"Endlich geht's los"

Michael Ecklmaier aus Gars hat die Top Ten im Visier.

Landkreis - Vorfreude herrscht bei den heimischen Motorsportfans. Die Saison in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft geht wieder mit mehreren heimischen Fahrern über die Bühne.

Und am Wochenende vom 1. bis 3. Juli präsentieren sich die IDM-Piloten dann am heimischen Salzburgring. An diesem Wochenende geht es aber erst einmal am EuroSpeedway Lausitz zur Sache. Und schon da möchten Fahrer und Teams aus der Region vorne mitmischen.


Dies gilt insbesondere in der 125-ccm-Klasse, in der der Waldkraiburger Luca Grünwald als Titelverteidiger an den Start geht. "Endlich geht es los", freut sich der 16-Jährige, "auch wenn der Lausitzring nicht gerade meine Lieblingsstrecke ist". Grünwald hatte ja zunächst in Spanien fahren wollen, als sich dies zerschlug, musste kurzfristig ein "neues" Team gefunden werden. Es ist sein altes Team Freudenberg, in dem er aber heuer eine KTM pilotiert statt einer Seel. Bei einem Test zog sich der Waldkraiburger einen Fingerbruch zu und konnte zwei Wochen lang nicht trainieren, "aber ich habe versucht, das wieder aufzuholen", hofft er dennoch auf konditionelle Fitness.

Grünwald bedauert, dass heuer die 125-ccm-Kategorie nur noch einen Lauf je IDM-Veranstaltung hat, freut sich aber darüber, dass die Renndistanz dafür länger geworden ist. "Vor zwei Jahren waren das fast noch Sprintrennen", blickt er zurück. Da wurden auf dem Lausitzring (Runde 4255 m lang) noch 15 Umläufe absolviert, 2010 waren es schon 17 Runden, heuer ist es noch eine mehr. Daher "werde ich das erst einmal taktisch angehen und sehen, was möglich ist", so der 16-Jährige. Denn er weiß, dass er sich auf harte Konkurrenz einstellen muss. Dies hätten die Tests gezeigt: "Da sind schon einige schnelle Jungs dabei."


Zu diesen gehört normalerweise auch Philipp Öttl. Der 14-Jährige aus Ainring hatte im Vorjahr als IDM-Neuling als Gesamtvierter in der Achtelliter-Kategorie überzeugt und auch heuer schon seine großartige Form nachgewiesen. Bei einem Rennen des Red Bull Rookies Cups hatte er sich den Sieg geholt. Doch dann ereilte ihn das Pech: Bei Tests auf dem Lausitzring hatte er zunächst die Bestzeit erzielt, dann stürzte der Fahrer des Teams HP-Moto KTM und zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu. Während sein Teamkollege Alex Kristiansson (Schweden/17 Jahre) vorne mitmischen will, muss Öttl nun beim IDM-Start pausieren. Trotz dieser Probleme zeigt er sich zuversichtlich: Von der Maschine her sei "alles im grünen Bereich", und die Form stimme. Sowohl der Rookies Cup als auch die IDM seien sehr stark besetzt, weiß der Achtklässler (Realschule).

Obwohl er mindestens am Lausitzring und im Cup für das Rennen in Estoril (Portugal) ausfällt, strebt er in der Gesamtwertung beider Serien jeweils "einen Platz unter den besten Drei" an. Sogar ein Terminproblem ist wohl lösbar: Am Samstag, 2. Juli, findet in Mugello (Italien) der Rookies Cup statt, am 3. Juli Öttls IDM-Heimrennen am Salzburgring. "Da muss ich dann halt von der letzten Startreihe aus losfahren, weil ich ja keine Trainingszeit habe", weiß er. Doch dafür wie auch für die ganze Saison gelte: "Ich gebe mein Bestes."

Verletzungspausen durch Schlüsselbeinbrüche musste Michael Ecklmaier (Gars/Inn) im Vorjahr gleich zweimal hinnehmen. Dennoch hatte er noch IDM-Punkte geholt und als Einsteiger in der 125-ccm-Klasse Rang 18 erkämpft. Der Gesamtsieger des ADAC-Junior-Cups von 2009 (vor Öttl) hat für 2011 zwei Hauptziele: "Ich will öfter unter die ersten Zehn kommen" lautet das eine, "nicht so oft stürzen wie im Vorjahr" das andere.

Tatendurstig geht auch das Team alpha Technik Van Zon Kraftwerk BMW in der Superbike-Klasse an den Start. Das Team aus Stephanskirchen ist wieder stark aufgestellt: der Australier Damian Cudlin holte 2010 in der kleineren Klasse Supersport den Titel. Er wurde zwar erst spät von den Stephanskirchnern verpflichtet, "doch schon bei unserem ersten Ausflug zum IDM-Test haben das Team, die Techniker und ich sehr gut zusammengearbeitet", freut sich der 28-Jährige. Da Superbike-Vizemeister Werner Daemen (Belgien) heuer vorwiegend als Teammanager fungieren soll, ist Marc Wildisen (Schweiz) zweiter Stammfahrer der Stephanskirchner. Da er sich im Rahmen der Frühjahrstests in Cartagena die Schulter ausgekugelt hatte, wird Wildisen in der Lausitz pausieren. Für ihn greift der Obinger Markus Reiterberger ins Geschehen ein, der ansonsten in der FIM-Superstock-Serie ebenfalls auf einer BMW fährt und 2010 die Gesamtwertung des Yamaha-R6-Dunlop-Cups gewonnen hatte.

Der Raublinger Filip Altendorfer geht heuer für Wilbers BMW Racing an den Start. Nachdem er schon 2010 einige Male in den Punkterängen gelandet war, will er sich heuer weiter in der hart umkämpften Klasse etablieren.

Nach Lausitzring, Oschersleben und Nürburgring folgten Wettkämpfe am Sachsenring (17. bis 19. Juni), Salzburgring (1. bis 3. Juli), Schleizer Dreieck (5. bis 7. August), Red-Bull-Ring (19. bis 21. August) und Hockenheimring (16. bis 18. September).

who/Oberbayerisches Volksblatt

Kommentare