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355 Kilometer: 1860 Rosenheim muss nach Hof

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Neuer Trainer: Wolfgang Schellenberg

Rosenheim - Der TSV 1860 Rosenheim tritt heute zum Nachholspiel in Hof an (18.15 Uhr), ausgerechnet unter der Woche die zweitlängste Auswärtsfahrt der Saison.

An Tagen wie diesem wird wieder einmal deutlich, wie schmal der Grat ist, auf dem die Vereine der Bayernliga wandeln. Es handelt sich hier um die höchste bayerische Spielklasse, die Akteure aber bewegen sich zwischen Amateur- und Profifußball. Und das ist manchmal ziemlich schwer miteinander zu vereinbaren.

355 Kilometer einfach. Abfahrt schon mittags. Und nicht jeder Spieler kann sich dafür loseisen von seinem Job. Ozan Tuncali nicht, Markus Wallner nicht, auch Peter Martin war fraglich. "Immerhin haben wir es geschafft, Dominik Haas frei zu bekommen", atmet Neu-Trainer Wolfgang Schellenberg ein bisschen auf. Denn wäre auch der ausgefallen, wäre nichts mehr geblieben von seiner neu installierten Viererkette, nachdem auch Daniel Wimmer wegen seiner Roten Karte fehlt.

"Es ärgert mich einfach, dass uns der Verband unter der Woche solche Fahrten zumutet", schimpft Schellenberg. Buchbach, Ismaning, Unterhaching, das hätte er sich eingehen lassen, aber Hof? Hans Klinger, der Fußballchef der Sechziger, ist noch immer sauer auf den SV Memmelsdorf, dem man diese Tortur im Endeffekt zu verdanken hat. Denn wären die Oberfranken im Herbst bereit gewesen, ihr Pokalspiel gegen das nicht einmal 50 km entfernte Coburg unter der Woche auszutragen, hätte das Bayernligaspiel gegen Rosenheim termingerecht stattfinden können. So aber musste die Partie auf Ostermontag gelegt werden und der Termin war damit blockiert. Nun also wird Amateuren zugemutet, an einem Mittwoch insgesamt 710 km zu reisen, mindestens zwölf Stunden unterwegs zu sein und dafür Urlaub nehmen zu müssen.

"Sicher kein Vorteil", findet Schellenberg, will aber nicht lange lamentieren. "Machen wir das Beste daraus", blickt er nach vorne. Dann steigt eben Georg Lenz in den Bus, ein weiterer A-Junior neben Florian Bichler. Und der Trainer hofft, dass seine Mannschaft trotz der Ausfälle anknüpft an die Leistung vom Spiel gegen Ingolstadt. "Dann rechne ich mir was aus." Im Großen und Ganzen habe sein System schon funktioniert, "Details haben gefehlt, aber alles konnte man auch noch nicht erwarten." Die Mannschaftstaktik passte, die Individual- und Gruppentaktik noch nicht ganz.

In Hof soll nun der nächste Schritt gemacht werden, bei einem Gegner, der selbst unter Druck steht. Die letzten drei Spiele haben die traditionsreichen Bayern verloren, auch unter dem neuen Trainer Thomas Kost, der im November Michael Voigt abgelöst hatte, ist man weit entfernt von dem Anspruch "zwischen Platz drei und sechs", wie vor der Saison formuliert. Kost, zuvor Scout für Arsenal London, soll ein neues Konzept umsetzen, eigene Talente an die Bayernliga heranführen. Doch nach dem 0:3 gegen Memmingen äußerte er Zweifel, ob er "der richtige Mann für den Neuaufbau" sei. Dabei genießt er die volle Rückendeckung der Vereinsführung: "Der grundsätzliche Kurs stimmt, junge Talente sollen mehr Einsatzzeiten bekommen", so Reiner Denzler.

Das ist auch Wolfgang Schellenbergs Auftrag. An Tagen wie diesem kann er auch gar nicht anders, als die Jungen ins kalte Wasser zu werfen. Nach Bichler nun vielleicht Lenz. Und Schellenberg zählt eine ganze Reihe von Nachwuchskräften auf, die spätestens zur nächsten Saison folgen. Die will er natürlich in der Bayernliga spielen, trotz der manchmal schwierigen Gratwanderung. Und dafür braucht er Punkte: "Vier oder noch besser natürlich sechs" hat er sich als Ziel für die beiden Auswärtsaufgaben in Hof und Schalding-Heining gesetzt. hü

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