Startverbot für Timo Glock

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Timo Glock muss sich gedulden

Hamburg/Bad Nauheim - Startverbot für Timo Glock: Der Formel-1-Pilot darf nach seinem Unfall vor einer Woche nun doch nicht beim Großen Preis von Brasilien starten.

“Es ist immer bitter für einen Rennfahrer, wenn er nicht starten kann“, sagte Glock der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nachträglich stellten die Mediziner der Sportklinik Bad Nauheim fest, dass sich der Toyota-Fahrer bei seinem Crash in Japan am 3. Oktober eine leichte Fraktur der vorderen 11. und 12. Brustwirbel zugezogen hat. Chefarzt Dr. Johannes Peil betonte aber in einem dpa-Gespräch am Sonntag: “Eine derartige Fraktur wird auf jeden Fall folgenlos ausheilen.“

Glock, der bei dem Aufprall in die Reifenstapel dem 27-fachen seines Körpergewichts ausgesetzt war, bereitet sich schon auf seine Rückkehr zum Saisonfinale am 1. November vor. Man hoffe, das Glock für Abu Dhabi wieder zur Verfügung stehe, allerdings sei das zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar, meinte Toyota-Motorsportpräsident John Howett.

Im normalen Alltag schränkt die Rückenverletzung Glock gar nicht ein. Man brauche weder Bettruhe, noch etwa ein Korsett. Der Wersauer könne ganz normal Auto fahren und könnte auch aufs Rad, erklärte Peil. Allerdings hindert ihn daran die zweite Verletzung: Glock erlitt auch eine tiefe Schnittwunde in der linken Kniekehle. So wie im aktuellen Entscheidungsprozess, wird sich die Sportklinik auch vor Abu Dhabi mit Glocks Rennstall Toyota und FIA-Arzt Professor Jean- Charles Piette, der am Freitag und Samstag auch die Untersuchungen von Felipe Massa in Paris koordinierte, abstimmen.

“Jeder im Team ist sehr enttäuscht und fühlt mit Timo mit“, erklärte Howett in einer Pressemitteilung. Für den Deutschen wird nun der Japaner Kamui Kobayashi in Sao Paulo erstmals in der “Königsklasse“ des Motorsport an den Start gehen.

Der 27-jährige Glock, der sich derzeit in Vertragsverhandlungen mit fünf Rennställen befindet, war in der Qualifikation zum Großen Preis von Japan in der Zielkurve von der Piste abgekommen und mit rund 200 Stundenkilometern in die Reifenbarriere gerast. “Ganz sicher werde ich in Brasilien angreifen können“, hatte der in dieser Saison von einigem Pech verfolgte Hesse zwei Tage nach dem Crash noch angekündigt. Die Untersuchungen des Peil-Teams, das auch Rekordweltmeister Michael Schumacher betreut, ergaben etwas anderes.

Für die Verhandlungen mit potenziellen Arbeitgebern kommt die Verletzung freilich zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Neben Toyota würden Gespräche mit zwei neuen und zwei etablierten Teams geführt, hatte Glock-Manager Hans-Bernd Kamps bereits betont. Auch wenn sich Glock auf dem Kurs in Interlagos nun nicht empfehlen kann, wird ihn die derzeitige Rückenblessur aber nach der Heilung in keiner Weise einschränken. Glock - Spitzname “Kampfdackel“ - wird wieder ganz der Alte sein.

dpa

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