1860 Rosenheim: Rollen sind klar verteilt

Julian Richter in Aktion.
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1860-Mittelfeldspieler Julian Richter zieht es studienbedingt nach Wien.

Rpsenheim - 1860 Rosenheim gegen die zweite Mannschaft der SpVgg Unterhaching, der Erste gegen den Letzten in der Fußball-Bayernliga. Da sind die Rollen klar verteilt.

Und genau das macht die Sache gefährlich. Der Letzte nämlich hat nichts zu verlieren. Und für die Hachinger gilt dies gleich im doppelten Sinne. Denn egal, wie auch immer die Mannschaft von Trainer Harry Deutinger noch abschneidet in dieser Saison, wo sie im nächsten Jahr spielen wird, steht längst fest: in der neuen Bayernliga Süd.


Haching 2: Aus Ärger wurde Zurückhaltung

Als zweiter Mannschaft eines Drittligisten ist der SpVgg der Aufstieg in die Regionalliga Bayern von vornherein verwehrt gewesen. Der anfängliche Ärger in Unterhaching, in dieser Spielzeit nur um die Goldene Anannas spielen zu können, ist längst dezenter Zurückhaltung gewichen. Denn die Jungspunde, die fast alle von einer Profikarriere träumen, haben bisher ein einziges Spiel gewonnen und sind als Tabellenletzter von der Qualifikation für die Regionalliga auch sportlich ein ganzes Stück entfernt.


Genau das wollte Deutinger unbedingt verhindern. "Es ist unsere Pflicht, unter die ersten neun zu kommen", forderte er zu Saisonbeginn, "sonst sagen doch alle, was wollen's denn überhaupt." Letzterer Fall scheint nun einzutreten in Unterhaching. Und Nachwuchskoordinator Manni Schwabl muss langsam erkennen, dass viele der jungen Spieler den von ihm ausgerufenen "Charaktertest" nicht bestehen, dass es doch in den Köpfen der Burschen eine Rolle spielt, ob man praktisch nur Freundschaftsspiele bestreitet oder um ein Ziel kämpft. Dabei gäbe es das, glaubt Schwabl: "Sie können sich doch in jedem Spiel für die Profis empfehlen." Tun aber wenige.

Inzwischen liegen zwischen den Hachingern, die in den letzten Jahren immer eine famose Rolle gespielt haben in der Liga, und dem Klassenprimus 1860 Rosenheim satte 19 Punkte. Und fast bekommt man den Eindruck, dass sich eher die jungen Rosenheimer Spieler für höhere Aufgaben empfehlen. Mit dem geplanten Aufstieg in die Regionalliga rückt man noch ein Stück näher an die Schwelle, die Amateure von Profis trennt. Noch aber ist Fußball, auch wenn auf höchstem Amateurniveau gespielt, in Rosenheim nur ein spannender Nebenjob. Im Mittelpunkt stehen Ausbildung und Beruf.

Wohl letztes Spiel für Julian Richter

So bei Julian Richter. Am Montag ist das Eigengewächs gerade mal 19 geworden, hat aber schon 27 Bayernligaspiele auf dem Buckel. Wäre er in Hachings Zweiter, dürfte er nun von der Profikarriere träumen. So aber hat er sich entschieden, ein BWL-Studium aufzunehmen. In Wien. Die heutige Partie wird für ihn wohl schon die letzte sein im Sechziger-Dress.

"Ein bitterer Verlust", bedauert Fußball-Chef Hans Klinger. Derzeit aber sogar zu verkraften. Denn Trainer Marco Schmidt kann aus einem großen Kader schöpfen. Und will "unbedingt unsere tolle Serie fortsetzen", zumal gegen Unterhaching, seinen letzten Klub. Das Spiel ist der Auftakt für heiße Wochen, denn nächsten Samstag geht es nach Hof, zum Spitzenspiel beim derzeit härtesten Verfolger. Und am Montag danach kommt im Toto-Pokal der Drittligist SSV Jahn Regensburg ins Jahnstadion (17 Uhr). Fußball-Festtage für die Sechziger, die mit einem Erfolg gegen Hachings Profi-Nachwuchs entsprechend eingeläutet werden sollen. Schließlich will man als Tabellenführer nach Hof.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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