Jenson Button ist Formel-1-Weltmeister

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Jensson Button hat den Großen Preis von Sao Paulo gewonnen - und sich vorzeitig den Formel-1-Weltmeistertitel 2009 geischert.

São Paulo - Nach seinem Champions-Coup genoss der Triumphator Jenson Button die Champagner-Dusche, verbeugte sich immer wieder und reckte beide Fäuste in den Himmel.

Mit einer weltmeisterlichen Aufholjagd hat sich der Brite beim packenden Großen Preis von Brasilien vorzeitig die Weltmeisterkrone gesichert und Sebastian Vettels minimalen Formel-1-Titeltraum zerstört. “We are the Champions“, brüllte Button nach Überqueren der Ziellinie auf Rang fünf überglücklich und schrie: “Yeah, yeah.“

Der trotz großartigen Kampfes nur Viertplatzierte Vettel gratulierte seinem BrawnGP- Widersacher sichtlich niedergeschlagen: “Jenson hat die meisten Punkte gesammelt. Glückwunsch, mehr gibt es nicht zu sagen.“ In Mark Webber gewann am Sonntag in São Paulo der falsche Red-Bull-Pilot.

Heiße Boxenluder: So sexy ist die Formel 1

Heiße Grid Girls in der Formel 1

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Am Rande der Formel-1-Rennen geht es ganz schön sexy zu. Ob uniformierte Grid Girls von Veranstaltern und Sponsoren oder einzelne Boxenluder in knappen Outfits: Die Damen zeigen neben den Rennstrecken ihre heißen Profile. Klicken Sie sich hier durch die PS-Schönheiten der vergangenen Formel-1-Jahre. © dpa
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Button profitierte bei seinem Titel-Triumph auch von seinem schwächelnden Teamkollegen Rubens Barrichello, der die Pole Position nicht zum langersehnten Heimsieg nutzen konnte und sich nach einem Plattfuß kurz vor Schluss mit Rang acht begnügen musste. Button lieferte dagegen mit seinem fünften Platz Maßarbeit ab. “Die letzten Rennen waren etwas stressig“, räumte der 29-Jährige ein. “Aber mit dieses Rennen war der perfekte Weg, Weltmeister zu werden.“

Der alte Brawn-Mercedes-Pilot mit dem Playboy-Image strafte mit seinem beherzten Auftritt im Autodromo José Carlos Pace alle Kritiker Lügen, die ihm angesichts zuletzt bescheidener Leistungen unterstellt hatten, im Finale Nerven zu zeigen. Aggressiv und präzise raste er von dem scheinbar aussichtslosen Startplatz 14 in die Punkte und zum Titel. BrawnGP sicherte sich als Krönung zudem schon vor dem Saisonfinale am 1. November auch den Konstrukteurs-Titel.

“Ich bin so voller Gefühle. Das ist wirklich emotional. Mein Herzschlag war wirklich wahnsinnig hoch, ich hatte nur ein Glas Rotwein“, sagte Papa John Button tief bewegt. “Jenson wollte diesen Traum immer wahrmachen. Jetzt ist er Weltmeister - für immer.“ Zu den ersten Gratulanten gehörten viele Fahrer-Kollegen, Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Glückwunsch an Jenson Button und Brawn GP zum Gewinn beider WM-Titel - unser Motor hat gute Arbeit geleistet und der Kunde ist jetzt König in der Formel 1.“

Fahrerwertung: Button vor Vettel

In der Fahrerwertung führt Button vor dem Finale mit 89 Punkten uneinholbar vor Vettel (74). Für den Heppenheimer war es nur ein schwacher Trost, Barrichello (72) als Gesamtzweiten abgelöst zu haben. Für Button wird die Rennpremiere in Abu Dhabi in zwei Wochen zum entspannten Schaulaufen.

Webber leistete mit seinem zweiten Saisonsieg nach dem Nürburgring zugleich Button unfreiwillig Schützenhilfe. Der Australier gewann nach 71 Runden auf dem dem 4,309 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs in 1:32:23,081 Stunden. Der Pole Robert Kubica belegte im BMW-Sauber mit 7,626 Sekunden Rückstand den zweiten Platz vor dem entthronten Champion Lewis Hamilton im Silberpfeil.

Sutil, Rosberg und Heidfeld scheiden vorzeitig aus

Nico Rosberg schied in der 27. von 71 Runden aus. “Es war ein Getriebeproblem, sonst wären wir weit nach vorne gekommen“, bedauerte der Williams-Pilot aus Wiesbaden das Aus. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) musste vier Umläufe früher wegen Problemen an der Tankanlage aufgeben. Für Adrian Sutil war der Grand Prix nach einem Crash in der dritten Kurve schon nach gut einem Kilometer vorbei.

Pole-Mann Barrichello fuhr zunächst unbeirrt an der Spitze. Er ließ sich weder durch das Chaos nach dem Start noch die anschließende Safety-Car-Phase aus dem Rhythmus bringen. Aber nachdem der Brasilianer und der zweitplatzierte Webber, der fünf Umläufe später einbog, ihren ersten Boxenstopp absolviert hatten, übernahm der Australier die Führung. Zudem brachte ein Reifenplatzer acht Runden vor dem Ende Barrichello auch noch um den greifbar nahen Podiumsplatz.

Button fuhr wie entfesselt

Button bot eine bravouröse Leistung: Der Brite fuhr wie entfesselt und kämpfte sich von Startposition 14 nach teilweise wilden Attacken schnell auf Rang sieben vor. Danach reduzierte er das Risiko. Vettel blieb lange hinter dem BrawnGP-Mann ohne Chance, nach vorne vorzustoßen. Am Schluss trumpfte der Hesse aber noch mächtig auf. “Nach Startplatz 15 war nicht mehr drin“, sagte Vettel dennoch tief enttäuscht. “Es gibt jemand, dem es bessergeht als mir.“ Trotz einer insgesamt guten Saison sagte er: “Schöner wäre es gewesen, am Ende ganz oben zu stehen.“

Vettels vage Chancen auf den Titel waren allerdings bereits im sintflutartigen Regen am Samstag in der Qualifikation regelrecht untergegangen. Weil ihn sein Team zum falschen Zeitpunkt auf die überflutete Strecke schickte, schied er schon in der ersten K.o.- Runde aus. “Ich habe heute meinen Freischwimmer gemacht, bin mehr geschwommen als gefahren“, sagte Vettel mit Galgenhumor. In der Aufwärmrunde am Sonntag dann der nächste Schock: Am Red Bull fiel ein Beutel mit Trockeneis heraus; das Auto musste am Kühlungsschacht geklebt werden.

Räikkönens Ferrari verwandelte sich in Feuerball

Gleich nach dem Start ging es kräftig zur Sache und es gab jede Menge Kleinholz. Adrian Sutil, der sich nach Position drei Hoffnungen auf den ersten Podestplatz machen durfte, schied nach einer Kollision mit Jarno Trulli im “Senna S“ in der ersten Runde aus. “Ich hab plötzlich einen Schlag gekriegt und die Kontrolle verloren. Dann war alles vorbei“, schilderte der Force-India-Pilot (Gräfelfing) seinen Blitz-K.o.

Kimi Räikkönen und beide McLaren-Mercedes mussten nach “Feindberührung“ zur Reparatur an die Box. Als Heikki Kovalainen mit dem Tankrüssel am Silberpfeil zu früh lospreschte, verwandelte sich Räikkönens direkt dahinter folgender Ferrari kurz in einen Feuerball. Um dem Chaos Herr zu werden, rückte das Safety Car für drei Runden aus und neutralisierte das Feld.

Jens Marx

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