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Dreimal Rot und verbale Fehltritte

OVB
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Rote Karte eins: Christian Hofmann muss nach einem Foul vom Feld.

Rosenheim - Keine Punkte gab es für den TSV 1860 Rosenheim, dafür ein hitziges Spiel gegen den TSV Aindling mit einem verbalen Nachspiel.

Als das Spiel abgepfiffen, der Schiedsrichter unter wütenden Protesten aufgebrachter Zuschauer die Kabine erreicht hatte, wurde auf dem Spielfeld eine Auseinandersetzung weitergeführt, die von Anfang an giftig und hektisch, spielerisch aber miserabel gewesen war. Wo vorher mit harten Bandagen und vielen Unzulänglichkeiten gekämpft worden war, ging es nun verbal heiß weiter.

Mit Provokationen, von denen man schon während der 90 Minuten ein Übermaß hatte miterleben müssen, rühmten sich die Gäste des TSV Aindling ihres 1:0-Erfolgs beim TSV 1860 Rosenheim, der seinerseits vor Wut kochte. Über einen Schiedsrichter, der das Geschehen nie in den Griff bekommen hatte, viel zu spät und mit falschen Mitteln durchzugreifen versuchte, schließlich insgesamt dreimal glatt Rot zog und damit die Emotionen zum Glühen brachte.

Es lief die 57. Minute, als der 26 Jahre alte Steffen Ehwald endlich Autorität beweisen wollte. Ein grobes Foul an Andreas Schwinghammer hatte er gerade großzügig übersehen, nun aber schickte er Christian Hofmann vom Feld, der reichlich ungeschickt in einen Zweikampf gegangen war. "Gerade noch vertretbar", fand Sechziger-Trainer Wolfgang Schellenberg diesen Platzverweis. Doch als der Referee nur eine Minute später auch gegen Christoph Herberth Rot zog, war das Fass übergelaufen. Bei den Fans, den restlichen Akteuren und bei Schellenberg.

Rote Karte zwei: Der Platzverweis gegen Christoph Herberth löste Diskussionen aus.

Gesehen hatte keiner so richtig, was Herberth gemacht haben soll. Wohl auch der überforderte Unparteiische nicht. Fakt war, dass sich der Aindlinger Mario Schmidt, der von Anfang an den Referee lautstark kritisieren durfte ohne dafür auch nur einmal zur Räson gerufen zu werden, plötzlich wie vom Schlag getroffen laut schreiend auf dem Boden wälzte. Eine reife schauspielerische Leistung, so vermuteten die Rosenheimer, die in der Nähe waren. Eine Tätlichkeit, so urteilte Steffen Ehwald und zuckte innerhalb von nur 90 Sekunden zum zweiten Mal Rot. Manfred Paula, Trainer der Gäste, wollte sich zu der Aktion nur so artikulieren: "Ich habe nichts gesehen." Schellenberg äußerte sich zur Schiedsrichterleistung lieber nicht, dafür über den Assistenten: "Wenn einer zu mir sinngemäß sagt, es würde ihm Spaß machen, noch einen dritten Mann vom Platz zu schicken, dann denke ich mir meinen Teil."

Ab der 60. Minute also war ein Spiel, das nie richtig in Fahrt gekommen war, endgültig zerstört. Acht Rosenheimer Feldspieler wehrten sich nun mit aller Kraft gegen zehn der Aindlinger, die sich aber fast die Zähne ausbissen. "1860 stand sehr gut hinter dem Ball, wir fanden keine Mittel, sie zu knacken", so Manfred Paula, der zuvor ein "sehr zerfahrenes Spiel gesehen" hatte und von Glück sprach, bei den vielen Rosenheimer Standards ohne Gegentreffer in die Pause gekommen zu sein. "Die zweite Rote Karte war dann der Knackpunkt."

Am Ende stürmte sogar der Torhüter mit, doch 1860 Rosenheim blieb diesmal ohne Torerfolg. Fotos Ruprecht

Das einzige, was Schellenberg vor dieser ominösen Minute gefallen hatte, war, "dass wir keinen einzigen Aindlinger Torschuss zugelassen haben". Und auch nun, trotz zweifacher Überzahl, brachten die Gäste so gut wie nichts zustande. Auch der entscheidende Treffer, erzielt in letzter Minute, war nicht das Produkt eines klugen Spielzugs, sondern einfach Glück, wie auch Paula zugab. Eine missglückte Flanke kam zu Michael Zerle und der bugsierte den Ball per Kopf irgendwie über die Linie. "Aber danach fragt später keiner mehr", so Paula. Dass der Hauptdarsteller dieses Nachmittags, der Schiedsrichter Ehwald, anschließend noch mal Rot zog, diesmal gegen den überhart einsteigenden Aindlinger Michael Dietl, hatte nur noch statistischen Wert, das Spiel war kurz darauf beendet und ging in seine emotionale Verlängerung.

Es war eine bittere Niederlage für das Kathrein-Team, das nicht nur die Punkte, sondern eben auch zwei Spieler verloren hat, die nun in den nächsten Partien fehlen werden. Zumindest im Fall Herberth nur sehr schwer nachzuvollziehen.

TSV 1860 Rosenheim: Luginger, Herberth, Wimmer, Kokocinski, Martin (ab 85. Vorbeck), Christian Hofmann, Haas, Schwinghammer (ab 61. Pointvogel), Florian Hofmann, Einsiedler (ab 46. Wallner), Masberg.

Schiedsrichter: Ehwald (Geldersheim).

Zuschauer: 250.

Tor: 0:1 (90.) Zerle.

Besonderheiten: Rote Karten für die Rosenheimer Christian Hofmann (57.), Herberth (58.) und Aindlings Dietl (92.).

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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