"Angeschlagener Boxer" erwartet 1860

OVB
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Valentin Hauswirth (links) machte mit einem Tor in Kirchanschöring auf sich aufmerksam.

Rosenheim - Wenn die Weisheit stimmt, dass angeschlagene Boxer am gefährlichsten sind, steht dem TSV 1860 Rosenheim ein ganz schwerer Gang bevor.

Der Tabellenführer der Fußball-Bayernliga muss am heutigen Samstag (15 Uhr) beim Würzburger FV antreten, der gerade bedenklich ins Trudeln geraten ist.


Zu Saisonbeginn nicht nur von Sechziger-Coach Marco Schmidt noch als einer der Favoriten gehandelt, haben die Zellerauer zuletzt zwei Mal in Folge verloren und sind zu allem Überfluss am Mittwoch auch noch aus dem Pokal geflogen. Ausgerechnet daheim gegen den unterfränkischen Konkurrenten TSV Großbardorf, den man vor drei Wochen in der Liga noch mit 4:2 besiegt hat.

In Würzburg ist Feuer unterm Dach


Nun also ist Feuer am Dach in Würzburg. Nach dem 0:2 im Pokal zeichnet die eigene Homepage ein "besorgniserregendes Bild", das die Mannschaft gegen Großbardorf abgegeben habe. Und Trainer Michael Hochrein spricht von einer "ganz, ganz schwachen Leistung", sieht akuten Redebedarf: "Das, was es zu sagen gibt, werden wir intern besprechen."

Restlos zufrieden aber konnte auch Marco Schmidt nicht sein mit dem Pokalauftritt seiner Truppe. "Da haben offenbar einige gedacht, es geht mit halber Kraft", kritisierte er nach dem letztlich doch noch klaren 3:1 in Kirchanschöring. Zwar hatte er sein Team noch mal kräftig umgebaut, aus der Siegerelf vom grandiosen 5:1 über Heimstetten mit Robert Mayer, Christian Hofmann, Julian Richter, Danijel Majdancevic, Eugen Martin und Andreas Voglsammer sechs Stammkräfte zumindest in der ersten Halbzeit draußen gelassen, doch das darf bei diesem ausgeglichenen Kader keine Ausrede sein. Dennoch, wer auch mit einer schwächeren Leistung erfolgreich ist, hat keinen Grund, an sich zu zweifeln. Sondern kann selbstbewusst an die kommenden Aufgaben herangehen.

Das wird in Würzburg auch nötig sein. Selbst wenn der WFV derzeit schwächelt, Marco Schmidt weiß genau um die Offensivkraft der Franken. Mit Steffen Krautschneider, der schon achtmal getroffen hat, haben sie den aktuell besten Torschützen der Bayernliga in ihren Reihen, dazu Pascal Kamolz, der in der letzten Saison zwölf Tore für den FC Schweinfurt 05 erzielt hat. Dazu kommt noch Pascal Rausch, dessen Einsatz allerdings fraglich ist. Der frühere Heimstettener, der aus der Jugend des TSV Forstenried stammt, war 2010/11 elfmal erfolgreich. "Das sind schon Kaliber", so Schmidt.

Dominik Haas drängt zurück in die Startelf

Schmidt selbst kann wieder auf einen großen Kader zurückgreifen, Christian Hofmann und Julian Richter, am Mittwoch beruflich verhindert, stehen zur Verfügung, Dominik Haas, gegen Heimstetten erst in Hälfte zwei eingewechselt, dürfte zurück in die Anfangsformation rücken. Schließlich hat er mit einem Tor gegen Heimstetten und sogar zwei Treffern in Kirchanschöring nachdrücklich auf seine gute Verfassung aufmerksam gemacht. Man will aus Würzburg unbedingt was mitnehmen, um dann in beiden aufeinanderfolgenden Heimspielen gegen Bamberg und Unterhaching 2 die Spitzenposition in der Tabelle weiter zu festigen. Auch wenn die Tabellenführung in dieser Phase der Saison noch eine Momentaufnahme ist, schön ist es schon da oben. Aber auch gefährlich. Vor allem, wenn man als stolzer Spitzenreiter auf angeschlagene Boxer trifft.

hü/Oberbayerisches Volksfest

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