Vettel: „Es ist noch nicht vorbei“

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Sebastian Vettel hat den Blick immer noch nach oben gerichtet

Suzuka - Befreit von allem Erwartungsdruck will Sebastian Vettel im Titelrennen Fast-Weltmeister Jenson Button noch einmal kräftig ärgern.

“Natürlich haben wir einen Riesen-Rückstand, aber es ist noch nicht vorbei“, warnte die deutsche Formel-1-Hoffnung am Donnerstag in Suzuka seinen enteilten Rivalen. Vor dem Großen Preis von Japan am Sonntag liegt der Red-Bull-Pilot zwar bei noch drei ausstehenden Rennen stattliche 25 Punkte hinter dem Briten, sieht sich und sein Team aber dennoch voll im Soll. “Sicher hätten wir einiges besser machen können, aber insgesamt hatten wir eine sehr, sehr positive Saison“, urteilte Vettel entspannt.

Der Druck liegt nun auf Button, der seine erste WM-Trophäe auf keinen Fall mehr verspielen will. “Es gibt immer noch drei Leute, die um den Titel kämpfen. Ich bin einer davon, und für mich ist es das Wichtigste, so hart wie möglich zu arbeiten. An etwas anderes darf ich nicht denken“, erklärte der Brawn-Fahrer. Auch wenn Vettel am Sonntag gewinnt, kann Button vorzeitig Champion werden, wenn er fünf Punkte mehr als der WM-Zweite Rubens Barrichello holt. “Ich denke nicht daran, dass ich hier den Titel klarmachen könnte“, versicherte der 29-Jährige jedoch.

Für Vettel geht es im Endspurt einer Saison, in der er sich endgültig als Top-Fahrer etabliert hat, vor allem um einen würdigen Abschluss. “Wir haben ziemlich viel in diesem Jahr gelernt, das war wichtig für uns“, bilanzierte der Hesse. Einziges Manko sei die zu große Zahl von Schäden und Missgeschicken im Vergleich zum konstanten Brawn-Team. Vettel: “Wenn du Weltmeister werden willst, brauchst du eine problemfreie Saison - ohne Fehler, ohne Strafen, ohne Ausfälle.“

Für seine deutschen Piloten-Kollegen geht es am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) vor allem darum, sich für neue Jobs zu empfehlen. Timo Glock hofft beim Toyota-Heimrennen nach Rang zwei in Singapur auf weitere gute Argumente im Vertragspoker. “Es ist nicht richtig, dass ich am vergangenen Samstag gefeuert wurde. Wir sind offen für Toyota, und Toyota ist offen für uns“, versicherte der Wersauer.

Der Mönchengladbacher BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld hat seinen Streit mit Landsmann Adrian Sutil aus Gräfelfing nach dem Unfall mit dem Force-India-Piloten in Singapur inzwischen beigelegt. “Er hat sich entschuldigt, für mich ist es erledigt“, sagte Heidfeld, der für 2010 immer noch ohne Arbeitgeber ist. Dagegen kann Nico Rosberg wohl zwischen Brawn und Williams wählen. Vorerst aber will der Wiesbadener nur über das Jetzt sprechen. “Ich freue mich auf Suzuka, weil ich denke, dass wir dort gut sein werden“, sagte Rosberg.

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