Löwen-Prominenz gibt sich in Raubling die Ehre

Hausherr Sigi Knauer (Wirt Dorfstüberl), Otto Steiner, Florian Hinterberger, Vitus Eicher und Regionsvorstand Christian Schmidbauer.
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Hausherr Sigi Knauer (Wirt Dorfstüberl), Otto Steiner, Florian Hinterberger, Vitus Eicher und Regionsvorstand Christian Schmidbauer.

Raubling - Im proppenvollen Dorfstüberl waren am Freitag zahlreiche Gäste aus München zu Gast. Die Fanclubs der Region luden die hohe Löwen-Prominenz zum Gespräch nach Pfraundorf ein.

Im proppenvollen Dorfstüberl in Raubling waren am Freitagabend zahlreiche Gäste aus München zu Gast. Die Fanclubs der Region (ARGE Region 6) unter Vorstand Christian Schmidbauer luden Aufsichtsratsvorsitzenden Otto Steiner, Sportchef Florian Hinterberger und einen Lizenzspieler, in Person von Vitus Eicher, nach Raubling-Pfraundorf ein.


Über die zahlreichen Fans konnte sich der Regionsvorstand freuen. Man sah in den Augen der angereisten Fans schon die Wissbegierde und Diskussionsfreude an, es gab schließlich auch genug auszureden. In seinen Eingangsworten nahm Christian Schmidbauer die vergangenen Wochen systematisch unter die Lupe und so manche Entscheidungen humorvoll auf die Schippe. Mittlerweile sei es schlechte Gewohnheit über alljährliche Querelen bei den Löwen zu sprechen. Diesmal müsse man aber ganz klar ansprechen, dass mit der Eriksson-Posse das Chaos perfekt wurde. „Zu toppen wäre dies nur mit einer Verpflichtung von Lothar Matthäus als Trainer“, so Schmidbauer. Es wäre wie so oft. Wenn es mal nichts zu berichten gäbe, dann berichten die Löwen über sich selbst, ohne Rücksicht auf Verluste. Dieser untragbare Zustand sollte möglichst bald abgestellt werden. „Und jährlich grüßt das Löwentier: Wie soll es mit 1860 weitergeben?“

Als erster in der Runde schnappte sich Aufsichtsratschef Otto Steiner das Mikro und erläuterte die Situation aus seiner Sicht. Dass die Personalie Eriksson nicht glücklich gelöst wurde, sei auch dem gebürtigen Hasenbergler klar. Auch die ganze aufgeheizte Stimmung mit Investor Hassan Ismaik ist aus Steiners Sicht kein glücklicher Zustand. „Ich kann jeden verstehen, der sich mit Kopfschütteln abgewendet hat. Für mich sind die Motive von Ismaik aber nachvollziehbar. Es ist schließlich sein Geld. Aber natürlich sind wir in der Sache Eriksson wie die Volldeppen dagestanden.“ Eine Schuldzuweisung wegen des verpatzten Deals konnte Steiner nicht ausmachen. Die Geschäftsführung suchte nach dem Beschluss sofort das Gespräch mit dem Schweden, der nach eintägiger Überlegungszeit absagte. Steiner präsentierte sich weiterhin auskunftsfreudig und fühlte sich in der intimen Atmosphäre im Dorfstüberl sichtlich wohl. Er wusste ebenfalls zu berichten, dass Investor Ismaik entschieden habe, dass Hamada Iraki weiterhin als Berater unterstützend arbeiten wird und Ansprechpartner für die Löwen bleibe. Diese Konstanz sehe Otto Steiner sehr optimistisch, denn Kontinuität ist auch in solchen Lagen wichtig. Zu Bestrebungen eigene Machtansprüche zu stellen, wiegelte Steiner ab. Der Aufsichtsrat werde in den nächsten Wochen gemeinsam mit allen Präsidiumsmitgliedern Gespräche führen über die Möglichkeiten einer Präsidiumsaufstellung. Steiner persönlich lobte die gute Gesprächsatmosphäre, auch mit Präsident Schneider und wünschte sich allgemein eine ruhigere Arbeitsweise im engeren Umfeld. Dass oftmals nach nächtlichen Besprechungen, in welchen Gremien auch immer, Internas brühwarm an die Presse geliefert werden, dafür fehle Steiner das Verständnis. Zur Aufstellung im Aufsichtsrat versprach der Vorsitzende aus München, dass ein Mitglied mit


hoher sportlicher Kompetenz und Fußballsachverstand dazu stoßen werde. „Ich habe da den ein oder anderen ehemaligen Löwenspieler im Blick, mit denen ich in Gespräche treten werde.“ Eine wichtige „Baustelle“ sieht Steiner in der Identität des Vereins. „Wir brauchen einen Löwenkäfig, ein eigenes Stadion.“ Nur mit einer eigenen Heimat könne man wieder eine eigene Marke werden. Schlussendlich stellte Steiner fest, dass man als Marke, als 1860 und Fan von 1860 eines herausstellen muss. „Wir sind cooler, wir sind lauter, wir sind Sechzig.“ Bei den Löwen sei laut Steiner nachweislich selbst mit 20.000 Zuschauern mehr Stimmung als bei ausverkauften 69.000 beim Nachbarn. Dies sei ein Markenzeichen, das gepflegt und ausgebaut gehört.

Mit zumeist sachlicher und fachlicher Kritik, gepaart mit einigen verständlichen Emotionen musste Sportchef Florian Hinterberger umgehen. Vor allem für die unter seiner Führung stattfindende Transferpolitik fand in den Redebeiträgen der Diskussionsteilnehmer ausführlich Platz. Ein Fan versuchte die Sache zu verstehen und bat um detaillierte Erklärungen, wie spezifische Transfers zustande kämen. Hinterberger versuchte auf jede Frage und jede Kritik einzugehen, bat jedoch auch um Verständnis, dass Entscheidungen immer in enger Abstimmung mit den Trainern stattfinden. Und im finanziellen Rahmen der vorhanden war und vorhanden ist, müsse man emotionslos feststellen, dass man Spieler erhielt, für die andere Clubs den Löwen gratuliert haben. Als Beispiel nannte er Marin Tomasov, der nach Gesprächen mit Ex-Star Davor Suker verpflichtet wurde. Dass der hoffnungsvolle U21 Spieler aus Kroatien mit Eingewöhnungsschwierigkeiten zu kämpfen hatte, war so nicht absehbar. „Bei einem Ismael Blanco war der Trainer Reiner Maurer zu einhundert Prozent von dem Transfer überzeugt. Was aber nicht heißt, dass ich mich aus der Verantwortung stehle. Ich übernehme dafür, wie für alle Transfers die Verantwortung, “ stellte der UEFA-Cup-Sieger von 1988 klar. Außerdem bat Hinterberger um Verständnis, dass nicht jeder Einkauf immer einschlagen kann, aber man sollte die „Kirche im Dorf“ lassen. Man habe mit den Transfers im Sommer, als auch in der Winterperiode, Spieler bekommen, die den Löwen sicherlich weiterhelfen können. Als positives Beispiel nannte Hinterberger Moritz Stoppelkamp. „Das ist ein Spieler aus dem Kader eines Euro-League-Teilnehmers. Dass es Stoppel drauf hat, hat er schon bewiesen, “ so der Sportchef. Trotz aller konstruktiven Kritik wurde der angereiste Sportchef auch für seine harte Arbeit gelohnt. Nach Wortmeldung eines Diskussionsteilnehmers zur Spielerverteilung für Weihnachtsfeiern und Versammlung gab Regionsvorstand Christian Schmidbauer ein Lob an Hinterberger. „Seid sie am Ruder sind, hat sich die Sache gedreht. Aus meiner subjektiven Sicht ist es nun viel einfacher mal einen Profi zu bekommen, den sie dann persönlich mitnehmen.“ Für das bedankte sich der Regionschef nochmals herzlichst.

Dritter im Bunde am Abend in Raubling war Vitus Eicher. Nach Abgang von Timo Ochs zu Jahn Regensburg ist der 22-jährige Erdinger nun die Nr.2 hinter Gabor Kiraly. Ursprünglich war Moritz Volz im Dorfstüberl angekündigt worden, der aber kurzfristig absagen musste. Dafür nahm Sportchef Hinterberger die neue Nr.2 mit. „Ich habe eine solche Atmosphäre bei Löwenfanclubs bisher selten erlebt. Sie sind so aktiv dabei, das beeindruckt mich, “ so Vitus Eicher am Schluss der Veranstaltung. Zuvor konnte Eicher natürlich über seine sportlichen Ziele nicht hinter dem Berg halten. Dass auch für ihn und die Mannschaft nur der Aufstieg zählt, machte der Keeper deutlich. „Jeder von uns will 1. Liga spielen, da gibt es keine Frage.“ Viele Fans wünschten dem Erdinger den endgültigen Durchbruch bei Sechzig. Schmidbauer gab den jungen Löwenfans den Hinweis, dass sie sich ein Autogramm holen sollten, denn wer weiß, ob Vitus Eicher nicht mittelfristig der Nr.1 Torhüter des Erstligisten TSV 1860 München sei. „Ein Gabor Kiraly, der natürlich ein Fixpunkt der Mannschaft ist, wird nicht ewig spielen können.“ Die Zeit spiele da derzeit für Eicher, dessen Vertrag bei den Löwen bis Mitte 2015 läuft, wie Hinterberger anmerkte. Ansonsten gab sich Eicher verständlich diplomatisch. Er freue sich über die Chance, die er vom Verein bekomme und wolle diese bestmöglich nutzen. Der sympathische Keeper rundete die Ehrengästeriege optimal ab und sorgte mit seiner jungen Präsenz für Freude bei den jungen Löwenfans.

Am Ende der über 2-stündigen Diskussion bedankte sich Regionsvorstand Christian Schmidbauer aufs Herzlichste mit Geschenken bei den Gästen, die selbst noch lange bei den Fans blieben und an den Tischen über Einzelheiten diskutierten und „Visionen“ austauschten. Schmidbauer kündigte weiter an, dass die nächste Regionsversammlung zwischen Juli und September stattfinden werde. Voraussichtlich auf der Fraueninsel im Chiemsee. Desweiteren gab der Regionsvorstand bekannt, dass die Regionsbewerbung für die Ausrichtung der großen ARGE-Jahreshauptversammlung positiv beantwortet wurde. Dies bedeutet, dass die Jahreshauptversammlung aller Fanclubs der Löwen im Jahr 2013 in der Region stattfinden wird. Am Samstag, den 6.Juli 2013 wird Christian Schmidbauer gemeinsam mit dem heimischen Fanclub „Simssee-Löwen“ und dessen Vorstand Thomas Künstner die Fanclubs im Bräustüberl Maxlrain begrüßen können.

Löwen-Fantreffen in Raubling

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 © jre
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Pressemitteilung ARGE1860 Region Oberbayern Südost

Quelle: rosenheim24.de

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