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Lettenbichler holte zwei Podestplätze

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Andreas Lettenbichler begeisterte am Erzberg das zahlreiche Publikum mit zwei Podestplätzen.

Erzberg - Das 1995 erstmals in der Steiermark im Eisenerzabbaugebiet beim Ort Erzberg ausgetragene „Erzberg Rodeo“ mutierte heuer in seiner 15. Auflage zum Härtesten, was es in der Offroad-Szene an Herausforderungen gibt.

Von den 500 für den Start zum Finale qualifizierten Teilnehmern kamen nur 21 Fahrer in der vorgeschriebenen Maximalzeit von vier Stunden ins Ziel, darunter auch wieder die beiden BMW-Werksfahrer Andreas Lettenbichler von der MTG Kiefersfelden und Gerhard Forster aus Antwort bei Bad Endorf.

Begonnen hatte das viertägige Spektakel mit dem heuer erstmals ausgetragenen „Rocket Ride“, einem über drei gewaltige Auffahrten führenden Steilhangrennen, das nach Qualifikation im K.o.-System ausgetragen wurde. Sowohl Lettenbichler als auch Forster schafften bei 230 Mitbewerbern den Sprung unter die 48 Startberechtigten für die K.o.-Läufe. Während sich der Kiefersfeldener souverän über Achtel-, Viertel- und Halbfinale bis in das Superfinale kämpfte, war für den Antworter bereits nach der ersten K.o.-Runde Schluss, als er in seinem Heat Fünfter wurde, aber nur die ersten drei eine Runde weiter kamen. Lettenbichler zeigte dann auch noch im Finale eine tolle Leistung. Hinter dem Weltklasse-Motocrosser Gilles de Jong aus Belgien auf KTM 250 wurde er mit seiner BMW G 450X toller Zweiter, noch vor dem Neuseeländer Chris Birch auf KTM 300 EXC und dem als Mitfavorit gestarteten Lokalmatador Seppi Fally auf Kawasaki 450 KX.

Als nächstes galt es für Lettenbichler und Forster, sich im Prolog zum Hare Scramble nicht nur für die 500 Startberechtigten zum weltweit härtesten Eintages-Extrem-Enduro zu qualifizieren, sondern auch noch für die erste der zehn Startreihen à 50 Piloten. Mit den Plätzen 13 und 19 unter insgesamt rund 1500 Startern gelang dies perfekt. Beim abschließenden, höchst spektakulären Extrem-Rennen rund um den riesigen Eisenerz-Berg bis hinauf zum Ziel ganz oben auf dem Gipfel kam Lettenbichler beim Massenstart am besten weg, wurde dann allerdings von einigen Fahrern überholt, darunter auch der KTM-Werksfahrer Tadeusz Blazusiak, dem Sieger der letzten beiden Jahre. In einem wahren Staubchaos wurde der 34-jährige Kiefersfeldener von einem Mitkonkurrenten bereits in der ersten Abfahrt von hinten umgerissen, wobei sich die beiden Motorräder unglücklicherweise auch noch ineinander verhakten. Danach war erst einmal eine Aufholjagd angesagt. Schnell fand sich „Letti“ wieder auf Rang drei und konnte sich in einem rutschigen Waldstück sogar auf den zweiten Platz vorschieben. „Da hat sich wieder einmal die super Traktion meines Bikes bewährt“, so Lettenbichler.

In den folgenden extrem felsigen Passagen ließ der Kiefersfeldener Extremspezialist danach einige Trial-Profis ziehen, darunter auch den 12-fachen Trial-Weltmeister Dougie Lampkin aus Großbritannien auf einer Beta 450. Das war die richtige Entscheidung, wie sich später herausstellte, denn mehrere dieser Fahrer kollabierten bei Außentemperaturen über 30 Grad, während Lettenbichler immer wieder pausierte und sein eigenes Tempo fuhr. Am schlimmsten erwischte es dabei Dougie Lampkin, der in der berüchtigten Sektion „Gerichtsgraben“ vor dem 17. von insgesamt 20 Checkpoints völlig entkräftet in dem schwer zugänglichen Gelände mit einem Kreislaufkollaps vom Motorrad kippte. Die Rennleitung entschied daraufhin, das Rennen zu unterbrechen, um Lampkin schnellstmöglich mit dem Hubschrauber bergen zu können. Die dahinter ankommenden Fahrer wurden vor der Einfahrt in die Sektion gestoppt und durften das Rennen nach der Bergung mit Zeitgutschrift für die Wartezeit wieder fortsetzen.

Lettenbichler war da schon durch, während Forster zu den Wartenden gehörte. Zum Schluss erkämpfte sich Lettenbichler mit einer über alle physischen Grenzen gehenden Glanzleistung den dritten Platz hinter dem erneut siegreichen Polen Blazusiak und dem Briten Graham Jarvis auf einer Sherco 2,5i. „Letti“ zeigte sich mit diesem Resultat hochzufrieden, zumal das Bike des Siegers eine extrem leichte Zweitaktmaschine ist und die BMW G 450X eine echte großvolumige Enduro. „Härter als alles, was sie bisher gefahren sind“, war die einhellige Meinung aller Teilnehmer. Gerhard Forster, der von der Rennunterbrechung wegen der Bergung von Lampkin voll erwischt wurde, erreichte schlussendlich als Neunter das Ziel und damit das angestrebte Top-Ten- Resultat. Bedenkt man die verlängerte und deutlich verschärfte Streckenführung, die große Hitze am Renntag und die enorme Zahl an Spitzenfahrern, so haben sich die beiden einheimischen Hard-Enduro-Spezialisten mit ihren Platzierungen auf beeindruckende Weise in die Weltspitze des Offroad-Sports katapultiert.

sc

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