Bestechungsprozess

Zeugin: Ecclestone-Absetzung stand nicht im Raum

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Bernie Ecclestone.

München - Für Formel-1-Boss Ecclestone lief der 14. Verhandlungstag in seinem Bestechungsprozess gut: Erst stärkte eine Zeugin ihm den Rücken, dann ließ ihn eine Bemerkung des Richters aufhorchen.

Musste Formel-1-Boss Bernie Ecclestone beim Besitzerwechsel der Rennserie vor acht Jahren um sein Lebenswerk bangen? Im Bestechungsprozess gegen den 83-Jährigen vor dem Landgericht München verneinte eine Zeugin diese Frage am Dienstag und setzte damit der Anklage zu. "Ich glaube nicht, dass es jemals im Raum stand, Herrn Ecclestone abzusetzen", sagte die frühere juristische Beraterin der BayernLB. "Ich nehme an, es wäre auch nicht möglich gewesen."

Damit stellte sie eine zentrale Annahme der Staatsanwaltschaft infrage. Denn diese geht davon aus, dass Ecclestone aus Angst vor seinem Jobverlust 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld an den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky gezahlt hat. Der Banker hatte die Formel-1-Mehrheit, die früher der Landesbank gehörte, im Jahr 2006 an Ecclestones Wunschinvestor CVC verkauft. Der neue Besitzer ließ Ecclestone bis heute im Amt - und genau das war aus Sicht der Anklage Ecclestones Kalkül bei der Millionenzahlung an den Banker.

Von Interesse für die Richter ist in dem Prozess auch die Frage, ob Ecclestone überhaupt wusste, dass die BayernLB eine staatliche Bank und Gribkowsky somit ein Amtsträger war. Es sei fraglich gewesen, ob dies für Außenstehende erkennbar gewesen sei, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll am Dienstag. Er bat die Staatsanwaltschaft um eine Stellungnahme in nächster Zeit.

Die Staatsanwaltschaft hat Ecclestone wegen Bestechung eines Amtsträgers in einem besonders schweren Fall angeklagt. Dafür sieht das Gesetz bis zu zehn Jahren Haft vor und somit doppelt so viel wie für die Bestechung im geschäftlichen Verkehr, für die in einem besonders schweren Fall höchstens fünf Jahre Haft drohen.

Sollte der Formel-1-Chef tatsächlich verurteilt werden, muss er den Chefposten räumen - was für Ecclestone wohl die härteste Strafe wäre. Der Brite hat die Formel 1 aufgebaut und in fast 40 Jahren zu seinem Lebenswerk gemacht, das ihm ein Milliardenvermögen einbrachte. Vor Gericht will Ecclestone seine Unschuld beweisen, um weiter am Steuer bleiben zu können.

Die Aussage der Zeugin verfolgte der 83-Jährige auf seinem Anklageplatz mit sichtlicher Genugtuung. Er hat sich an den bislang 14 Verhandlungstagen zwar nicht selbst eingemischt, verfolgt das Geschehen aber genau, schüttelt oft mit dem Kopf oder lächelt - je nachdem, was die Zeugen zu erzählen haben. Zum Prozessauftakt hatte er die Vorwürfe in einer schriftlichen Erklärung, die seine Anwälte vorlasen, zurückgewiesen und seine Zahlung als Ausweg aus einer Art Erpressung dargestellt.

 

dpa

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