Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein «Nickerchen» und 25.000 Kalorien

+
Bronze bei der EM gab es für Armin Hohenadler vom TVT Traunstein.

Neulengbach - EM-Medaille für Armin Hohenadler: Der Triathlet des TV Traunstein erkämpfte bei den Double-Ultra-Triathlon European Championships, die in Neulengbach (Österreich) ausgetragen wurden, in einer Gesamtzeit von 22:58:29 Stunden den dritten Rang.

7,6 Kilometer Schwimmen, 360 Kilometer Radfahren und 84,390 Kilometer Laufen standen auf dem Programm.

Den EM-Titel holte sich Adrian Brennwald (Schweiz) in 21:15:10 Stunden vor Matej Markovic (Slowenien, 22:10:37) und Hohenadler. Schnellste der drei (von sechs) Frauen, die das Ziel erreichten, war die Deutsche Dagmar Großheim (28:48:33). Dritte wurde Extremsportlerin Astrid Benöhr (31:54:09). Die letzten der 56 Teilnehmer erreichten nach rund 36 Stunden das Ziel, einige hatten aber schon zuvor aufgegeben.

Kein Wunder: Bei einer solchen Wettkampfdauer stellen die Ernährung für Hohenadler - ein Bedarf von 25000 Kalorien wurde errechnet - und der Schlafmangel eine ähnlich große Herausforderung dar wie die sportlichen Aufgaben. Hohenadlers Radzeit entspricht einem Schnitt von rund 30 Stundenkilometern, seine Laufzeit (8:34 Stunden) einem Schnitt von fast zehn Stundenkilometern. Und das, obwohl er zwichenzeitlich beim Laufen ein kleines «Nickerchen» einlegen musste.

Seine Wettkampfverpflegung bestand aus 20 Radflaschen mit Energie-Drinks sowie Gel-Konzentraten, Cola und alkoholfreiem Bier. Hinzu kamen 20 Schinken- und Käsesemmeln, Macadamia-Nüsse, «Studentenfutter» und Energie-Riegel sowie Schokolade.

Zunächst standen die 152 Bahnen im Schwimmbad auf dem Programm. «Das Wasser war kalt. Einige haben schon nach einer Stunde aufgegeben, andere haben sich zwischendurch unter der heißen Dusche aufgewärmt», berichtet der Sportler des TVT, der die Strecke in 2:15 Stunden bewältigte.

Nach dem Schwimmen regnete es noch immer und hatte gerade acht Grad.

Beim Radfahren wurden 37 Runden mit je rund 9,74 Kilometern bewältigt. Hohenadler hatte schon beim Schwimmen zwischenzeitlich getrunken und Energie-Gel zu sich genommen. Beim Radfahren hörte nach ein paar Stunden der Regen auf.

Allerdings sanken die Temperaturen bis auf drei Grad. Nach rund zehn Stunden Wettkampf konnte der TVT-Athlet keine süßen Getränke mehr zu sich nehmen, so stieg er auf alkoholfreies Bier um. Bei einbrechender Dunkelheit musste man die Fahrradbeleuchtung einschalten. Hohenadler war mit einer Lampe am Rad und einer zusätzlichen Stirnlampe unterwegs. «Aber die Schlaglöcher und Risse in der Straße musste man kennen, denn die blieben in der Dunkelheit verborgen», sagte er im Gespräch mit unserer Sportredaktion. Gegen Mitternacht, nach fast 300 Kilometern im Sattel, «bekam ich auch keine Semmel mehr runter» Hohenadler nahm einen Schokoriegel, und plötzlich kehrte die Energie zurück. Als seine vordere Lampe ausfiel, wurde ein kurzer «Boxenstopp» zur Reparatur nötig. «Der einzige Vorteil zu dieser Zeit war, dass der ständige Autoverkehr fast aufhörte. Dieser war teilweise sehr gefährlich, da hier ständig Autos überholten», so der beruflich in Traunreut engagierte Sportler. Gefährlich wurden aber auf der letzten Runde auch zwei Mitkonkurrenten: «Die kamen mir in einer Linkskurve entgegen. Der Vordere hat mich nur knapp verfehlt.» Zusammen mit dem Wechsel war er 12:01 Stunden auf dem Rad unterwegs.

Eine heiße Hühnersuppe half

Beim Laufen waren 126 Runden (je 670 Meter) zu bewältigen. Beinen und Rücken ging es gut, doch Hohenadler hatte Magenschmerzen und musste Toiletten-Pausen einlegen. Dann machte sich auch die Müdigkeit bemerkbar. Er setzte sich bei seiner Verpflegungsstelle und schloss für ein paar Minuten die Augen. «Das tat gut!» Da Hohenadler kaum noch essen konnte, musste er das vorzeitige Ende des Wettkampfes befürchten. Dann bekam er von einem Helfer heiße Hühnersuppe. Inzwischen war es wieder hell. «In den letzten Stunden konnte ich Cola trinken, was mir wieder etwas Power gab.» Die letzte Laufrunde wurde in entgegengesetzter Richtung mit der Nationalflagge in der Hand absolviert und alle Entgegenkommenden bejubelten den Zielläufer. Hohenadler wurde Dritter.

Die Freude war groß. Dass beim Radfahren und beim Laufen so viele Runden zu absolvieren war, störte ihn nicht. «So war ich immer schnell bei meiner Verpflungsgsstelle.» Es gab nur ein Problem: Da 125 der 126 Runden in dieselbe Richtung gelaufen wurden, wurden Beine und Füße ungleichmäßig beansprucht. «Da gab es viele Blasen», berichtet er.

Nach seinem Doppel-Ironman hat er nun etwas Zeit zur Regeneration. Sein nächstes Wettkampf-Vorhaben: Er fährt beim Bergrad-Rennen «Trans Germany» eine Woche lang durch Deutschland.

Die Etappen sind «nur» je 100 Kilometer lang - allerdings mit entsprechend vielen Höhenmetern.

who

Kommentare