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Vettel beeindruckt im Regen von Malaysia

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Mercedes mit Nico Rosberg dominierte auch auf dem Sepang International Circuit klar das Geschehen.

Sepang - Im turbulenten Regen-Qualifying von Malaysia hat sich Sebastian Vettel eindrucksvoll zurückgemeldet, nur ein Wimpernschlag fehlte dem Weltmeister auf Pole-Setter Lewis Hamilton im Mercedes.

Mit dem Selbstverständnis eines Weltmeisters stieg Sebastian Vettel aus seiner „Suzie“, und der Ärger der letzten Monate schien verflogen. „Wir haben immer die Chance, jeden zu schlagen. Deshalb sind wir doch hier“, sagte der Red-Bull-Pilot nach seinem zweiten Platz im Qualifying zum Großen Preis von Malaysia. Im Regen von Sepang hatte Vettel sich eindrucksvoll zurückgemeldet - und auf nasser Strecke die Dominanz der scheinbar so übermächtigen Silberpfeile gebrochen.

Die Winzigkeit von 55 Tausendstel-Sekunden fehlte Vettel in 1:59, 486 Minuten am Ende auf Pole-Setter Lewis Hamilton (England/1:59, 431) im Mercedes, WM-Spitzenreiter Nico Rosberg (Wiesbaden/2:00, 050) musste sich mit über einer halben Sekunde Rückstand mit dem dritten Platz begnügen. Die Erleichterung war anschließend greifbar bei Vettel, trotz aller Gelassenheit. „Wir hatten einen wirklich schlechten Winter“, sagte er, „wir mussten soviel arbeiten - aber jetzt zahlt es sich Stück für Stück aus.“

Hamilton, der seine 33. Pole und die zweite der Saison feierte, hatte trotz des tropischen Regens allerdings den Durchblick behalten. „Das war sehr schwierig heute, man konnte auf den letzten Runden durch die Gischt kaum etwas sehen“, sagte der Engländer. Vettel ließ vor dem Rennen am Sonntag (10.00/RTL und Sky) auch keinen Zweifel daran, dass Mercedes auf trockener Strecke das derzeit „stärkste Paket“ habe: „Dahinter bleibt es ganz knapp zwischen Ferrari und uns, da kommt es auf die Tagesform an.“

Vizeweltmeister Fernando Alonso (Spanien) wurde im roten Renner Vierter vor Vettels Teamkollegen Daniel Ricciardo (Australien). Auf den Plätzen sechs und sieben folgten Kimi Räikkönen (Finnland) im zweiten Ferrari und Force-India-Fahrer Nico Hülkenberg (Emmerich). Für Adrian Sutil (Gräfelfing) reichte es im Sauber nur zum enttäuschenden 18. Platz. Weil Valtteri Bottas (Finnland/Williams) um drei Plätze nach hinten versetzt wurde, startet Sutil von Rang 17 ins Rennen.

Angesichts der bislang so deutlichen Überlegenheit der Silberpfeile hatte Vettel schon am Freitag auf Regen gehofft, und sein Wunsch wurde pünktlich erhört. Etwa eine Stunde vor dem Start des Qualifyings setzte der starke Regen über dem Sepang International Circuit ein und überflutete den Kurs. Ein pünktlicher Start war unter diesen Bedingungen nicht möglich, erst mit 50-minütiger Verspätung erlaubte der nachlassende Regen, dass die Autos auf die Strecke gingen.

Auch in der Folge gab es jedoch weiteren Niederschlag, es sollte ein hochturbulentes Qualifying werden. Schon im ersten Abschnitt hatte Vettel dabei eine Schrecksekunde zu überstehen. „Komm in die Box Sebastian, Problem mit dem Auto“, funkte der Renningenieur hektisch in den Helm des Weltmeisters. „Da ging der Herzschlag ganz schnell hoch“, sagte Vettel hinterher, „glücklicherweise war es aber nicht so schlimm.“ Das ERS machte einen Neustart des Systems erforderlich, Vettel konnte schnell wieder auf die Strecke.

Mehrere Zusammenstöße sorgten in der Folge für zwei Unterbrechungen des Qualifyings, und auch der Showdown im Schlussabschnitt fand unter widrigen Bedingungen statt. Die Wetterbedingungen rund um den Großen Preis von Malaysia sind berüchtigt, schon in der Vergangenheit hatten sie das Rennen immer wieder massiv beeinflusst. So musste der Grand Prix von 2009 wegen heftigen Regens gar nach der Hälfte der Distanz abgebrochen werden.

Für diesen Sonntag geht der malaysische Wetterdienst ebenfalls von Gewittern aus. „Das wird also ein sehr langes Rennen. Da kann ganz viel passieren“, sagte Rosberg, der mit seinem dritten Platz leben konnte.

Überschattet wird das gesamte Rennwochenende derweil vom Unglück des Fluges MH370. Die Fahrer drückten ihre Anteilnahme mit Aufklebern auf Helmen und Boliden aus, vor dem Rennen am Sonntag werden sie in der Startaufstellung zudem eine Gedenkminute einlegen.

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dpa

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