Zum Auftakt gleich Gastspiel bei Meister Ismaning

Besser gehts nicht

OVB
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Julian Richter will mit dem TSV 1860 Rosenheim zum Auftakt beim Meister gleich überraschen.

Rosnheim - Ausgerechnet Ismaning! Eigentlich ist die Konstellation gar nicht möglich, dass man in der Fußball-Bayernliga beim amtierenden Meister antritt.

Durch den Verzicht des FC Ismaning auf eine Regionalliga-Lizenz kommt es aber jetzt gleich am ersten Spieltag zum absoluten Top-Spiel, am heutigen Samstag (15 Uhr) zum Duell des Ersten gegen den Dritten der letzten Saison, den TSV 1860 Rosenheim. Besser geht's nicht, schließlich ist der Zweite, der FC Ingolstadt 2, nicht mehr in der Liga, ist statt der Ismaninger aufgestiegen.


Franz Höhensteiger, Rosenheims Teammanager, nennt diesen Auftakt "brutal. Gleich zum Meister, da wäre schon ein Punkt ein Erfolg." Höhensteiger weiß, dass die Ismaninger Revanchegelüste hegen. In der letzten Saison haben sie gerade mal ein Heimspiel verloren und das war beim 0:1 am 9. April gegen die Sechziger. Diese Wunde ist noch nicht verheilt, "vielleicht", hofft Höhensteiger, "haben sie aber auch ein bisschen Angst, dass sich Geschichte wiederholt. Das wäre ein echter Coup, das wäre sensationell, wenn wir dort noch einmal gewinnen sollten."

Von allen Bayernliga-Trainern außer Frank Schmöller, ihrem eigenen, wurden die Ismaninger wieder zum großen Favoriten gekürt, also auch von Marco Schmidt, dem neuen Sechziger-Coach. Der weiß natürlich ganz genau, wie wichtig ein guter Start wäre, die direkte Fortsetzung der Erfolgsserie des Frühsommers, als man von den letzten neun Saisonspielen acht gewinnen konnte, beginnend übrigens mit dem Sieg in Ismaning. Die Mannschaft hat sich kaum verändert, aus dem Siegerteam von Ismaning stehen nur Erkan Atilgan und Andi Schwinghammer nicht mehr zur Verfügung. "Die Mannschaft hat die Harmonie und den Teamgeist des letzten Jahres mit in die neue Saison genommen", spürt Schmidt, dem auch vor dem Meister keineswegs bange ist.


Zu den Favoriten aber zählt er seine Truppe nicht, "wir wollen mindestens Platz neun und damit in die Regionalliga. Wenn wir es aber erst über die Qualifikationsspiele schaffen sollten, wäre ich auch nicht unzufrieden", gibt er das große Ziel vor, das sich praktisch alle Bayernligisten gesetzt haben. Dazu muss ein ordentlicher Auftakt her, "wir haben bis Ende August schon neun Punktspiele, da wäre es fatal, würde man da schon den Anschluss verlieren", warnt Höhensteiger. Verzichten muss Schmidt vorerst noch auf die Langzeitverletzten Ozan Tuncali und Matthias Linnemann sowie auf Michael Pointvogel (Syndesmoseband) und Florian Hofmann (Muskelfaserriss).

Auch beim FC Ismaning hat sich die Zusammensetzung des Kaders nur marginal verändert, der Verlust von Torjäger Florian Niederlechner (zu Unterhaching) aber könnte schmerzen. Zumal der als Ersatz geholte Andreas Fischer, zuletzt in Weiden, nach einem halben Jahr ohne Spielpraxis noch Nachholbedarf hat. Schon gut integriert ist dagegen Franz Hübl, der vom TSV Aindling kam, Johannes Volkmar vom TSV Großbardorf soll, so Schmöller, "die körperliche Präsenz in unser Spiel bringen." Zuletzt wurde auch noch der frühere Löwe Tobias Bukowski von Bayern Hof geholt. Meistertrainer Schmöller hat nur eine Angst, nämlich dass die Mannschaft nach dem Erfolg der letzten Saison die Sache ein bisschen zu leicht nehmen könnte: "Ein Selbstläufer wird das nicht", warnt er.

Es ist also alles bereit für einen packenden Auftakt, für das absolute Spitzenspiel des ersten Spieltags. Es wird noch nicht wegweisend sein, aber doch erste Anhaltspunkte geben, ob die Richtung stimmt. Und die soll ganz klar zur neuen Regionalliga Bayern führen, für beide Teams.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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