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"Haben es erzwungen"

OVB
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Jubel um den Torschützen Tuncali (2. von rechts). Fotos Ziegler

Rosenheim - Eindeutig beantworten ließ sich die Frage nicht, ob er nun gewirkt hat, der viel zitierte "Trainer-Effekt". Zumindest holte 1860 Rosenheim nach einem 0:2 noch ein 2:2-Remis.

Leichter, hätte man sich mit der Beurteilung getan, wenn der TSV 1860 Rosenheim seine Chancen besser genutzt hätte, wenn unter dem Strich mehr herausgekommen wäre als dieses 2:2 gegen den FC Ingolstadt 2, das, rein vom Resultat her betrachtet, nicht Fisch und nicht Fleisch ist im Abstiegskampf der Fußball-Bayernliga. Wolfgang Schellenberg, seit Mittwoch neuer Cheftrainer der Sechziger, hat zumindest eines durchaus positiv verbucht: "Vielleicht ist nun unser Schlachtenglück zurück, wir haben es erzwungen."

Aber war das auch schon die Wende? Lässt sich schwer sagen, zumindest war es ein moralischer Sieg für Schellenberg und seine Truppe. "Wenn man in Unterzahl in der 90. Minute noch den Ausgleich macht, muss man zufrieden sein", so der neue Coach, für den der Einstand zwar nicht optimal war, aber doch so, dass man auf der Leistung aufbauen kann. Und auf der Moral. "Man hat den Charakter der Mannschaft gesehen", meinte Schellenberg, "sie hat gekämpft, mit allem Drum und Dran." Und auch das Spielen nicht vergessen.

Der 2:2-Ausgleich durch Ozan Tuncali (verdeckt).

Es waren schon brutale Nackenschläge, die man wegstecken musste in dieser Partie. Mit der ersten Chance ist Ingolstadt in der 19. Minute in Führung gegangen, Dominik Haas, als Innverteidiger neben Daniel Wimmer zurückgerückt in die kurzfristig installierte Viererkette, hatte sich einen Ballverlust erlaubt, Lappe spielte quer auf Ismaili und der traf zum 0:1. Und als man hoch motiviert aus der Pause kam, machte Lappe aus einer unübersichtlichen Situation das 0:2. "Dabei hatten wir uns so viel vorgenommen", klagte Schellenberg, sah aber nun ein Team, das fightete, sich nie aufgab. Und zunächst durch Kauffmanns Eigentor, von dessen Fuß der Ball nach Einsiedlers Lattenschuss ins Netz prallte, belohnt wurde, schließlich in letzter Minute durch Tuncali, der Linnemanns starke Vorarbeit vollendete.

Schellenberg hatte ein deutliches Zeichen Richtung Zukunft gesetzt, Florian Bichler gebracht, der neben Masberg stürmte, während Karayün und Majdancevic vorerst auf der Bank blieben. Und der A-Junior imponierte, bewegte sich gut, rackerte und holte Standards heraus, die aber recht harmlos blieben: "Da müssen wir viel gefährlicher werden", sah Schellenberg noch viel Trainingsarbeit.

Aktiv am Spielfeldrand: Wolfgang Schellenberg.

Trotzdem verzeichnete seine Truppe ein deutliches Chancenplus, die einzige Ingolstädter Möglichkeit, abgesehen von den Toren, vereitelte Peter Martin gegen Lappe. Vor allem in der zweiten Hälfte spielten nur noch die Sechziger. "Da wäre sogar ein Sieg möglich gewesen", trauerte Schellenberg den "hundertprozentigen Chancen" von Karayün, der schon den Torhüter umkurvt hatte, und Wimmer nach, dessen Kopfball auf der Linie geklärt wurde. Als Wimmer sich unmittelbar danach zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, schien das Spiel entschieden, schließlich lief schon die 88. Minute. Doch selbst in Unterzahl suchte die Mannschaft ihre Chance. Erst vergab Einsiedler, dann aber traf Tuncali. Und erlöste die Mannschaft, die Zuschauer. Und den Trainer.

"Gerecht" fand das Ergebnis sogar FC-Coach Joe Albersinger, der dem Gegner viel Lob spendete: "Rosenheim ist gut gestanden, war taktisch sehr klug, hat uns nie zur Entfaltung kommen lassen." Schon die Handschrift des neuen Sechziger-Trainers? Der vergaß nicht, seinen zuletzt glücklosen Vorgängern Burghartswieser und Schiller zu danken: "Sie haben mir eine intakte Mannschaft überlassen, der nur das Glück fehlte." Das Glück, das man sich nun wieder erarbeiten will.

Man wird es auch weiter brauchen, schon am Mittwoch beim Nachholspiel in Hof. Neben Wimmer fallen auch die beruflich unabkömmlichen Haas und Wallner aus, drei Mann der neuen Viererkette, dazu Torschütze Tuncali. Wie er die ersetzen will? "Vielleicht fällt mir was ein, wenn ich mir die U21 anschaue", hofft Schellenberg. Vielleicht zaubert er ja wieder ein Talent wie Bichler aus dem Hut.

TSV 1860 Rosenheim: Martin, Höhensteiger, Haas, Wimmer, Wallner, Okanovic (ab 54. Majdancevic), Adamosky, Linnemann, Einsiedler, Bichler (ab 69. Karayün), Masberg (ab 46. Tuncali).

Schiedsrichter: Hartmeier (Dettelbach).

Zuschauer: 250.

Tore: 0:1 (19.) Ismaili, 0:2 (47.) Lappe, 1:2 (63., Eigentor) Kauffmann, 2:2 (90.) Tuncali.

Besonderheit: Rote Karte für Wimmer (88., Tätlichkeit).

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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