Perspektiven jenseits des Fußballs

Burghausen - David gegen Goliath: Mit einem umfassenden Nachwuchs-Förderkonzept stemmt sich der SV Wacker Burghausen gegen die Dominanz der großen Klubs. *NEU: Video*

Während der SV Wacker Burghausen in seiner Region die unumstrittene Nummer eins ist, muss sich der Verein im Werben um talentierte Nachwuchsfußballer regelmäßig größeren Klubs geschlagen geben. Neben dem schier übermächtigen FC Bayern gelingt es auch allzu oft dem TSV 1860 München, dem FC Augsburg und Red Bull Salzburg, Jugendspieler vom SV Wacker wegzulocken. Gegen diesen Trend stemmt sich der Drittligist nun mit einem "integralen Förderkonzept", das neben der sportlichen Leistung auch Schule und Beruf berücksichtigt. In einer Pressekonferenz haben Vereinsvertreter das Konzept vorgestellt.

Mehrjährige Förderverträge für Talente

Im Zentrum steht dabei ein Förderkader aus insgesamt 16 Nachwuchsspielern der Jahrgänge 1999 bis 1994. Acht von ihnen sollen mit einem Fördervertrag ausgestattet werden, Acht weitere aus der "zweiten Reihe", wie es Josef Berger, Abteilungsleiter Fußball, formuliert, komplettieren die Gruppe. Am 1. Januar und am 1. Juli jeden Jahres sollen Jugendliche mit einem Fördervertrag, teilweise mit mehrjähriger Laufzeit, ausgestattet werden.


Bislang hat ein Nachwuchsspieler einen solchen Vertrag unterzeichnet: Sebastian Weiß aus der U17-Mannschaft. Seine Förderung läuft drei Jahre lang. Sportlicher Schwerpunkt der Förderung ist ein gemeinsames Training der Jugendlichen mit den Übungsleitern der Profis zwei Mal im Monat, sowie ein Trainer-Feedback alle sechs Monate.

Schulische und berufliche Begleitung der Spieler

Gerade weil die bayerischen Verein aus der ersten und zweiten Bundesliga hervorragende Trainingsbedingungen bieten, umfasst das neue Förderkonzept des SV Wacker auch die schulische Entwicklung der Jugendlichen. "Wir zeigen Euch einen Weg, wie es bei uns weitergehen kann", bringt Vereinspräsident Klaus Schultheiss die Botschaft an den Nachwuchs auf den Punkt. So umfasst das neue Konzept die schulische und berufliche Begleitung der Spieler, sogar bis hin zur Schaffung eines Lehrstellenpools. Exemplarisch dafür steht die Kooperation mit der Realschule in Altötting, die bald zusätzlichen Sportunterricht für die Nachwuchsspieler anbieten möchte.


Genau mit jener Verwurzelung in der Region sieht Wacker Burghausen seine Stärke. Andere Vereine würden 14-Jährige aus ihrem Umfeld herausreißen und fallen lassen wie eine Kartoffel, kritisiert Florian Hahn, Geschäftsführer der Wacker Burghausen Fußball GmbH. Beim SV Wacker jedoch könnte der Nachwuchs aus der Region in seinem gewohnten Umfeld weiterentwickeln. "Als Vater bin ich manchmal verblüfft, welche Risiken die Eltern bereit sind einzugehen", meint etwa Aufsichtsratsmitglied Reinhard Frauscher.

Mit neuen Ideen die Talente binden

Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Die Wacker-Arena in Burghausen © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Die Wacker-Arena in Burghausen © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Die Wacker-Arena in Burghausen © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Die Wacker-Arena in Burghausen © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Von links: Thomas Weber, Dr. Christian Freyer, Josef Berger, Florian Hahn, Klaus Schultheiss und Reinhard Frauscher. © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Von links: Florian Hahn, Klaus Schultheiss und Reinhard Frauscher. © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Josef Berger (links) und Florian Hahn. © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Von links: Thomas Weber, Dr. Christian Freyer, Josef Berger, Florian Hahn, Klaus Schultheiss und Reinhard Frauscher. © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Von links: Thomas Weber, Dr. Christian Freyer, Josef Berger, Florian Hahn und Klaus Schultheiss. © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Florian Hahn (lins) und Klaus Schultheiss. © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Dr. Christian Freyer (links) und Josef Berger. © bla
Der SV Wacker Burghausen präsentiert sein neues Nachwuchs-Förderkonzept
Von links: Josef Berger, Florian Hahn und Klaus Schultheiss. © bla

Trainer und Spieler sollen Konzept mittragen

Die Vereinsvertreter betonten, wie wichtig es ist, dass der gesamte Klub das neue Konzept mitträgt. Sollte Cheftrainer Georgi Donkow den Verein einmal verlassen, sei dies ein wichtiges Kriterium für seinen Nachfolger. "Der Trainer muss hinter dem Konzept stehen", sagt Florian Hahn. Daneben muss auch der Fußballnachwuchs zum Verein passen. Thomas Weber, stellvertretender Abteilungsleiter Fußball, wünscht sich Talente mit einem gesunden Verhältnis zum Sport. Spieler, die nur daran denken, Profi zu werden, würden nach der Karriere leicht zum Sozialfall. "So was wollen wir nicht heranziehen", so Weber.

Jedes zweite Talent langfristig halten

Ein Gehalt ist in den Förderverträgen übrigens nicht vorgesehen. Dennoch beziffert Weber die Kosten des neuen Konzepts auf insgesamt 50.000 Euro pro Jahr. Eine Investition, die sich langfristig rechnen soll. 50 Prozent der Nachwuchsspieler der "ersten Wahl" sollen laut Josef Berger künftig im Verein gehalten werden. Aktuell beziffert der Abteilungsleiter Fußball die Quote auf Null Prozent.

Quelle: rosenheim24.de

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