Wer ist Fit im Heimstetter Sturm?

Rosenheim - Einen Angriff wie diesen hat neben dem SV Heimstetten kaum einer zu bieten in der Fußball-Bayernliga.

Orhan Akkurt, Ibrahim Aydemir, Andreas Neumeyer, da schnalzt der Kenner mit der Zunge. Wer von diesen drei Hochkarätern allerdings am Freitagabend beim Spitzenspiel im Rosenheimer Jahnstadion auflaufen kann, ist fraglich.


Zuletzt fehlten Akkurt und Aydemir, Neumeyer musste leicht angeschlagen antreten, um überhaupt einen Stürmer aufbieten zu können. Doch egal, erfolgreichster Torschütze der Heimstettener ist ohnehin keiner der drei Angreifer, sondern Abwehrrecke Rafael Mayer, der zwei seiner vier Saisontreffer am letzten Samstag erzielte, beim 3:0 gegen den Würzburger FV.

Marco Schmidt, Trainer des Tabellenführers TSV 1860 Rosenheim, weiß also, dass man gerade bei Standards den Mayer nicht aus den Augen lassen darf. Wobei er generell großen Respekt vor dem Gegner zeigt, der sich in und nach der schwierigen letzten Saison mächtig verstärkt hat und derzeit auf Rang vier rangiert, vier Punkte hinter den Sechzigern. Letzten Winter rüstete man den Kader auf mit den Ex-Profis Orhan Akkurt, Quirin Löppert und Sascha Steinacher, nun kamen im Sommer noch Daniel Steinacher vom FC Ismaning und Andreas Neumeyer dazu, der einst bei 1860 München zum Junioren-Nationalspieler geworden war.


Marco Schmidt kennt die Mannschaft, vor allem aber den Trainer. Zwei Jahre lang hat er gemeinsam mit Claus Schromm die A-Junioren der Löwen trainiert, "eine tolle Zeit", sagt Schmidt, der sich auf das Wiedersehen freut. Die beiden Trainer ähneln sich in ihrer Philosophie, beiden legen sie Wert auf gepflegtes Spiel, auf einen kontrollierten Spielaufbau. Schmidt stehen personell wieder alle Möglichkeiten offen, beim 2:1-Pokalsieg gegen den FC Ismaning haben einige Akteure aus der zweiten Reihe ihre Ansprüche deutlich angemeldet, außerdem kehrt Dominik Haas in den Kader zurück.

Schmidt will alles tun, um die Erfolgsserie im eigenen Stadion fortsetzen zu können. Die letzte Heimniederlage liegt nun bereits vier Monate zurück, seitdem gab es ein Unentschieden und sechs Siege, rechnet man den Pokal dazu, sogar sieben. "Natürlich wird diese Serie irgendwann reißen, aber wir wollen den Zeitpunkt so weit wie möglich hinausschieben", fordert der Coach weiter höchste Konzentration: "Wir dürfen jetzt nicht locker lassen." Der SV Heimstetten ist zwar in dieser Saison auswärts noch sieglos, hat aber von den vier Spielen auch nur eines verloren. Und das recht unglücklich mit 1:2, nachdem man bis zur 86. Minute in Großbardorf 1:0 geführt hatte.

Selbstbewusstsein ist gewachsen

Schmidt aber spürt, dass das Selbstbewusstsein seiner Sechziger am Dienstag noch ein Stück gewachsen ist. Wer dreimal in Folge den Bayernliga-Meister schlägt, muss eine starke Truppe haben. Mit einem Sieg gegen Heimstetten könnte man nun die Tabellenführung weiter ausbauen, zumal man nicht nur den heutigen Gast, sondern auch zumindest einen der beiden direkten Verfolger abhängen könnte, da Hof und Frohnlach sich ebenfalls im direkten Duell die Punkte nehmen. Die ersten Vier treffen aufeinander, spannender könnte die Konstellation kaum sein.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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