McLaren schimpft auf Schumis Fahrstil

+
Michael Schumacher wehrte sich lange gegen die Angriffe von Lewis Hamilton.

Monza - McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hat Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher für seine Fahrweise gegen Lewis Hamilton beim Großen Preis von Italien kritisiert.

„Jemand hat ihn (Hamilton, d. Red.) an einer Stelle ziemlich aggressiv von der Strecke abgedrängt“, sagte Whitmarsh, der Schumachers Abwehraktionen als „ziemlich hart“ bezeichnete: „Das eine Manöver, als er Lewis auf den Rasen abgedrängt hat, war höllisch furchteinflößend.“


Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Das Schläfchen vor dem Rennen - mal kürzer, mal länger - ist für Michael Schumacher zum Ritual geworden. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
“Ja, das habe ich immer gemacht“, erzählte der mittlerweile 41-Jährige einmal. “Manchmal war ich nur eine ganz kurze Phase eingeschlummert, aber das reichte dann schon." © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
"Manchmal schlief ich auch tief und fest für eine halbe Stunde.“ Seit 1998 zelebrierte “Schumi“ sein Mittagsschläfchen. “Es war mir wichtig.“ © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Genau wie eine ungerade Startnummer. Eigentlich sollte die einstige Nummer Eins der Königsklasse mit der 4 auf dem neuen Silberpfeil ins Rennen gehen. Doch tauschte er mit Erlaubnis der Rennstall-Leitung die Startnummer mit Rivale Nico Rosberg. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Teamchef Ross Brawn wisse eben, “dass ich ungerade Startnummern lieber mag“, erklärte Schumacher. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Schließlich brachten sie ihm bislang Glück: Bei allen sieben WM-Titeln trug er eine ungerade Startnummer; fünfmal die 1 und je einmal die 3 und die 5. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Ist doch auch schön, die Nummer 1 zu sein, oder? © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Schumacher steigt auch nie von rechts ins Rennauto ein. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Sehen Sie... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Chinesische Schriftzeichen mit den Namen seiner beiden Kinder auf seinem knallroten Helm,... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
...ein Armband von Gattin Corinna,... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
...ein Haifischzahn um den Hals, den er einst von einem Tauchlehrer geschenkt bekam: Ohne all das kann Schumi nicht. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Rückblende: Bahrain 2004. Schumacher findet sein Amulett nicht. Vor der Rennpremiere des Wüstenkurses in Sachir stellt der damalige Ferrari-Pilot fest: Er hat den Glücksbringer im Hotel vergessen. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Das Amulett muss herbei. Schumachers damaliger Masseur Balbir Singh eilte in die Unterkunft, holt es, Schumacher gewinnt das Rennen und am Ende zum bislang letzten Mal die Weltmeisterschaft. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Bis heute trägt er seinen geliebten Anhänger. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Auch Schumachers Rivale, Vizeweltmeister Sebastian Vettel, hat für gewöhnlich einen an Bord. Sein Glückscent ist schon jetzt legendär. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
“Ich habe sogar sehr viele Glücksbringer, auch wenn ich nicht allzu abergläubisch bin“, erklärte Vettel einmal. Sie entscheiden nicht über Sieg und Niederlage, geben ihrem Besitzer aber ein besseres Gefühl. So war es wohl auch mit Schumachers Schläfchen. “Es war einfach angenehmer, wenn ich es geschafft habe - ob ich es wirklich gebraucht habe, weiß ich selber nicht.“ © Getty

Schumacher hatte sich auf Rang drei liegend rundenlang der Angriffe von Hamilton erwehren müssen. Die Rennleitung verwarnte den Mercedes-Piloten, Mercedes-Teamchef Ross Brawn wies Schumacher über Funk an, Hamilton mehr Platz zu lassen. Der Brite hatte sich in Runde 13 erstmals an Schumacher vorbeigeschoben, doch Schumacher konterte wenige hundert Meter später erfolgreich. Drei Runden später kam Hamilton bei der nächsten Attacke aufs Gras. Button nutzte die Chance und zog an ihm und kurz darauf auch an Schumacher vorbei. In Runde 27 fand Hamilton dann doch den Weg vorbei an Schumacher auf Rang vier.


Doch der Formel-1-Altstar wird für seine Fahrweise nicht nur kritisiert, sondern auch gelobt.

Nach vielen mittelmäßigen Rennen und von einem Publikum beflügelt, das ihn wie einst liebt, hat Schumacher den Schumi neu entdeckt. Er ist schnell und zäh, vielleicht eine Spur zu entschlossen, wenn es um den Kampf gegen Hamilton geht. Endlich hat man den Schumacher der alten Zeiten gesehen“, schrieb am Montag Tuttosport. „Der Veteran duelliert sich mit Hamilton. Jetzt weiß er, dass er mit den Jungen Schritt halten kann“, kommentierte Corriere della Sera.

Große Worte für den siebenmaligen Champion und früheren Ferrari-Star fand auch Corriere dello Sport: „Schumacher hat keinen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen, um sich in Monza zu behaupten, denn der Teufel ist er selber. In Monza hat er sein Bestes gezeigt. Die Geschichte des Kaisers, der zurücktritt, zurückkehrt und wieder der Beste sein will, scheint ernst zu werden.“

„Hamilton ist jemand, der als hart bekannt ist, meine Reputation ist ähnlich. Ich nenne das jetzt mal Racing“, sagte Schumacher, der am Ende des Rennens hinter Hamilton Fünfter geworden war: „Natürlich dehnt man das Mögliche bis an die Grenzen aus. Das ist meine Berufung, dafür bin ich hier.“

Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatte seinen Spaß an dem langen Kampf zwischen Schumacher und den beiden McLaren-Mercedes-Piloten Hamilton und Jenson Button. „Das war eine dreiviertel Stunde lang Mercedes-TV“, sagte der Schwabe: „Das war die hohe Schule des Rennfahrens.“ Mit dem noch nicht „allerbesten Handwerkszeug“ solche Leistungen zu zeigen wie Schumacher, sei „sehr wertvoll“, meinte Haug.

SID

Kommentare