Gewinnen die Sechziger gegen Rain/Lech?

Rosenheim - Würde das heutige Spiel der Fußball-Bayernliga in Rain und nicht in Rosenheim ausgetragen, am Sieg der Sechziger gäbe es kaum Zweifel. Dumm nur, dass man in Rosenheim spielt...

In der vergangenen Saison hat die Mannschaft auswärts sieben Punkte mehr als daheim geholt, man fühlt sich einfach wohler, wenn man den Gegner kommen lassen, die Räume richtig eng machen und schnell kontern kann. So haben die Sechziger nun zweimal den Meister düpiert und sich gleich mal in den großen Kreis der Favoriten geschoben. Was aber die Sache nicht einfacher macht, schließlich suchen nun fast alle Gäste im Jahnstadion erst einmal ihr Glück in der Defensive.


Damit klar zu kommen, ist nun einer der Schwerpunkte gewesen in der Arbeit des neuen Trainers Marco Schmidt. Er will das System flexibler machen, die Mannschaft so stärken, dass sie auch gegen einen destruktiven Gegner mit spielerischen Mitteln zum Torerfolg kommen kann. "Das macht der Trainer richtig gut", lobt Mittelfeldspieler Dominik Haas die Übungseinheiten. Nun will man gegen Rain dem bekannt kritischen Rosenheimer Publikum erste Fortschritte präsentieren, gleich mal drinbleiben in der Erfolgsspur.

Wobei man aber auch vorsichtig sein muss. Die junge Rainer Truppe unter ihrem neuen Trainer Tobias Luderschmid hat durchaus ihre Qualitäten, "sie braucht aber noch ein bisschen Zeit, sich an die neue Liga zu gewöhnen", so der Coach. Zum Auftakt gegen den Würzburger FV hat sie schon ihr Potenzial angedeutet, auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat. Zweimal geführt, schließlich doch mit 2:3 verloren, das beweist, dass Luderschmid Recht hat, wenn er noch Geduld fordert mit seinen Youngsters. Aber dass sie beißen können, haben sie schon bewiesen.


"Wir werden sicher nicht Harakiri spielen", kündigt Haas an, auch wenn das Offensivspiel gestärkt wird. "Manchmal muss man mit einem Punkt zufrieden sein." Auch damit, so der stellvertretende Kapitän, könne man daheim leben, "auswärts sind wir schließlich immer für einen Sieg gut." Daheim einen Punkt, auswärts drei Zähler, damit aber wäre ein ehrgeiziger Mann wie Marco Schmidt nicht unbedingt zufrieden. "Wir wollen Fußball spielen, mutig nach vorne, Torchancen kreieren. Ich freue mich riesig auf die Partie", seine Heimpremiere. Er will auch den Rosenheimern zeigen, dass seine Truppe nicht nur taktisch, sondern auch spielerisch stark ist.

"In den letzten 20 Minuten in Ismaning haben wir das schon richtig gut gemacht, mit dem Sieg haben wir uns viel Selbstvertrauen geholt", spürt er und sieht in dieser Saison noch "mehr Qualität" im Kader. "Die vielen Jungen sorgen für Druck, das kann nur gut sein." In Ismaning hat der Trainer Andreas Voglsammer, Valentin Hauswirth und Matthias Huber eingewechselt, bald aber wollen die Burschen in der Startformation stehen und den Arrivierten den Platz streitig machen. Für Voglsammer könnte es schon gegen Rain so weit sein. Thomas Masberg hat sich im Training gezerrt, der Trainer bangt um den Einsatz des Torjägers.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

Kommentare