Sechziger: Trotz Sorgen die Serie fortsetzen

Rosenheim - An Gersthofen haben die Sechziger nur gute Erinnerungen. So erreichte man 2009 gegen den Verein die erste Hauptrunde des Totopokals. Nun spielt man in der Bayernliga gegeneinander.

Die Sportanlage in Gersthofen ist ein Traum. Ein schmuckes Stadion, ein Rasenplatz, zwei Kunstrasen der jüngsten Generation bieten Spiel- und Trainingsmöglichkeiten, von denen man in Rosenheim nur träumen kann. Die Erinnerung an Gersthofen ist auch deshalb gut, weil man dort beim bisher letzten Aufeinandertreffen nach einem dramatischen Spiel mit dem finalen Erfolg im Elfmeterschießen die erste Hauptrunde im bayerischen Totopokal erreicht hat.


Vor ziemlich genau zwei Jahren ist das gewesen, Yunus Karayün hatte in allerletzter Minute den Ausgleich erzielt, Kevin Maschke dann den entscheidenden Elfmeter gehalten.

Der TSV 1860 war damals schon Bayernligist, nun ist der TSV Gersthofen nachgerückt und erwartet die Sechziger am Samstag (17 Uhr) zu einer späten Revanche. Die Mannschaften haben sich stark verändert, bei den Rosenheimern war Manfred Burghartswieser Trainer, Marco Schmidt ist nach Wolfgang Schellenberg, Andi Schunko und Matthias Pongratz bereits der vierte Nachfolger, während Gersthofen noch immer von Robert Walch trainiert wird. Dagegen war die Fluktuation in der Mannschaft größer, trotz des Aufstiegs verließen 14 Spieler den Verein, darunter die Torjäger Andreas Neumeyer (zu Heimstetten) und Ex-Profi Mark Römer (Karriereende). Dafür bediente man sich vor allem bei der U23 des Nachbarn FC Augsburg, vom FC Affing kam Stürmer Daniel Raffler, der frühere Affinger Sebastian Kinzel stieß aus der U23 des 1. FC Nürnberg dazu und Lukas Kling vom TSV Aindling.


Auf Kling aber muss Walch noch verzichten, der Neuzugang kassierte im Totopokal die Rote Karte und ist gesperrt. Dennoch, der Coach hofft auf den ersten Sieg in der neuen Spielklasse, nachdem man zuvor gegen den SV Heimstetten 1:1 gespielt und in Würzburg 0:2 verloren hatte. Unzufrieden aber ist der Trainer nicht, vor allem nicht mit dem Auftakt gegen Heimstetten: "Ich habe an diesem Wochenende drei Bayernligaspiele gesehen, unseres war das beste", lobt Walch, der die Klasse zweigeteilt sieht: "Es gibt Mannschaften, die mitspielen, so wie der SV Heimstetten. Und es gibt die, die nur lange Bälle nach vorne bolzen."

Zur ersten Kategorie will auch der TSV 1860 Rosenheim zählen, das ist die Philosophie von Marco Schmidt. Wie Claus Schromm, Heimstettens Coach, und Robert Walch kommt auch er aus dem Nachwuchsbereich und dort, so Gersthofens Trainer, wird "mehr Wert auf technischen und taktischen Fußball gelegt". Es könnte sich also durchaus ein interessantes, technisch gutes Spiel entwickeln, wenn die Sechziger da anknüpfen, wo sie beim 4:0 gegen Rain aufgehört haben. Allerdings plagen Schmidt ein paar personelle Sorgen, Dominik Haas und Christoph Herberth mussten am Mittwoch verletzt ausgewechselt werden, Thomas Masberg musste schon vor dem Anpfiff passen. Mit Pointvogel, Linnemann und Tuncali hat man außerdem noch ein paar Langzeitverletzte.

Doch der Kader hat Qualität. Schmidt sagt: "Wir wollen natürlich auch in Gersthofen unsere Erfolgsserie fortsetzen", saisonübergreifend möglichst den siebten Sieg in Folge feiern. "Zumindest einen Punkt wollen wir schon gerne mitnehmen", so der Trainer. Denn dann könnte man ohne den ganz großen Druck die beiden Derbys in Angriff nehmen, am Mittwoch gegen den Sportbund, dann am folgenden Samstag in Buchbach.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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