Die Kür für Kolbermoor

OVB
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Heute schlägt die große Stunde für die Kolbermoorer Franz Glas (am Ball) und Franz-Xaver Pelz.

Kolbermoor/Unterhaching - Für die SpVgg Unterhaching ist es eine Pflichtaufgabe - der SV-DJK Kolbermoor dagegen tritt zur Kür an.

Am Dienstag, 19 Uhr, beginnt das Gastspiel des Drittligisten beim Bezirksligisten in der zweiten BFV-Hauptrunde des Toto-Pokals.


Die Kolbermoorer Fußballer erleben also dank ihrem Sieg gegen Buchbach einen Höhepunkt, der in der Geschichte der Sparte wohl nur mit den Erfolgen im Futsal vergleichbar ist. Spielort ist im Übrigen die Turneralm, wo der SV-DJK vor knapp zwei Monaten den TSV 1860 Rosenheim schlug.

Eine Sensation ist diesmal aber sicher nicht zu erwarten. Denn Unterhachings Teammanager Florian Rensch hat bereits verraten, dass die Gäste mit ihrer ersten Mannschaft nach Kolbermoor fahren. Diese Profitruppe, trainiert von Ex-Nationalspieler Heiko Herrlich, belegt momentan Platz fünf in der Tabelle der 3. Liga. In der ersten Hauptrunde des bayerischen Pokals setzte sie sich mit 3:0 gegen den Bezirksoberligisten SE Freising durch. Alles andere als ein mindestens ebenso klarer Erfolg in Kolbermoor wäre für den haushohen Favoriten kaum denkbar: Der SV-DJK hat sich den schwersten möglichen Pokalgegner ausgesucht, aber gerade deshalb auch den attraktivsten.


Umso mehr ärgert sich Kolbermoors Coach Jochen Reil, der von Montag bis Mittwoch einen lang geplanten Aufenthalt in Barcelona hat und deshalb gegen Unterhaching nicht dabei sein kann. Als sein Stellvertreter fungiert in diesem Pokalspiel sein Co-Trainer Martin Grigat, eventuell unterstützt durch Markus Fußstetter. Vor seiner Abreise hat Reil aber noch erläutert, welchen zwiespältigen Stellenwert die Begegnung mit den Profis hat: "Wir wollen das mitnehmen, wir wollen Spaß dabei haben, aber unsere Priorität liegt natürlich in der Bezirksliga." Dort drückt ja derzeit der Schuh, die Kolbermoorer stehen auf dem drittletzten Tabellenplatz.

Und wenn sie gegen den Drittligisten eine ähnlich mäßige Leistung bieten wie zuletzt in den Punktspielen, dann werden sie zur leichten Beute. Zumal da nicht nur der Trainer fehlt, sondern auch eine ganze Reihe von Spielern. Michael Rohleder befindet sich nach wie vor im Urlaub, Manuel Pavlovic sitzt seine Rotsperre aus, Tobias Fischer hat sich aus privaten Gründen zurückgezogen. Auch die beiden Torhüter Mario Schmitt (Schambeinentzündung) und Armin Mayer (an der Schulter verletzt) fallen aus. Dicke Fragezeichen stehen hinter Philipp Stachler (Probleme am Knöchel) und Anton Peter (Meniskusquetschung). Aber trotz alledem ist klar: Die Sorgen können zumindest für 90 Minuten in den Hintergrund treten, wenn das Aufeinandertreffen mit dem Traumgegner beginnt.

kh/Oberbayerisches Volksblatt

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