Jonas Plass landet sein Meisterstück

Kassel/Rosenheim - Der Leichtathlet Jonas Plass konnte jetzt sein Meisterstück landen und holte bei der deutschen Meisterschaft in Kassel Gold über 400 Meter bei den Herren.

Nach dem Rennen konnte Trainer Andreas Krämer seinen überglücklichen Athleten in den Arm nehmen, da sich sein Traum endlich erfüllt hatte. Jahrelange harte und konsequente Aufbauarbeit trug nun Früchte. Saisonziel war eine Medaille und die Nominierung für die Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu. Dass es nun Gold wurde ist für Athlet und Trainer die Bestätigung.


Nach seinem sehr lockeren Vorlaufsieg am Samstag deutete sich seine Überlegenheit gegenüber der nationalen Konkurrenz bereits an. Jonas Plass konnte seine Kräfte hier schonen und den Sieg sicher nach Hause laufen. Im Finale am Sonntag sollte der "ganz große Wurf" gelingen. Selbstbewusst ging er um 18 Uhr auf Bahn drei an den Start. In der Halle hatte der Topfavorit, der Potsdamer Thomas Schneiderer, schon DM-Gold geholt und auch in Kassel ging er als Favorit an den Start. Doch Schneider konnte seine Stärke auf der Zielgeraden dieses Mal nicht ausspielen und wurde in 47,15 Sekunden lediglich Dritter. So war der Weg frei für Jonas Plass vom ASICS- Team Wendelstein. Mit einem starken Finish gewann der Vizemeister von 2009 in 46,59 Sekunden seinen ersten DM-Titel bei den Männern. Silber ging an den Magdeburger Eric Krüger.

Jonas Plass kontrollierte von Anfang an die Konkurrenz und war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Er sagte nach dem Rennen: "Dass das heute so einfach ging, konnte ich im Ziel nicht glauben. Der Titel war heute natürlich das Ziel. Ich war überrascht, dass auf der Zielgeraden die anderen Jungs nicht von hinten noch ankamen. Normalerweise war ich ja zuletzt derjenige, der am Ende überrollt wird. Ich hätte dann noch zulegen können, weil ich mir Reserven für das Finish aufgehoben hatte. Miguel Rigau ist stark angegangen, das habe ich gesehen. Aber das hat mich nicht beunruhigt, dafür kennen wir uns zu gut. Nach 350 Metern hatte ich ein gutes Gefühl, dass ich es heute schaffe. Mit der Zeit bin ich dennoch nicht zufrieden, aber bei deutschen Meisterschaften geht es mehr um die Platzierung. Ich möchte bald schon endlich unter 46 Sekunden laufen. Ich weiß, dass ich das drauf habe."


Am Mittwoch geht es zum Vorbereitungslehrgang nach Kienbaum in der Nähe von Berlin, wo die nominierten Athleten für die Weltmeisterschaften sich bis zum 6. August vorbereiten werden. Dann gibt es am 13. August noch einen letzten Test in Mannheim, wo 4 mal 400 Meter und 200 Meter gelaufen wird. Anschließend steigen die Athleten in den Flieger Richtung Südkorea, wo vom 27. August bis 4. September die Weltmeisterschaft der Leichtathletik stattfindet. Durch seinen Titelgewinn ist Jonas Plass fest für die 4-mal- 400-Meter-Staffel gesetzt.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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