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Cyrus Salehi: "Einfach nur großartig"

OVB
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Freude mit seinem Schützling: Während Marcel Nguyen seine Silbermedaille im Mehrkampf bejubelt, strahlt sein Physiotherapeut Cyrus Salehi (rechts) übers ganze Gesicht.

Mühldorf - Elf Jahre lang war Cyrus Salehi Mitglied im Kunstturn-Leistungszentrum in Mühldorf. Jetzt ist er bei Olympia in London dabei und durfte sich schon über eine Silbermedaille freuen. Ein Interview:

Nun betreut der 43-Jährige, der inzwischen in Ottobrunn lebt, als Physiotherapeut bei Olympia in London die deutschen Turner. Mit Schützling Marcel Nguyen feierte er die Silbermedaille im Mehrkampf.

Ich hoffe, Sie haben kurz Zeit...

Ja, ein paar Minuten am Telefon gehen schon. Sie erwischen mich gerade in der Trampolinhalle. Da stehen ebenfalls Wettkämpfe von Sportlern an, die ich betreue.

Waren denn wenigstens ein paar Minuten Zeit, um mit Ihrem Schützling Marcel Nguyen seine Silbermedaille zu feiern?

Ein wenig gefeiert haben wir natürlich. Aber Marcel muss sich ja noch auf die Finals am Boden und am Barren vorbereiten. Die große Sause kommt für ihn also erst noch.

Wie lange sind Sie schon sein Physiotherapeut?

Da muss ich kurz überlegen. Ich kenne Marcel seit er acht oder neun Jahre alt ist. Um so mehr freut es mich natürlich, dass er es gepackt hat und genau zum richtigen Zeitpunkt diese Leistung abrufen konnte. Als Physiotherapeut ist die Betreuung in der Vorbereitung fast wichtiger als vor Ort. Hier schüttele ich ihm noch einmal die Arme aus und wir veruchen kleine Krämpfe in den Griff zu bekommen. Aber der Hauptteil geschieht in den Wochen und Monaten vor den Spielen.

Wie viel Erfahrung aus Ihrer Mühldorfer Turnervergangenheit können Sie in die Betreuung miteinbringen?

Der Vorteil ist: Ich kann mich gut in die Wettkampfsituation hineinversetzen. Und kenne das Element. Ich weiß ziemlich genau, wann es ein paar motivierende Worte braucht und wann ich eher beruhigend auf den Turner einwirken muss. Das erhöht die Akzeptanz unter den Athleten.

Geht mit Olympia als Betreuer für Sie auch ein Turner-Traum in Erfüllung?

Nein, ich glaube so kann man es nicht sagen. Ich wusste als Turner ziemlich genau, wo meine Grenzen sind. Und Olympia war da nie im Bereich des möglichen. Trotzdem ist das natürlich eine Riesengeschichte: Ich bin einer von rund 25 Physiotherapeuten, die hier aus Deutschland dabei sind. Das ist eine große Ehre, keine Frage.

Wie erleben Sie die Spiele?

Das kann man eigentlich nicht beschreiben. Die Stimmung im olympischen Dorf ist einzigartig, die vielen Athleten aus allen Ländern sorgen für ein ganz besonderes Flair. Dazu kommen die Wettkämpfe mit 18000 Besuchern, die schreien und jubeln. Es ist einfach nur großartig, auch für die Betreuer.

Wann geht es wieder nach Hause?

Am 8. August muss ich mein Zimmer im olympischen Dorf räumen, das ich mir übrigens mit dem Bundestrainer teile. Dann sind die Wettkämpfe meiner Sportler vorbei. Und nachdem die Anzahl der Akkreditierungen für die Betreuer sehr begrenzt ist, geht es dann gleich zurück nach München. Da gibt es leider keine Chance, die Spiele noch ein oder zwei Tage zu genießen. Aber es steht ja noch einiges auf dem Programm.

Hoffentlich auch ein paar Medaillen...

Mit Marcel am Barren und Boden und Fabian am Reck haben wir noch richtig gute Chancen. An mir soll es nicht liegen.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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