Schwacher Wasserburger Auftritt

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Wasserburg - Das war alles andere als eine Glanzleistung. Der TSV Wasserburg hat im fünften Match der Central European Woman League (CEWL) die dritte Niederlage kassiert.

Nach einer schwachen Vorstellung verlor der deutsche Meister in einem Herzschlagfinale mit 75:76 (39:43) beim bislang sieglosen tschechischen Schlusslicht der Gruppe B, Slovanka Mlada Boleslav. Trotzdem hat das Team von Wanda Guyton und Hans Brei den Final-Four-Einzug in eigener Hand. Dazu muss kommenden Dienstag bei VS Prag gewonnen werden (Hinspiel 79:53).


Nach der Schlusssirene standen die Damen in rot-weiß konsterniert auf dem Feld, ungläubig blickten sie zur Anzeigetafel und konnten kaum fassen, dass sie dieses Match verloren hatten. Der Blick auf den Statistikbogen bestätigte die subjektive Wahrnehmung, die bessere Mannschaft gewesen zu sein: bessere Wurfquote aus dem Feld (46:39 Prozent) und von der Freiwurflinie (83:73 Prozent), überlegen im Rebound (36:29) und gleichauf bei den Ballgewinnen (13:14). Die Ballverluste machten aber letztlich den Unterschied: da hatten Wasserburg eine Handvoll mehr als die tschechischen Gastgeberinnen und dadurch mehr Ballbesitz und mehr Wurfchancen (57:64). Zudem netzte Slovanka vier Dreier mehr als der deutsche Meister ein - und sicherte sich so seinen umjubelten ersten CEWL-Sieg.

Aus Wasserburger Sicht war es allerdings ein Sieg mit einem faden Beigeschmack. Denn das Schiedsrichterduo aus Tschechien hatte 40 Minuten lang eine Heimbrille auf, ahndete beispielsweise nicht mal einen Ellbogencheck in der letzten Minute gegen Shanika Freeman, deren Jochbein sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde und deren Einsatz am Wochenende gegen Oberhausen sich kurzfristig entscheiden wird. Die Wasserburger Verantwortlichen werden dem tschechischen Verband ein Video der Partie schicken, "denn so geht das wirklich nicht! Immer wenn Slovanka einen Freiwurf gebraucht hat, gab's ihn. Dafür hat man auf der Gegenseite gnädig über Schlagen, Halten, etc. hinweggesehen. Die Tätlichkeit gegen Freeman war der negative Höhepunkt", meinte Brei erbost. Gute Augen hatten die Unparteiischen dann in der Schlusssekunde, als Jessica Höötmann bei 73:76 in höchster Zeitnot zum Dreier ansetzte, diesen traf, beim Wurf aber mit dem großen Zeh auf der Linie stand - nur zwei Punkte zum 75:76, unglücklicher Endstand statt Verlängerung.


Und doch hätte Wasserburg das Match gewinnen müssen, wenn das Team eine konstante Leistung gezeigt hätte. Doch etliche Spielerinnen blieben weit unter ihren Möglichkeiten. Und so misslang schon der Start: 0:6 lagen die Gäste nach wenigen Sekunden zurück, kämpften sich wieder heran, angeführt von einer in der Offensive sehr starken Shanika Freeman (9/12 aus dem Feld, 5/5 Freiwürfe, 8 Rebounds). Als die Führung dann endlich da war (20:15/8. Minute) machten vier Ballverluste und zwei Fehlwürfe bis zur ersten Pause wieder alles zunichte (20:25). Diesem Rückstand lief man im zweiten und dritten Viertel beständig hinterher, schaffte zwischendurch mal den Ausgleich (39:39/ 19.), um sich dann wieder einen Hänger zu leisten und zweistellig im Hintertreffen zu sein (41:51/23.).

Anfangs des Schlussviertels (55:62/31.) schienen die Gäste dann ernst zu machen. Mit einem 11:0-Lauf eroberte man erstmals seit dem Anfangsviertel wieder die Führung (66:62/34.) versäumte es aber, den Sack zuzumachen. Nach dem Dreier von Katja Zberch ging für lange 180 Sendungen nichts mehr. Vier Angriffe in Folge brachten nichts zählbares, ehe es in die dramatische Schlussphase ging.

Es spielten: Shanika Freeman (25 Punkte), Rebecca Thoresen (13), Krystal Vaughn (12), Sheena Moore (10), Katja Zberch (7), Jessica Höötmann (4), Mailis Pokk (2), Hicran Özen (2), Mara Conley und Jezabel Ohanian.

fd/Oberbayerisches Volksblatt

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