Skitour-Wettkampf mit Weltcup-Status

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Der Jennerstier findet am 12. März 2011 in Schönau am Königssee statt.

Schönau am Königsee - Die Popularität von Skitourenwettkämpfen nimmt stetig zu. Nun wurde die Weltcup-Tauglichkeit des "Jennerstier" bescheinigt.

In Frankreich und Italien ist das schon länger so, bei den italienischen Nachbarn gibt es mittlerweile mehr registrierte Skitourenrennläufer als Langläufer. Langsam ziehen auch Österreich und Deutschland nach. Als erster Wettbewerb im deutschsprachigen Raum hat der „Jennerstier“ in Schönau am Königssee für 2011 vom Internationalen Skibergsteiger Verband ISMF das Prädikat „Homologated Race“ erhalten. Damit wurde der Veranstaltung seine Weltcup-Tauglichkeit offiziell bescheinigt. Organisator Richard Lenz von der Alpenvereinssektion Berchtesgaden ist optimistisch, den Bewerb ab 2012 Weltcup-Rennen nennen zu dürfen.


Der „Jennerstier“ gilt als hart und anspruchsvoll. Skibergsteiger haben dort bis zu 2000 Höhenmeter bergauf, eine abwechslungsreiche Streckenwahl und eine spannende Abfahrtsroute zu bewältigen. Zwei Distanzen stehen zur Auswahl, beide führen hinauf zum 1.874 Meter hohen Jennergipfel, dabei geht es für die Teilnehmer über gesperrte Pisten, durch schwieriges Gelände und über eine Tragepassage. „Damit erfüllen wir alle Kriterien für einen internationalen Bewerb“, wusste Richard Lenz, der 2006 den „Jennerstier“ ins Leben rief, von Anfang an. Die Bestätigung erhielt der Organisator im vergangenen Jahr: Jean-Claude Tornare wurde vom Internationalen Skibergsteiger Verbandes ISMF (International Skimountaineering Federation) hatte den Wettbewerb genau unter die Lupe genommen und der Route Weltcup-Tauglichkeit attestiert. Wenn also am 12. März 2011 in Schönau am Königssee zum sechsten Mal der „Jennerstier“ stattfindet, wird die Veranstaltung im internationalen Rennkalender erstmals einen festen Platz haben und die Athleten können Weltcuppunkte sammeln.

Skibergsteigen als Olympiadisziplin

Für Richard Lenz ist das ein bedeutender Schritt, der endlich auch die Professionalisierung der Sportart in Deutschland weiter vorantreiben könnte. Eigentlich gehört Skibergsteigen nämlich zu den ältesten Wettkampfformen des Skisports. Ursprünglich als militärische Patrouillenläufe ins Leben gerufen, war das Skibergsteigen als Wettkampfsport bereits in den Jahren 1924 bis 1948 Teil des olympischen Winterprogramms. Vor allem in den Westalpenländern hat die Sportart eine lange Tradition und die größten Rennen wie die „Patrouille des Glaciers“ von Zermatt nach Verbier, die „Pierra Menta“ in Frankreich oder die „Mezzalama“ in Italien ziehen regelmäßig nicht nur Hunderte Teilnehmer, sondern auch Zehntausende Zuschauer an.


Für die internationalen Skibergsteiger-Wettkämpfe wie Weltcups und Weltmeisterschaften zeichnet sich seit 2008 der ISMF verantwortlich. Er ist bestrebt, die Sportart in den nächsten Jahren wieder zu den Olympischen Winterspielen zu bringen. Als Wettkampfdisziplinen haben sich vor allem „Single“ (Einzelwettkampf mit Aufstieg und Abfahrt), „Team“ (Im Zweier- oder Dreierteam mit Aufstieg und Abfahrt) sowie „Vertical Race“ (Einzelwettkampf, nur Aufstieg) etabliert.

Auf nationaler Ebene ist der Deutsche Alpenverein (DAV) der vom Deutschen Olympischen Sportbund anerkannte Fachverband für das Wettkampf-Skibergsteigen. Der DAV unterhält eine Nationalmannschaft im Skibergsteigen und veranstaltet mit dem DAV-Skitourencup die höchste nationale Wettkampfserie in dieser Sportart, zu dem 2011 neben dem Jennerstier noch der „Dammkarwurm“ (Mittenwald), der „Champ or Cramp“ (Spital/ Drau) und die „Hochgrat-Ralley“ (Oberstaufen) gehören. Als zuständiger Fachverband richtet der DAV außerdem die Deutschen Meisterschaften im Skibergsteigen aus.

Davon, dass sich der „Jennerstier“ ab 2012 erstes deutsches Weltcup-Rennen nennen darf, ist Richard Lenz überzeugt. Ehrgeizig und engagiert sind er und sein Helferteam stetig bemüht, die Veranstaltung weiter zu optimieren. In diesem Jahr wurde nicht nur die Homepage überarbeitet, es wurde auch eine TV-Produktion in Auftrag gegeben. Erfahrungen aus Österreich lassen zwischen 60 und 110 Stunden Fernsehbeiträge erwarten.

Pressemitteilung

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