Hochfelln-Berglauf: Wyatt bekommt Konkurrenz

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Bergen - Der achtmalige Hochfelln-Sieger Jonathan Wyatt bekommt Konkurrenz: In diesem Jahr ist der internationale Spitzenbergläufer Petro Mamo aus Eritrea dabei.

Neben den vielen Weltklasseläufern, die beim Hochfelln-Berglauf seit Jahren zum Stamm des Starterfeldes gehören, wird heuer auch erstmals der internationale Spitzenbergläufer Petro Mamo aus Eritrea sein großes Können unter Beweis stellen. Mamo ist amtierender Weltmeister in der Disziplin „reinbergauf“ und hat in dieser Saison viele namhafte Bergläufe gewonnen, und das fast immer mit Streckenrekord. So verbesserte er die Streckenrekorde des achtmaligen neuseeländischen Hochfelln-Berglauf-Champions Jonathan Wyatt beim „Großglockner Berglauf“ und beim „Dolomitenmann“ in Lienz/Osttirol. Einen Tag später gewann er mit vier Minuten Vorsprung vor Wyatt auch den italienischen Berglaufklassiker „Südtirol Drei Zinnen Alpine Run“.

Der achtmaligen Hochfelln-Sieger Jonathan Wyatt.

Die Berglauf-Weltmeisterschaft am 8. September in Polen „verweigerte“ Mamo demonstrativ, da er, wie viele andere Top-Athleten auch, wegen der großen Verletzungsgefahr nicht bei Bergauf/Bergab-Rennen startet. Bei der WM 2014 in der Toskana, die turnusmäßig wieder in der Disziplin „reinbergauf“ ausgetragen wird, wolle er seinen Titel auf jeden Fall verteidigen, verspricht Mamo, der derzeit bei einer befreundeten Familie in Südtirol wohnt und sich dort auf den 40. Internationalen Hochfelln-Berglauf am 29. September vorbereitet.

Dort gehört er zweifelsohne zu den Topfavoriten. Insider trauen Mamo sogar die Verbesserung des sensationellen 40:34,9 Minuten-Streckenrekordes zu, den der siebenfache Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt 2002 aufstellte. mmü

Hochfelln-Berglauf am 29. September: Favoriten in der Inn-Chiemgau-Wertung

Der Inn-Chiemgau-Wertung kommt in diesem Jahr als Rahmenwettbewerb des 40. Internationalen Hochfelln-Berglaufes wegen der Deutschen Meisterschaft besondere Aufmerksamkeit zu. Obwohl die Meldungen, die über den Landesverband an den Veranstalter Skiclub Bergen weitergeleitet werden, noch nicht vorliegen, wird damit gerechnet, dass alle namhaften Bergläufer des Inn/Chiemgaus an der Jubiläumsveranstaltung teilnehmen werden. Da selbst die ambitionierteren Amateure in der Tageswertung gegenüber den Profis keine reale Chance haben, wird seit Jahren eine Gauwertung ausgeschrieben, die sich laut „Bibi“ Anfang, dem Macher des Hochfelln-Berglaufes, sehr bewährt habe.

Favoriten für diese sogenannte „Inn-Chiemgau-Wertung“ sind heuer bei den Männern Berglaufkaderangehöriger und Skiberglaufweltmeister Toni Palzer (SK Ramsau), John Mooney (Post-Telekom-SV Rosenheim), der mit 45:53,0 Minuten den Inn-Chiemgau-Rekord hält, und die deutsche Triathlon-Nachwuchshoffnung Robert Wimmer (Aicher Holzhausteam Bad Endorf). Wimmer, der sich im Vorjahr schon den 10. Gesamtrang erkämpfte und dessen persönliche Bestzeit bei 46:57,6 Minuten liegt, hat sich läuferisch noch einmal stark verbessert. Sein Trainer, der berglauferfahrene Manfred Jäger, glaubt fest daran, dass sein Schützling den Gaurekord gefährden kann.

Für die „Top-Fünf“ kommen auch noch Stefan Holzner (Hotel Seeblick-Team Thumsee) und einige Chiemgauer Spitzenstraßenläufer infrage, die selten an Bergläufen teilnehmen, heuer aber wegen der Deutschen Meisterschaft der Versuchung Hochfelln-Berglauf womöglich nicht widerstehen können. Nicht in die Regionalwertung einbezogen werden kann DLV-Berglaufkadermitglied Fabian Alraun, der unlängst in Polen an der WM teilnahm. Er ist zwar Brannenburger, startet aber für die „LG Telis Finanz Regensburg“.

Alraun habe angeblich gegenüber Mannschaftskameraden angedeutet, bei der „Deutschen“ wegen „zu starker Konkurrenz“ nicht anzutreten. Falls er erneut taktiere oder eine Verletzung vorschütze, „würde dies automatisch die Streichung der Kaderzugehörigkeit bedeuten“, ließ der DLV-Berglauffachwart Wolfgang Münzel bei einem Vorbereitungsgespräch der Deutschen Berglaufmeisterschaft verlauten. Bei den Frauen werden Waltraud Berger (TG Salzachtal), Sabine Schneider (PTSV Rosenheim) und Berglaufkadermitglied Michelle Maier (PTSV Rosenheim) als Favoritinnen für die Gauwertung beim diesjährigen Hochfelln-Berglauf gehandelt. Aber auch hier könnte es Überraschungen geben. Nennungen können noch bis Mittwoch, 25. September online unter www.hochfellnberglauf.de abgegeben werden. Dort finden sich auch weitere Infos.

Georg „Bibi“ Anfang – der Vater des Hochfelln-Berglaufes

Der Macher des Hochfelln-Berglaufes, „Bibi“ Anfang, den unter seinem bürgerlichen Namen Georg Anfang im Chiemgau kaum jemand kennt, feierte am 14. April bereits seinen 77. Geburtstag. Trotz seines fortgeschrittenen Alters und gesundheitlicher Probleme lässt er es sich nicht nehmen, auch bei der 40. Ausgabe „seines“ Hochfelln-Berglaufes tatkräftig mitzumischen. Dessen Erfolgsgeschichte ist untrennbar mit Anfang verbunden, der die Sportveranstaltung 1974 ins Leben gerufen hatte und bis 2012 ohne Unterbrechung Organisationsleiter war.

Es dürfte schwer sein, jemanden zu finden, der auf eine vergleichbare Vereins-und Berglaufkarriere zurückblicken kann. So stand der ehemalige Postbeamte nach der Gründung des Ski-Clubs Bergen von 1965 bis 2012 an dessen Spitze und wurde dann zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Von 1956 bis 1965 hatte er die Abteilung Ski beim TSV Bergen geleitet. Fachjournalisten, Berglauffunktionären und Berglaufathleten bezeichneten Anfang über die Jahre als “Berglaufexperten”, “Kenner der nationalen und internationalen Berglaufszene”, “Hochfelln-König”, ”Berglaufpapst” (Guru) “Bayerisches Urgestein”, “umtriebiger Macher, ohne dem im internationalen Berglaufgeschäft schon seit langem nichts mehr geht”.

Wegen seiner kritischen Kommentare und oft auch unumwundener Meinungsäußerungen wurde er aber auch schon mal als “Berglaufrevoluzzer” gebrandmarkt. Kritiker, die es besser mit ihm meinten, nannten ihn unter anderem “Einzelkämpfer mit Zivilcourage und Durchsetzungsvermögen”. 2005 erhielt Anfang für seine besonderen Leistungen und sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz.

mmü

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Weitz

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