Suzuka versinkt - „Die Strecke ist wie ein See“

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Eigentlich wollten Nick Heidfeld (Foto) und die anderen Piloten fahren, nicht baden ...

Suzuka - Sebastian Vettel spielte mit dem Handy, Jenson Button versandte Nachrichten per Twitter: Der Dauerregen von Suzuka hat das Freitags-Duell der Formel-1-Titelrivalen zunichte gemacht.

Vom widrigen Wetter ausgebremst verbrachten die Piloten die meiste Zeit des Trainings für den Großen Preis von Japan in der Box und suchten nach Ablenkung. “Die Strecke ist wie ein See“, textete der gelangweilte WM-Spitzenreiter Button noch während der zweiten Übungseinheit via Internet. Timo Glock war gleich ganz im Bett geblieben. Der Wersauer musste wegen einer fiebrigen Erkältung passen, soll aber für das Rennen am Sonntag einsatzfähig sein.

“Timo hat nicht viel verpasst“, meinte Vettel. “Keiner wollte das Risiko eingehen und vielleicht etwas Dummes tun“, erklärte der Heppenheimer die unfreiwillige Schaffenspause. Der Hesse plauderte mit Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko und verschickte ein paar SMS', ehe er schließlich kurz vor Schluss doch noch ins Auto stieg. Ganze sechs Runden drehte der 22-Jährige am Nachmittag in der Gischt auf dem Suzuka-Circuit, fuhr dabei aber immerhin auf Platz zwei hinter seinem Landsmann Adrian Sutil (Gräfelfing) im Force India.

Button verzichtete wie sein Teamgefährte Rubens Barrichello ganz auf das zweite Training. “Wenn soviel Wasser auf der Strecke ist, kriegen wir keine nützlichen Informationen“, erklärte der Brite. Vettel sagte: “Wir haben versucht, so wenig wie möglich zu fahren, um die Reifen zu schonen.“ Auch bei der Qualifikation am Samstag droht wieder Regen, die Teams sparten also ihre Schlechtwetter-Pneus.

Die Tagesbestzeit war McLaren-Mercedes-Fahrer Heikki Kovalainen schon am Vormittag gelungen. Der Finne benötigte für den 5,807 Kilometer langen Kurs 1:40,356 Minuten. Zweitschnellster war der Japaner Kazuki Nakajima, der im Williams-Toyota 0,292 Sekunden Rückstand hatte. Auf Gesamtrang drei fuhr Sutil (+0,450). Glock- Ersatz Kamui Kobayashi schlug sich achtbar und steuerte den Toyota in den beiden Einheiten auf die Plätze 19 und 12.

“Wahrscheinlich der Trainingstag mit den wenigsten Testkilometern“, meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Die Bestzeit Kovalainens bedeute daher nicht, dass die Silberpfeile Favorit für den Japan-Grand-Prix seien.

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Vettel hingegen sieht sich auf Erfolgskurs. “Mir ist es wurscht, ob es regnet. Unser Auto funktioniert im Nassen und im Trockenen“, betonte der WM-Dritte, der vor dem 15. von 17 Saisonrennen 25 Punkte Rückstand auf Button hat. Der Brawn-Fahrer (84 Zähler) kann schon am Sonntag Weltmeister werden, wenn er fünf Punkte mehr einfährt als Verfolger Barrichello. “Natürlich will ich hier gewinnen. Aber noch mehr will ich das Notwendige tun, um den Titel zu holen“, sagte Button.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner versprach dem Fast-Champion jedoch einen harten Fight. “Die Chancen stehen gegen uns, aber wir wollen es den Brawns in den letzten drei Rennen so schwer wie möglich machen“, sagte der Brite.

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