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Entscheidung fiel nach Doppelschlag

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Ingolstadts Alessandro Alfieri (links) im Duell mit Rosenheims Torschützen zum 2:0 Andreas Schwinghammer.

Ingolstadt - Zahlen, sagt man, sind unbestechlich. Und doch erzählen sie manchmal die falsche Geschichte. Die blanken Zahlen sagen, der TSV 1860 Rosenheim hat einen Traumstart hingelegt...

...in die neue Saison der Fußball-Bayernliga - drei Spiele, drei Siege, kein einziges Gegentor.

Mit dem FC Ingolstadt 2 nun nach Bayreuth einen weiteren Meisterschafts-Favoriten auswärts besiegt, ein Doppelschlag in der 53. und 54. Minute brachte durch Kokocinski und Schwinghammer einen souverän wirkenden 2:0-Erfolg. Rosenheim grüßt in der Tabelle von oben und so mancher wird die Mannschaft nun ganz selbstverständlich zu den Titel-Aspiranten zählen.

Knieverletzung von Matthias Linnemann

Doch Wolfgang Schellenberg, der Trainer, spricht lieber davon, dass diese Punkte, die man nun ansammelt, noch ganz wichtig werden könnten, um den Abstand nach unten zu wahren, sich ein Polster anzulegen für schwierige Zeiten, die, so Schellenberg, "bestimmt kommen" werden. "Unser Saisonziel heißt weiter, nicht in den Abstiegskampf hineinzurutschen."

Wer Schellenberg nun für einen Tiefstapler hält oder notorischen Pessimisten, der hat wohl zum einen das Spiel in Ingolstadt nicht gesehen, zum anderen kennt er offensichtlich die personelle Situation der Sechziger nicht. In Ingolstadt fehlten Daniel Wimmer, Florian Hofmann und Danijel Majdancevic wegen Verletzungen, nun erwischte es mit Matthias Linnemann einen weiteren Leistungsträger: "Eine Knieverletzung, im schlimmsten Fall ein Kreuzbandriss", argwöhnt Schellenberg, "die Hinrunde ist für ihn gelaufen." Ein weiterer schwerer Rückschlag.

Linnemann war nach seiner Erkrankung, die ihn gegen Heimstetten zu einer Pause zwang, erst nach einer halben Stunde für den gelbrot-gefährdeten Christoph Herberth eingewechselt worden, in einer Phase, als die Rosenheimer keineswegs wie der spätere Sieger wirkten. "Ingolstadt war uns in allen Belangen überlegen", anerkannte Schellenberg, "die hatten drei, vier richtig gefährliche Aktionen." Doch weder Yahoua noch Hagmann oder Berger schafften es, ihre dicken Chancen zu nutzen, "wenn wir mit einem deutlichen Rückstand in die Pause gegangen wären, hätten wir uns nicht beschweren dürfen."

Doch die zweite Hälfte begann optimal für das Kathrein-Team. In der 53. Minute war Michael Kokocinski per Kopf nach einer Ecke zur Stelle und als nur eine Minute später Andreas Schwinghammer, glänzend bedient von Thomas Masberg, den Ball zum 2:0 über die Linie gedrückt hatte, war der jungen Ingolstädter Truppe der Zahn gezogen. "Danach haben wir es endlich geschafft, den FC nicht mehr so gefährlich werden zu lassen, sind deutlich besser gestanden und haben auch mehr Zweikämpfe gewonnen", so der Coach.

Genau das hatte Schellenberg vermisst in Hälfte eins, "ich weiß nicht, woran das lag, wir wirkten platt, es fehlten die Spritzigkeit und die Konzentration. Vielleicht hat die englische Woche doch zu viel Kraft gekostet". Gerade in dieser Phase habe man gesehen, dass die schöne Situation in der Tabelle wohl nicht viel mehr ist als eine Momentaufnahme, die man genießen sollte. Zu einer echten Spitzenmannschaft fehlt aber noch was. Und dann der Schock, die böse Verletzung. Ein Linnemann ist kaum zu ersetzen, und auch ein Marco Vorbeck wird nicht sofort die Lücke schließen, die der langzeitverletzte Majdancevic hinterlassen hat.

Vorbeck übrigens, der Ex-Profi von Rostock, Dresden und Augsburg, soll, falls alle Formalitäten erledigt sind, schon am Mittwoch sein Debüt für 1860 Rosenheim geben, im Bezirksligaspiel der U23 gegen den Nachbarn SV DJK Kolbermoor. Er braucht nun, nach seiner langen Pause, schnell Spielpraxis, um bald in der Bayernliga mithelfen zu können, das Polster nach unten noch etwas dicker werden zu lassen. Nur darum geht es, auch wenn die reinen Zahlen momentan anderes vorgaukeln wollen.

TSV 1860: Luginger, Herberth (32. Linnemann, 71. Wallner), Lenz, Kokocinski, Martin, Haas, Christian Hofmann, Schwinghammer, Tuncali, Einsiedler (86. Bichler), Masberg.

Tore: 0:1 Kokocinski (53.), 0:2 Schwinghammer (54.)

Schiedsrichter: Roman Solter (Mantel-Weiherhammer)

Zuschauer: 200

re/Oberbayerisches Volksblatt

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