Titel-Entscheidung fiel vom Punkt

OVB
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Dominik Schlosser vom SB/DJK Rosenheim kommt hier im Halbfinale vor dem Tor des ESV Traunstein (mit dem besten Torhüter Sebastian Schreiber) an den Ball.

Rosenheim - Der TSV 1860 Rosenheim ist neuer Hallenfußball-Meister im Kreis Inn/Salzach. In einem reinen Rosenheimer Endspiel setzte sich der Bayernligist gegen den SB/DJK nach Achtmeterschießen durch.

Nach regulärer Spielzeit hatte es 3:3 gestanden, vor knapp 400 Zuschauern in der Rosenheimer Gabor-Halle waren die Sechziger dann im Strafstoßentscheid die nervenstärkere Truppe und sicherte sich letztlich den Sieg.Die beiden Rosenheimer Mannschaften vertreten damit den Kreis Inn/Salzach auch am 15. Januar bei der oberbayerischen Meisterschaft in Manching.


Siegerehrung: 1860-Kapitän Michael Kokocinski mit 2. SBR-Abteilungsleiter Rainer Pastätter, Kreisspielleiter Bernd Schulz und Lotto-Toto-Geschäftsleiter Hans Herbst (von links).

Das Finale hatte eigentlich keinen Verlierer verdient. Bereits in der zweiten Minute gingen die klassenhöheren Sechziger durch Eugen Martin mit einem überlegten Schuss ins Eck in Führung, bis zur siebten Minute drehte aber der Landesligist den Spieß um und führte dank Treffer von Dominik Schlosser (feine Einzelleistung) und Franz Eyrainer (platzierter Flachschuss ins lange Eck) mit 2:1. Dann waren wieder die Rothemden dran, die durch die beiden Ex-Profis Michael Kokocinski (hatte freie Schussbahn und traf exakt) und Marco Vorbeck (blieb vor dem Tor eiskalt) auf 3:2 stellten. 44 Sekunden vor dem Ende gelang dem SBR dann aber der verdiente Ausgleich durch Christoph Börtschök nach einer Eyrainer-Vorlage. Es ging in den Strafstoßentscheid. Während bei den Sechzigern Kokocinski und Erkan Atilgan trafen, scheiterten Onur Kaya und Eyrainer an 1860-Keeper Daniel Schmid. Dann aber parierte Sportbund-Tormann Dominik Krammer zweimal gegen Danijel Majdancevic und Eugen Martin und nachdem Torben Gartzen für den Landesligisten getroffen hatte, hätte Özgür Kina den Gleichstand erzielen können; er drosch die Kugel aber an die Querlatte - und dann ging es schnell: Markus Wallner sorgte für die Entscheidung. Am Ende hieß es 6:4 für den Bayernligisten.

Gehalten: 1860-Tormann Daniel Schmid pariert den Achtmeter von Franz Eyrainer.

Dieser hatte sich im Halbfinale gegen den Bezirksliga-Vertreter TSV Wasserburg mit 2:0 durchgesetzt. Diese Begegnung war von viel Hektik und kleinen Nickligkeiten geprägt. Kapitän Kokocinski brachte die Sechziger in der ersten Minute in Führung, in der Schlussminute fiel dann in Überzahl die Entscheidung durch Wallner. Spannend war auch das erste Semifinale, das der SBR gegen den Bezirksligisten ESV Traunstein mit 2:1 gewann, nachdem die Mannen aus der Großen Kreisstadt mit 1:0 in Führung lagen. Tony Schneider traf für die Traunsteiner, ehe Kina und Eyrainer in einer auf beiden Seiten munteren Begegnung den Sportbund ins Endspiel schossen.


Ein herrlicher Treffer durch 1860-Kapitän Michael Kokocinski im Spiel gegen den ESV Traunstein.

In den Gruppenspielen hatten die Eisenbahner zunächst mit Siegen über Pittenhart und Erlbach stark begonnen und verpassten nur aufgrund einer späten Niederlage gegen 1860 Rosenheim - Kokocinski traf eine Minute vor Schluss zum 2:1 für den späteren Turniersieger - den ersten Gruppenplatz. Eine gute Leistung zeigte nicht nur Neuzugang Dominik Waritschlager, der vier Treffer markierte, ESV-Tormann Sebastian Schreiber zeigte viele Paraden und wurde zum besten Torhüter des Turniers ausgezeichnet. Dritter der Gruppe B wurde die SpVgg Pittenhart, die noch vor dem enttäuschenden Titelverteidiger SV Erlbach landete. Im letzten Spiel siegte der kräftig angefeuerte Kreisklassist mit 4:1 und verwies den Bezirksoberligisten aus dem Holzland ohne Sieg auf den letzten Gruppenrang.

In der Gruppe A dominierte der Sportbund, und auch Wasserburg hatte schnell das Halbfinal-Ticket gelöst. Die "Löwen" gewannen ihre erste Partie gegen den TSV Neuötting und siegten auch gegen den FC Perach verdient. Nichts zu bestellen hatten hingegen Perach und Neuötting, die Vertreter der Gruppe Inn. Beide blieben letztlich ohne Sieg. Der A-Klassist aus Neuötting verabschiedete sich gar mit einer derben 1:12-Niederlage gegen den SBR aus dem Turniergeschehen. In diesem Spiel legte Sportbund-Stürmer Onur Kaya mit vier Treffern den Grundstein dafür, dass er als bester Torschütze ausgezeichnet werden konnte; insgesamt gelangen ihm sechs Tore. Zum besten Spieler wurde von einer Jury Franz Eyrainer vom SB/DJK Rosenheim gekürt, der im Laufe des Turniers immer präsenter wurde und vor allem in Halbfinale und Endspiel seine Klasse unter Beweis stellte.

Finalduell: 1860-Angreifer Marco Vorbeck setzt sich mit den Sportbündlern Christoph Börtschök (links) und Benedikt Maier auseinander.

Obgleich es sechs Zeitstrafen gab, verliefen die Spiele fair - es gab nur wenige Situationen, in denen es brisant wurde und die Schiedsrichter Michael Krische (TSV Bernau), Vinzenz Pfister (SV Oberbergkirchen) und Siegfried Straßhofer (TuS Traunreut) im Blickpunkt standen.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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