DTM: Tomczyk siegt im Regen

Die strahlenden Piloten fuhren Audi einen Dreifachsieg ein.
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Die strahlenden Piloten fuhren Audi einen Dreifachsieg ein.

Brands Hatch - Der Rosenheimer Audi-Pilot Martin Tomczyk gewann bei verregneter Rennstrecke das Rennen in Brands Hatch. Er übernimmt damit die DTM-Gesamtführung.

Gerademal die ersten Takte der Nationalhymne erklangen nach dem Rennen in Brands Hatch, als Martin Tomczyk schon wieder eingreifen musste.


Seine Podiumskollegen standen zwar an richtiger Stelle, aber nicht unter ihren Landesflaggen.

Die waren vertauscht und Tomczyk erkannte auch das als Erstes. Galant im Takt dirigierte er den Seitenwechsel von Matthias Ekström und Edoardo Mortara. Von oben, von Platz eins aus. Martin Tomczyks Platz eins.


Zum dritten Mal in dieser DTM-Saison stand der Rosenheimer dort. So ist neben dem Red Bull und dem Lausitzring jetzt auch Brands Hatch eine Tomczyk-Strecke. Denn: Keiner war im Vorort von London an diesem Wochenende schneller als er im Ziel - und das bei Regen und einem kaputten Scheibenwischer. Größere Probleme machte das bei Tomczyk trotzdem keine. "Es ist erstaunlich, wie wir auch ohne vorherige Tests das Auto auf den Regen abgestimmt hatten. Aber ich konnte mich bei der Abstimmung auch auf mein Team verlassen. Das hat perfekt funktioniert", meinte der Rosenheimer.

Der Start funktionierte diesmal nicht so gut

Tomczyks Start in Brands Hatch war aber alles andere als gut: Was 2011 bislang perfekt funktioniert hatte, war auf der kürzesten Strecke im diesjährigen DTM-Kalender eine Herausforderung. "Es ist immer schwierig bei Regen zu starten, weil du schnell durchdrehende Räder bekommst. Dann geht es gar nicht mehr vorwärts und so war das bei mir." Dadurch verlor Tomczyk kurzzeitig seinen dritten Startplatz, bekam dann aber eine Art Begleitschutz. Markenkollege Mortara räumte den Weg nach vorn frei, so dass Tomczyk am Ende mit deutlich schnellerem Auto auch Mercedes-Konkurrent Gary Paffett überholen konnte. Wichtig zu diesem Zeitpunkt war dennoch nicht zu viel Risiko einzugehen.

Die direkten Meisterschaftskonkurrenten waren zwar weit weg vom Phoenix-Piloten. Dennoch beendete auch Spengler das Rennen in den Punkten, allerdings mit zu großem Abstand zum Sieger. Damit gab es wieder einen neuen, alten Meisterschaftsführenden in der DTM-Wertung: Martin Tomczyk.

Geplant war eine solche schnelle Aufholjagd nicht, erfreulich ist sie dagegen umso mehr. "Das fühlt sich gut an, wenn man das alles an einem Rennwochenende unter bekommt. Also aus sieben Punkten Rückstand eine Ein-Punkt-Führung zu machen und dazu ein volles Audi-Podium zu haben. Etwas Besseres kann man sich nicht vorstellen", sagt der Rosenheimer Rennfahrer, der auf seine erfolgreichste DTM-Saison zusteuert.

Direktduell um Titel mit Bruno Spengler

Durch den dritten Saisonsieg und der fünften Podiumsplatzierung in dieser Saison steht nun fest: Kein Audi-Pilot wird noch in den Meisterschaftskampf eingreifen können. Der Titelkampf ist mit dem siebten Saisonlauf zum Duell geworden. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Bruno Spengler. "In zwei Wochen geht es gleich weiter. Audi war in Oschersleben immer konkurrenzfähig. Ich denke, das wird auch 2011 so sein, und ich werde versuchen, an Brands Hatch anzuschließen." Es wird eine weitere Herausforderung. Denn Spengler kam vergangenes Jahr in der Magdeburger Börde als Zweiter aufs Podium - Tomczyk wurde nur Achter. Ein Platz, den der Rosenheimer in dieser Saison nur vom Ergebnisbogen kennt.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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