

Alles hatte er riskiert, nach einer Stunde mit einem Dreifachwechsel die Stürmer Masberg und Vorbeck sowie den jungen Matthias Huber ins Spiel gebracht. Der Ausgleich schien gegen die nun angeknockten Ingolstädter nur noch eine Frage der Zeit, Masberg versuchte alles, die dickste Chance hatte in der 79. Minute Haas, als er am langen Pfosten nach einer Ecke von Schwinghammer per Kopf das leere Tor knapp verfehlte. Doch der ganz große Druck ließ nun nach, wie auch Schunko etwas verwundert und enttäuscht feststellen musste. Trotzdem machte er seiner Truppe ein großes Kompliment: "Wie wir nach dem frustrierenden 0:4 zurückgekommen sind, spricht für die tolle Moral", lobte er.

Doch was bringt das, wenn man immer tiefer unten reinrutscht? Die Hoffnung jedenfalls lebt, zumindest die letzten drei zu holenden Zähler vor der Winterpause am kommenden Samstag aus Regensburg mitnehmen zu können: "Da", weiß der scheidende Sechziger-Trainer, "müssen wir noch mal richtig Gas geben."

TSV 1860 Rosenheim: Luginger, Martin, Herberth, Atilgan, Wallner (60. Huber), Kokocinski, Chr. Hofmann (60. Masberg), Schwinghammer, Haas, Bichler (60. Vorbeck), Einsiedler.

Tore: 0:1 Zielinsky (26.), 0:2 Ott (32.), 0:3 Zielinsky (45., Foulelfmeter), 0:4 Müller (55., Handelfmeter), 1:4 Schwinghammer (56.), 2:4 Kokocinski (60., Foulelfmeter), 3:4 Haas (64.)

Schiedsrichter: Eduard Beitinger (Regensburg)

Zuschauer: 220.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

Kommentare